Der Chobe-Nationalpark ist für die meisten Reisenden der Park am Fluss vor Kasane. Das ist aber nur ein Teil. Im Süden liegt Savuti mit Tiefsand und Raubtieren, im Nordwesten der Linyanti-Sumpf an der Grenze zu Namibia. Wer nur zwei Nächte in Kasane hat, sieht die Riverfront, wer mit dem Allrad von Maun kommt, durchquert den ganzen Park.
Wie groß und wie alt: die Quellen sind uneins
Bei der Fläche gibt es zwei Zahlen. Die Tourismusbehörde Botswanas (Botswana Tourism Organisation) und Wikidata nennen rund 11.700 Quadratkilometer. Die deutsche Wikipedia kommt auf 10.566 Quadratkilometer, nach Erweiterungen in den Jahren 1980 und 1987.
Beim Gründungsjahr sind es drei. Die englische Wikipedia datiert das Chobe-Wildreservat auf 1960 und den Nationalpark auf 1968, die Tourismusbehörde schreibt ebenfalls 1968. Die deutsche Wikipedia und Wikidata nennen 1967 und beschreiben Chobe als ersten Nationalpark des Landes. Seit 1975 lebt niemand mehr im Park.
Berühmt ist Chobe für seine Elefanten. Wie viele es sind, weiß niemand genau. Die englische Wikipedia spricht von rund 50.000 im Park. Die deutsche nennt für 2004 etwa 30.000 in der Trockenzeit und für eine Zählung von 2009 rund 120.000, ohne klar zu sagen, auf welches Gebiet sich diese Zahl bezieht. Über 460 Vogelarten sind laut Tourismusbehörde nachgewiesen.
- Fläche
- 10.566 bis 11.700 km²je nach Quelle
- Gegründet
- 1960 bis 1968Wildreservat, dann Nationalpark
- Eintritt
- BWP 270 (rund 18 €)pro Person und Tag, Nicht-Residenten, Stand 09/2026
- Kasane bis Park
- rund 10 kmlaut Tourismusbehörde
- Victoriafälle
- 70 bis 80 kmab Kasane, je nach Quelle
Die Gebiete im Park und ihr Charakter
Die Tourismusbehörde teilt den Park in vier Bereiche: die Chobe Riverfront, auch Serondela genannt, die Ngwezumba-Pfannen um Nogatsaa, Savuti und Linyanti. Die Ngwezumba-Pfannen spielen für die meisten Reisen keine Rolle. Die anderen drei sind sehr verschieden.
Chobe Riverfront: Elefanten am Wasser
Der Streifen am Fluss westlich von Kasane ist der zugänglichste und meistbesuchte Teil. In der Trockenzeit, laut englischer Wikipedia von Mai bis Oktober, kommen große Elefanten- und Büffelherden zum Trinken an den Chobe. Die Riverfront ist außerdem der einzige Ort in Botswana, an dem der Puku lebt, eine Antilopenart.
Hier gibt es nur einen Campingplatz im Park: Ihaha, betrieben von Kwalate Safaris. Für Selbstfahrer ohne Übernachtung im Park gilt nach Angaben des Reiseportals Ostrich Trails ein Zeitfenster von 9 bis 14:30 Uhr. Frag am Tor nach, ob das noch gilt.
Savuti: Sand, Sumpf und Löwen
Savuti liegt weit im Süden des Parks. Der Savuti-Kanal fließt laut Tourismusbehörde rund 100 Kilometer vom Linyanti in den Savuti-Sumpf und weiter Richtung Mababe-Senke. Nur fließt er nicht immer. Die deutsche Wikipedia schreibt, er habe bis Ende der 1880er Jahre Wasser geführt, sei dann bis 1958 trocken gewesen, ab 1982 wieder, und fließe seit 2008 erneut. Die englische Wikipedia meldet, das Wasser habe den Sumpf im Januar 2010 zum ersten Mal seit 1982 wieder erreicht.
