Sonnenuntergang über dem Wasser des Okavango-Deltas

Botswana · Übersicht

Botswana: Safari und Rundreise

Die kleine Maschine fliegt tief über Wasserarme, Schilf und Inseln, auf einer davon stehen Elefanten im Wasser. Die weiche Reisetasche liegt hinten im Frachtfach. Dann setzt das Flugzeug auf einer Sandpiste auf, und am Rand wartet ein offener Geländewagen.

Foto: 123RF

Wasser in der Wüste: was Botswana ausmacht

Der Okavango entspringt in Angola und kommt nie am Meer an. In Botswana läuft er in ein Becken der Kalahari aus und bildet ein Binnendelta, das laut UNESCO größte seiner Art in Afrika. Seit 2014 ist es Welterbe. Das Hochwasser kommt ausgerechnet in der Trockenzeit, weil der Regen aus Angola Monate braucht, bis er unten ankommt. Wie groß das Delta ist, hängt vom Jahr und von der Quelle ab: Die Tourismusbehörde nennt 15.000 bis 22.000 Quadratkilometer, die Welterbe-Kernzone umfasst gut 20.000.

Östlich davon liegt der Chobe-Nationalpark. Die englische Wikipedia nennt rund 50.000 Elefanten im Park, ältere Zählungen gehen je nach Gebiet weit auseinander. In der Trockenzeit ziehen die Herden an den Chobe-Fluss bei Kasane. Den Süden und die Mitte des Landes nimmt die Kalahari ein, mit dem Central Kalahari Game Reserve (52.800 Quadratkilometer, seit 1961) und den Salzpfannen von Makgadikgadi.

Und dann die Preise. Botswana hat 1990 eine Tourismuspolitik beschlossen, die auf zahlungskräftige Gäste aus Europa, Nordamerika und Australien zielte. Wenige Besucher, hohe Einnahmen, vor allem im Okavango. Laut UNESCO führen ins innere Delta nur kleine Zeltcamps, erreichbar per Flugzeug. Ein UNESCO-Bericht von 2014 zählte im Welterbegebiet 2.129 Gästebetten. Die Parkgebühren selbst sind dagegen moderat: Chobe und Moremi kosten ausländische Besucher BWP 270 (rund 18 €) pro Person und Tag, die übrigen Parks BWP 190 (rund 13 €; gültig seit April 2022, Stand September 2026). Eine für April 2026 geplante Erhöhung auf BWP 500 (rund 33 €) wurde laut Presse verschoben.

Visum
nicht nötigbis 90 Tage, Deutsche und Österreicher
Parkgebühr
BWP 270 (rund 18 €)Chobe und Moremi, pro Tag, Stand 09/2026
Währung
Pula (BWP)Lodges rechnen in US-Dollar
Anreise
kein Direktflugüber Johannesburg, Kapstadt oder Windhoek
Zeitzone
UTC+2im Sommer keine Zeitverschiebung

Die Regionen im Überblick

Die bekannten Safarigebiete liegen im Norden, zwischen Maun am Südrand des Deltas und Kasane am Chobe-Fluss. Die Kalahari liegt südlich und östlich davon.

Drei Arten, Botswana zu bereisen

Fly-in-Safari mit Lodges

Du landest per Linienflug in Maun oder Kasane, von dort bringen dich Charterflugzeuge in die Camps und zwischen ihnen hin und her. Die Flüge bucht meist der Veranstalter. Erlaubt sind nur weiche Taschen ohne Rollen, bei zwei Fluggesellschaften 20 Kilo inklusive Handgepäck, die Tourismusbehörde nennt auch 12 bzw. 15 plus 5 Kilo. Das ist die teuerste Art, aber die einzige, die ins innere Delta führt. Ein Anbieter nennt für Luxuscamps 1.000 bis 3.500 US-Dollar (rund 870 bis 3.050 €) pro Person und Nacht und für eine Woche ab etwa 5.000 US-Dollar (rund 4.350 €). Ein Camp mit veröffentlichten Tarifen verlangt 2026 zwischen 740 US-Dollar (rund 650 €) in der Regenzeit und 1.980 Dollar (rund 1.750 €) in der Hauptsaison. Meist sind Essen, Aktivitäten und Transfers dabei. Das passt für alle, die wenig Zeit haben und nicht selbst fahren wollen.

Selbstfahrer mit Dachzelt und Allrad

In Nationalparks und Reservaten schreibt die Tourismusbehörde Allrad vor, und die Pisten führen durch tiefen Sand und in Moremi durch Wasser. Geschlafen wird im Dachzelt auf Campsites, die private Firmen im Auftrag der Parkbehörde betreiben. Sie sind nicht eingezäunt, Wildtiere laufen hindurch. Buch sie vorab, beliebte Plätze sind Monate im Voraus weg. Dazu kommen lange Strecken ohne Tankstelle, die Behörde rät zu mindestens 20 Litern Wasser pro Person.

Ein Vermieter mit Depots in Maun und Kasane verlangt 2026 für einen Hilux mit Dachzelt je nach Saison N$ 2.555 bis 4.090 (rund 140 bis 220 €) pro Tag, dazu eine Depotgebühr von rund R 8.000 (etwa 430 €; Tarife 2026, Mietdauer 8 bis 15 Tage). Du brauchst dafür Pistenerfahrung und Zeit, und die Einsamkeit sollte dich nicht stören. Fahrzeug, Campsites und Ausrüstung stehen unter Selbstfahrer: Allrad, Campsites, Ausrüstung.

