Tansania · Insel

Safari und Sansibar

Morgens liegt noch Staub von der letzten Pirschfahrt auf der Reisetasche, am Airstrip wird sie gewogen. Am Nachmittag riecht die Luft nach Salz. Vor dem Bungalow liegt eine Lagune, und draußen am Riff brechen die Wellen.

Sansibar ist eine Inselgruppe vor der Küste Tansanias, die Hauptinsel heißt Unguja. Für Safarireisende ist die Insel die naheliegende Verlängerung. Aus der Serengeti und aus Arusha fliegen kleine Maschinen direkt an den Indischen Ozean, und dein Visum gilt für beide Landesteile. Ein paar Regeln sind aber anders als auf dem Festland, und die Strände unterscheiden sich stark, vor allem bei Ebbe.

Warum fast jeder nach der Safari ans Meer will

Eine Safari im Norden heißt: früh aufstehen, viele Stunden im Geländewagen, Staub, Schlaglöcher. Sansibar liegt dafür günstig. Du fährst nicht über Land zurück, sondern steigst in der Serengeti in den Buschflieger und landest am Nachmittag auf der Insel.

Der zweite Grund ist der Rückflug. Condor fliegt von Frankfurt nonstop nach Sansibar, und damit lässt sich die Reise so legen, dass du am Kilimandscharo ankommst, etwa mit Discover Airlines ab Frankfurt, und von der Insel nach Hause fliegst. Wie beliebt das ist, zeigt eine Zahl aus Wikipedia: 1985 kamen rund 19.000 Touristen nach Sansibar, 2025 waren es 917.000.

So kommst du auf die Insel

Mit dem Buschflieger aus der Serengeti oder Arusha

Auf der Strecke fliegen unter anderem Auric Air, Coastal Aviation, FlexFlight, Precision Air und Air Tanzania. Wie lange der Flug dauert, hängt an den Zwischenlandungen. Flugsuchmaschinen nennen für Seronera nach Sansibar nonstop etwa 1 Stunde 35 bis 1 Stunde 40, mit Stopp in Arusha rund 2 Stunden 50. Veranstalter schreiben „zwei bis drei Stunden“ oder „etwa drei Stunden einschließlich Transfers“. Von Arusha nach Sansibar zeigen Suchportale nonstop rund 1 Stunde 20. Alle Angaben Stand September 2026, Flugpläne ändern sich mit der Saison.

Im Buschflieger zählt das Gepäck. Veranstalter nennen 15 Kilogramm in weichen Taschen, Auric Air erlaubt laut eigenen Regeln 20 Kilogramm einschließlich Handgepäck und Kamera. Und alle tansanischen Fluggesellschaften stehen auf der EU-Liste der Betriebsuntersagungen, worauf das Auswärtige Amt hinweist.

Mit der Fähre ab Daressalam

Wer über Daressalam reist, nimmt die Schnellfähre von Azam Marine nach Stone Town. Nicht-Residenten zahlen laut Tarifseite des Betreibers 35 US-Dollar (rund 31 €) in der Economy (Kinder von 5 bis 11 Jahren 30 Dollar (rund 26 €)), 40 Dollar (rund 35 €) in der Business, 60 Dollar (rund 52 €) in der VIP-Klasse und 100 Dollar (rund 87 €) in der Royal-Klasse, jeweils mit 25 Kilogramm Freigepäck. Die Seite nennt kein Datum, abgerufen im September 2026. Die Überfahrt dauert nach Reiseberichten etwa 90 Minuten.

Auf dieser Strecke gab es mehrere schwere Fährunglücke, erinnert das Auswärtige Amt. Steig nicht in überfüllte Boote. Und fahr bei Sturm oder Gewitter nicht. Den Versicherungsnachweis für Sansibar wollen nach Angaben von Veranstaltern auch die Kontrollen im Hafen sehen.

Nonstop aus Deutschland und der Schweiz

Condor fliegt von Frankfurt nonstop nach Sansibar, im Sommer 2026 bis zu viermal pro Woche, im Winterflugplan 2026/27 dreimal (Stand September 2026). Die Flugzeit liegt bei neun bis elf Stunden. Discover Airlines bietet Frankfurt nach Sansibar saisonal an, Edelweiss saisonal ab Zürich.