Savuti ist für Raubtiere bekannt: Löwen, Geparde, Hyänen. Beide Wikipedia-Artikel berichten von Löwen, die hier Elefanten jagen. Der öffentliche Campingplatz gehört zu SKL Camps und hat nach Angaben von Ostrich Trails 14 Stellplätze. Das Portal nennt Mai bis August als beste Zeit.
Linyanti: Sumpf an der Grenze
Der Linyanti-Sumpf liegt im Nordwesten am gleichnamigen Fluss. Westlich schließt das Selinda-Reservat an, nördlich, schon in Namibia, der Nkasa-Rupara-Nationalpark. Nur ein kleiner Teil des Parks reicht an den Linyanti, dort gibt es einen staatlichen Campingplatz für Selbstfahrer, laut einer undatierten Übersicht ebenfalls von SKL Camps betrieben.
Der Rest liegt in privaten Konzessionen. Die Tourismusbehörde nennt für Selinda 1.350 und für Linyanti 1.250 Quadratkilometer, die Camps dort seien klein, mit vielleicht zwanzig Gästen.
Kasane: Flughafen, Betten, Boote
Kasane ist das Tor zum Park. Der Ort liegt am Chobe, der hier nach Wikipedia 200 bis 300 Meter breit ist, und ist Verwaltungssitz des Chobe-Distrikts. Beim Zensus 2011 lebten hier 9.244 Menschen. Die Tourismusbehörde beschreibt Hotels, Gästehäuser und Campingplätze am Ufer und kleine Einkaufszentren mit dem Nötigsten.
Der Flughafen Kasane wird laut Wikipedia von Air Botswana aus Kapstadt, Gaborone, Johannesburg, Maun, Mbombela und Windhoek angeflogen, von Airlink aus Johannesburg. Einen Direktflug aus Europa gibt es nicht. Du steigst in Johannesburg, Kapstadt oder Windhoek um, der Flug ab Johannesburg dauert laut Buchungsportalen gut anderthalb Stunden.
Von Kasane aus laufen die kurzen Chobe-Reisen. Morgens und nachmittags geht es im Geländewagen auf Pirschfahrt, dazwischen aufs Boot. Vom Wasser aus siehst du Flusspferde, Krokodile, Wasservögel. Auch die Bootsfahrt führt in den Park, deshalb zahlst du nach Angaben von Ostrich Trails die Parkgebühr. Wer nur Tagesausflüge ab Kasane plant, braucht weder Allrad noch Campingplatz.
Planst du danach die Parks auf eigene Faust, tank in Kasane voll. Ein Reiseblog nennt den Ort die letzte Gelegenheit vor den Parks, und in den Camps von SKL gibt es weder Diesel noch Telefonnetz. Die Mietwagenfirmen Bushlore und Britz haben Depots in Kasane.
Selbst fahren: Tore, Pisten, Tiefsand
Allrad ist Pflicht, das schreibt die Tourismusbehörde für alle Nationalparks vor. Im Park gilt Tempo 40. Die Campingplätze sind nicht eingezäunt, Elefanten und Hyänen laufen durch. Geschlafen wird im Zelt, im Dachzelt oder im Auto.
- Sedudu Gate am Rand von Kasane an der A33, der Eingang zur Riverfront.
- Ngoma Gate im Westen der Riverfront, an der Grenze zu Namibia. Kasane bis Ngoma sind 51 Kilometer Teerstraße, die als Transitstrecke durch den Park führt.
- Ghoha Gate im Norden von Savuti, über 40 Kilometer sandige Piste ab Kachikau. Von Kachikau nach Kasane fährst du auf Asphalt etwa anderthalb Stunden.
- Mababe Gate im Süden, Richtung Maun und Khwai. Nach Maun sind es rund 130 Kilometer, etwa drei Stunden.