Mobile Safari

Der Mittelweg. Ein Guide fährt, ein kleines Team baut das Zeltlager auf den Campsites auf. Beim Mitmach-Camping (Participation Camping) packst du selbst mit an. Ein Anbieter nennt dafür ab etwa 200 US-Dollar (rund 170 €) pro Tag und für fünf Tage Moremi 1.000 bis 1.750 US-Dollar (rund 870 bis 1.550 €) pro Person, das Datum der Angaben ist unklar. Das passt für alle, die wie Selbstfahrer übernachten, aber nicht selbst durch den Sand wollen. Was die Varianten im Vergleich kosten, steht unter Was Botswana kostet.

Botswana und Namibia in einer Reise

Viele verbinden beide Länder. Der kürzeste Übergang führt durch die Sambesi-Region im Nordosten Namibias zum Grenzposten Ngoma, von dort sind es rund 50 Kilometer Asphalt nach Kasane, teils durch den Chobe-Park. Ngoma schließt laut Tourismusbehörde um 18 Uhr. Wie die Region auf namibischer Seite aussieht, steht unter Sambesi-Region (Caprivi) und Okavango.

Von Windhoek nach Maun sind es über den Grenzposten Buitepos und Ghanzi rund 800 Kilometer, meist verteilt auf zwei Tage. Seit April 2026 fliegt FlyNamibia viermal pro Woche von Windhoek nach Maun. Wer den Mietwagen in Windhoek holt und in Maun abgibt, zahlt bei einem Vermieter eine Überführungsgebühr von N$ 12.000 (rund 640 €; Tarife 2026).

Wann du fahren solltest

Die Tourismusbehörde nennt Mai bis Oktober als beste Zeit für Tierbeobachtung: Die Wasserlöcher trocknen aus, die Tiere sammeln sich an den Flüssen, und im Delta steht die Flut, laut Wikipedia mit dem Höhepunkt zwischen Juni und August. Im Juni und Juli sinken die Nächte in Maun im Schnitt auf gut 6 Grad, der Oktober ist mit knapp 35 Grad am Tag der heißeste Monat. Der Regen fällt von November bis März. Dann kommen die Jungtiere, die Zugvögel und die Zebras auf den Pfannen, die Lodges sind deutlich günstiger, manche Pisten aber unpassierbar. Monat für Monat unter Reisezeit, Flut und Green Season.

AchtungNach starkem Regen war das Moremi-Wildreservat im März 2026 wegen Überschwemmung gesperrt. Seit dem 13. April 2026 ist es eingeschränkt offen, Third Bridge und die Strecke zwischen Khwai und Xakanaxa waren danach gesperrt. Prüf den aktuellen Stand, bevor du Campsites und Route festlegst.

Einreise und Malaria in Kürze

Deutsche und Österreicher reisen ohne Visum ein und bekommen die Einreiseerlaubnis kostenlos an der Grenze. Erlaubt sind 90 Tage, laut Auswärtigem Amt pro Kalenderjahr, laut Wikipedia innerhalb von 365 Tagen. Für Schweizer nennt nur Wikipedia die Visumfreiheit. Schau vor der Buchung beim Außendepartement EDA nach. Der Pass muss sechs Monate gültig sein und sollte vier freie Seiten haben, Kinder unter 18 brauchen eine Geburtsurkunde. Eine Tourismusabgabe bei der Einreise gibt es nicht, die 2017 angekündigte wurde noch im selben Jahr zurückgezogen.

Im Norden gibt es Malaria. Auswärtiges Amt und Tropenmediziner stufen den Norden von Ngamiland und Chobe samt Victoriafällen ganzjährig als Hochrisikogebiet ein, das Delta, Moremi und Maun von September bis Mai, 2026 wegen des Klimas bis August. Andere Quellen nennen andere Monate. Lass dich reisemedizinisch beraten. Alles Weitere unter Einreise, Malaria, Sicherheit.

Euro-Beträge gerundet. Kurse: 1 € = 1,15 US-Dollar = 18,62 Rand (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026), 1 € = 15,15 Pula (Kurs der Bank of Botswana vom 22.09.2026). Der Namibia-Dollar ist 1:1 an den Rand gebunden.

Häufige Fragen zu Botswana

Braucht man für Botswana ein Visum?

Deutsche und Österreicher brauchen für Botswana kein Visum, die Einreiseerlaubnis gibt es kostenlos an der Grenze für bis zu 90 Tage. Der Reisepass muss noch sechs Monate gültig sein, das Auswärtige Amt empfiehlt vier freie Seiten.

Warum ist eine Safari in Botswana so teuer?

Botswana setzt seit seiner Tourismuspolitik von 1990 bewusst auf wenige Gäste mit hohen Ausgaben, vor allem im Okavango-Delta. Ins innere Delta kommen Besucher laut UNESCO nur per Flugzeug in kleine Zeltcamps, deren Tarife pro Nacht in US-Dollar berechnet werden.

Kann man Botswana mit dem Mietwagen auf eigene Faust bereisen?

Ja, mit einem Allradwagen, den die Tourismusbehörde in Nationalparks und Reservaten vorschreibt, meist mit Dachzelt. Die Campsites in Moremi und Chobe betreiben private Firmen, sie sind nicht eingezäunt und oft Monate im Voraus ausgebucht.

Wann steht im Okavango-Delta das meiste Wasser?

Das Hochwasser im Okavango-Delta kommt in der trockenen Jahreszeit, weil der Regen in Angola fällt und Monate braucht, bis er Maun erreicht. Wikipedia nennt Juni bis August als Höhepunkt, die UNESCO Juni und Juli.

Lässt sich Botswana mit Namibia kombinieren?

Ja, am häufigsten über die Sambesi-Region im Nordosten Namibias und den Grenzposten Ngoma, von dem die Straße nach Kasane am Chobe führt. Von Windhoek nach Maun geht es über die Trans-Kalahari-Route, meist in zwei Fahrtagen.