Serengeti nach Sansibar
1,5 bis 3 hje nach Stopps, Such- und Veranstalterangaben 09/2026
Fähre Daressalam
ab 35 USD (rund 31 €)Economy, laut Azam Marine, abgerufen 09/2026
Pflichtversicherung
44 USD (rund 38 €)pro Erwachsenem, Stand 09/2026
Infrastrukturabgabe
1 bis 5 USD (rund 0,90 bis 4,40 €)pro Person und Nacht, Stand 09/2026
Stone Town
seit 2000UNESCO-Welterbe

Wie viele Tage Strand zur Safari passen

Veranstalter planen gern zehn Tage mit etwa sechs Safaritagen und drei bis vier Nächten auf Sansibar, andere Beispielreisen kommen mit Strand auf elf Tage. Drei Nächte reichen für einen Tag in Stone Town und einen Ausflug. Wie sich die Safaritage davor aufteilen lassen, steht auf der Seite zu den Routen für vier bis zehn Tage.

Was du vor der Einreise erledigen musst

Das tansanische E-Visum gilt auch für Sansibar, einen eigenen Antrag brauchst du nicht. Neu ist etwas anderes. Seit Oktober 2024 müssen alle Besucher eine Pflicht-Reiseversicherung der staatlichen Zanzibar Insurance Corporation (ZIC) abschließen. Sie gilt für bis zu 92 Tage und kostet laut Auswärtigem Amt 44 US-Dollar (rund 38 €) pro Person (Stand September 2026). Andere Policen werden nicht anerkannt, und ohne Nachweis kann die Einreise verweigert werden.

Bei Kindern widersprechen sich die Quellen. Das Auswärtige Amt nennt nur den Betrag pro Person. Zwei Veranstalter schreiben 22 Dollar (rund 19 €) für Kinder von 3 bis 17 Jahren, der eine lässt Kinder unter 3 Jahren frei, der andere nur Kinder unter 2 Jahren. Was für ein zweijähriges Kind gilt, bleibt damit offen.

AchtungDie Pflichtpolice ersetzt keine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport, das Auswärtige Amt rät zu beidem. Schließ die Sansibar-Versicherung vor dem Abflug ab und halte den Nachweis ausgedruckt und auf dem Handy bereit.

Im Hotel kommt die Infrastrukturabgabe dazu. Die Steuerbehörde Sansibars nennt 1 bis 5 US-Dollar (rund 0,90 bis 4,40 €) pro Person und Nacht, gestaffelt nach Sternen (Stand September 2026). Österreichs Außenministerium erwähnt, dass bei der Ausreise eine Ausreisesteuer verlangt werden kann.

Malaria ist auf Sansibar genauso ein Thema wie im Busch, das Auswärtige Amt schließt die Inseln ausdrücklich ins Hochrisikogebiet ein. Plastiktüten sind verboten und werden bei der Ankunft eingesammelt. Mehr dazu auf der Seite Einreise und Gesundheit.

Klima: wann Sansibar trocken ist

Warm ist es immer, die Tageshöchstwerte in Sansibar-Stadt liegen zwischen 29 und 33 Grad. Der Unterschied liegt im Regen. Trocken sind Juni bis Oktober sowie Januar und Februar, die große Regenzeit fällt auf März bis Mai. Im April fallen im Mittel über 400 Millimeter. Eine kleinere Regenzeit bringt November und Dezember Schauer.

MonatHöchstwert °CNiederschlag mmRegentage
Januar32,6745,6
Februar33,2513,6
März32,517711,0
April30,640917,5
Mai29,729813,8
Juni29,3525,3
Juli29,0314,3
August29,4386,0
September30,4375,1
Oktober31,21166,9
November31,020113,7
Dezember31,816812,2

Die Werte sind die Klimanormalen 1991 bis 2020 der Weltorganisation für Meteorologie für Sansibar-Stadt. Andere Tabellen weichen ab und kommen etwa für den April auf 357 Millimeter. Das Meer hat je nach Quelle im August 25 bis 25,5 Grad und zwischen Dezember und April bis 29,5 oder 30 Grad. Die Einzelheiten zum Festland stehen auf der Seite zur Reisezeit.

Kaskazi und Kusi: der Wind bestimmt die Ostküste

Zwei Monsunwinde prägen das Jahr. Der heiße Kaskazi weht aus Nordost, nach Angaben der Kiteschulen in Paje von Dezember bis März mit 12 bis 22 Knoten. Er spült an die Oststrände Seegras und trägt stellenweise Sand ab, vor allem an der Nordostseite der Michamvi-Halbinsel.