Die Tore öffnen nach Angaben von Anbietern von April bis September um 6 Uhr und schließen um 18:30 Uhr, von Oktober bis März gilt 5:30 bis 19 Uhr. Nach Torschluss musst du aus dem Park oder auf deinem gebuchten Platz sein.
Die Strecke nach Savuti ist der schwierige Teil. Die englische Wikipedia beschreibt tiefen Sand und schwarzen Lehmboden (black cotton soil), der nach Regen unpassierbar wird. Von Maun bis Savuti rechnet Ostrich Trails mit rund 200 Kilometern und sechs bis sieben Stunden, von Khwai sind es nach Reiseberichten 88 Kilometer und zweieinhalb Stunden über einen Sandrücken an der Mababe-Senke. Ein Selbstfahrer-Veranstalter rät, im Tiefsand den Reifendruck auf 1,6 bis 1,8 bar zu senken.
Unser TippOhne gebuchten Campingplatz kommst du nach Angaben mehrerer Anbieter nicht über Nacht in den Park. Ihaha, Savuti und Linyanti buchst du direkt bei den privaten Betreibern, nicht bei der Parkbehörde, und für Savuti in der Trockenzeit am besten Monate im Voraus. Die Parkgebühr zahlst du trotzdem getrennt an die Behörde, bar am Tor.
Gebühren im Chobe-Nationalpark
Chobe und Moremi gehören in Botswana zur teuersten Gebührenstufe. Nicht-Residenten zahlen BWP 270 (rund 18 €) pro Person und Tag, gültig seit 1. April 2022 (Stand September 2026). Nach Angaben eines Anbieters zählt jeder angefangene Tag, auch der Abreisetag. Drei Nächte im Park kosten also vier Tagesgebühren.
Eigentlich sollte die Gebühr zum 1. April 2026 auf BWP 500 (rund 33 €) steigen. Am 31. März 2026 hat das Ministerium die Erhöhung verschoben, laut Presse um zwei Jahre. Manche Portale zeigen die neuen Beträge trotzdem an. Prüf den Stand vor der Reise.
Für das Auto kommt eine Tagesgebühr dazu. Wie hoch sie für einen ausländisch zugelassenen Wagen unter 3,5 Tonnen ist, sagen die Quellen unterschiedlich: BWP 50, 75 oder 115 (rund 3,30, 5,00 oder 7,60 €). Mietwagen mit botswanischem Kennzeichen zahlen den niedrigeren Satz für lokal zugelassene Fahrzeuge. Was eine ganze Reise kostet, steht auf der Seite Was Botswana kostet.
Über die Grenze: Sambia, Simbabwe, Namibia
Kasane liegt an einem Vierländereck. Etwa acht Kilometer östlich, bei Kazungula, führt seit 2021 die Kazungula-Brücke über den Sambesi nach Sambia. Sie wurde laut englischer Wikipedia am 10. Mai 2021 eröffnet, ist 923 Meter lang und trägt Straße und Gleis. Die Brücke ersetzt die alte Fähre. Die Grenzliste der Tourismusbehörde nennt trotzdem noch die „Kazungula Ferry“, sie ist an dieser Stelle veraltet.
Direkt daneben liegt der Grenzposten nach Simbabwe (Kazungula Road, laut Tourismusbehörde 6 bis 20 Uhr). Von dort sind es nach Wikipedia 70 Kilometer bis Victoria Falls, die Tourismusbehörde nennt 80 ab Kasane. Mit Grenze rechnen Anbieter mit anderthalb bis zwei Stunden. Als Tagesausflug geht das gut, das KAZA-Visum (Univisa) gilt für Simbabwe und Sambia. Alles zu Eintritt und Wasserstand auf der Seite Victoriafälle als Abstecher.
Nach Westen geht es über Ngoma nach Namibia, in die Sambesi-Region, früher Caprivi-Streifen. Der Grenzposten Ngoma ist laut Tourismusbehörde nur von 7 bis 18 Uhr offen. Plan die Etappe so, dass du vorher ankommst. Denk daran, dass Deutsche, Österreicher und Schweizer seit April 2025 für Namibia ein Visum brauchen. Wie sich Chobe mit Katima Mulilo und der Sambesi-Region verbinden lässt, steht auf der Seite Sambesi-Region (Caprivi) und Okavango.
Wann du fährst, und was du gegen Malaria tust
Die Elefanten sind am Fluss, wenn im Hinterland das Wasser fehlt. Die Tourismusbehörde nennt die trockenen Wintermonate von Mai bis August sowie September und Oktober als beste Zeit für Tierbeobachtung. In Kasane liegt das mittlere Tagesmaximum im Juli bei gut 26 Grad, nachts sind es um 8 Grad. Im Oktober steigt es auf fast 36 Grad.
Von November bis März regnet es, im Januar laut Klimatabelle über 190 Millimeter. Dann verteilen sich die Tiere, und die Pisten nach Savuti werden schwierig. Ein Teil der Zebras zieht laut dem Veranstalter Expert Africa ab Dezember vom Chobe Richtung Nxai Pan.
Kasane, die Riverfront und die Victoriafälle liegen im Gebiet mit ganzjährig hohem Malariarisiko. So stufen es Auswärtiges Amt und Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin 2026 ein und empfehlen Tabletten zusätzlich zum Mückenschutz. Für die südlichen Teile des Parks gilt ein saisonal hohes Risiko von September bis Mai, 2026 laut Auswärtigem Amt wegen des Klimas bis August. Die medizinische Versorgung in Kasane ist laut Auswärtigem Amt sehr eingeschränkt, es rät zu einer Versicherung, die den medizinischen Rücktransport abdeckt. Mehr auf der Seite Einreise, Malaria, Sicherheit, und vor der Abreise in der reisemedizinischen Beratung.
Euro-Beträge gerundet. Kurs: 1 € = 15,15 Pula (Kurs der Bank of Botswana vom 22.09.2026).
Häufige Fragen zum Chobe-Nationalpark
Braucht man für den Chobe-Nationalpark einen Allradwagen?
Ja. Die Tourismusbehörde Botswanas schreibt Allrad für alle Nationalparks vor, und im Chobe-Nationalpark führen die Pisten vor allem Richtung Savuti durch tiefen Sand. Nach Regen wird der schwarze Lehmboden dort unpassierbar.
Kostet eine Bootsfahrt auf dem Chobe Parkeintritt?
Ja. Die Bootsfahrten ab Kasane führen auf dem Chobe in den Nationalpark, deshalb wird nach Angaben von Reiseportalen auch hier die Parkgebühr fällig. Sie wird pro Person und Tag erhoben, genau wie bei einer Pirschfahrt im Geländewagen.
Wie groß ist der Chobe-Nationalpark?
Die Tourismusbehörde Botswanas und Wikidata nennen rund 11.700 Quadratkilometer, die deutsche Wikipedia 10.566 Quadratkilometer nach den Erweiterungen von 1980 und 1987. Auch beim Gründungsjahr gehen die Quellen auseinander, genannt werden 1960 für das Wildreservat sowie 1967 und 1968 für den Nationalpark.
Kann man von Kasane einen Tagesausflug zu den Victoriafällen machen?
Ja, das ist üblich. Von Kasane sind es je nach Quelle 70 bis 80 Kilometer über den Grenzposten Kazungula nach Simbabwe, mit Grenzformalitäten rechnen Anbieter mit anderthalb bis zwei Stunden pro Richtung.
Braucht man für den Chobe-Nationalpark Malariatabletten?
Nach Auswärtigem Amt und Deutscher Gesellschaft für Tropenmedizin besteht im Norden des Chobe-Distrikts einschließlich Kasane und Victoriafällen ganzjährig hohes Malariarisiko, empfohlen sind Tabletten plus Mückenschutz. Für den südlichen Teil des Parks gilt ein saisonal hohes Risiko. Kläre das vor der Reise in einer reisemedizinischen Beratung.