Der Kusi kommt aus Südost und ist stärker, 14 bis 25 Knoten laut Ion Club. Wann er aufhört, sagen die Schulen verschieden: Ion Club nennt Juni bis September, das Kite Centre Zanzibar Juni bis Oktober mit der Spitze im Juli und August. Wikipedia wiederum verbindet den Kusi mit dem Hauptregen von März bis Mai. Das passt zeitlich nicht zu den Angaben der Kiteschulen. Flaute herrscht laut Kite Centre von Mitte März bis Ende Mai und von Ende Oktober bis Anfang Dezember.

Paje ist deshalb das Zentrum der Kitesurfer. Die Lagune ist hüfttief, das Riff liegt etwa 1,5 Kilometer draußen. Bei Ebbe wird sie zu flach, gute Sessions gibt es bei mittlerem bis hohem Wasser.

Ebbe und Flut: warum das Meer an der Ostküste verschwindet

Zweimal am Tag kommt die Flut, im Abstand von gut zwölf Stunden. Der Tidenhub liegt bei drei bis vier Metern oder mehr. An der Ostküste läuft er über eine flache Lagune, die bis zum vorgelagerten Riff reicht. Bei Ebbe fällt sie trocken, und das Meer zieht sich um Paje und Jambiani mehr als einen Kilometer zurück. Die Quellen nennen 1 bis 1,5, 1 bis 2 oder schlicht „über einen Kilometer“, in der Chwaka Bay 1,5 bis 2 Kilometer. Schwimmen geht erst wieder mit auflaufendem Wasser.

Im Norden ist das anders. Laut einem Reiseführer spielen die Gezeiten in Nungwi und Kendwa kaum eine Rolle. An der Westseite von Nungwi weicht das Wasser nur rund 25 Meter zurück, an der Ostseite bis zu 500 Meter. In Kendwa kannst du den ganzen Tag baden. Eine andere Quelle nennt die Nordwestküste den einzigen Abschnitt, den die Gezeiten weitgehend verschonen.

Uneinig sind sich die Quellen bei zwei Orten dazwischen. Matemwe zählt ein Reiseveranstalter zu den Stränden mit geringem Gezeiteneinfluss, ein anderer nennt ihn unter den Oststränden, an denen bei Ebbe der Meeresboden freiliegt. Bei Kiwengwa ist es ähnlich: mal „mildere Gezeiten“, mal typischer Oststrand. Schau für diese beiden Orte in eine Gezeitentabelle, bevor du buchst.

Die Strände im Überblick

OrtLageCharakter
NungwiNordspitzeAm stärksten ausgebaut, Treffpunkt für Urlauber, Einheimische und Rucksackreisende. Westseite kaum Gezeiten.
KendwaNordwestenRuhiger und gehobener als Nungwi, weniger Touristen, ganztägig badefähig.
MatemweNordostenKleiner Ort, Boutique-Hotels und exklusive Anlagen, Mnemba liegt davor. Gezeiten je nach Quelle schwach oder deutlich.
KiwengwaOstenViele Resorts, familienfreundlich, ruhig. Gezeiten umstritten.
PajeSüdostenKitesurf-Zentrum, junges und geselliges Publikum, Seegrasfarmen seit 1989. Starke Ebbe.
JambianiSüdostenFischerdorf mit rund 7.000 Einwohnern (2012), der Alltag ist noch sichtbar. Starke Ebbe.
MichamviHalbinsel im SüdostenEinige der exklusivsten Hotels der Insel. Die Nordwestspitze schaut über die Chwaka Bay nach Westen, der einzige echte Sonnenuntergangsplatz der Ostküste. Flacher Strand, starke Gezeiten.

Stone Town, Kleidung und Ramadan

Die Altstadt von Sansibar-Stadt steht seit 2000 auf der Welterbeliste der UNESCO. Rund 98 Prozent der Menschen auf Sansibar sind Muslime.

Das britische Außenministerium schreibt, dass Frauen in kurzen Hosen oder ärmellosen Oberteilen abseits der Hotels, besonders in Stone Town, Anstoß erregen können. Die Behörden können für unpassende Kleidung in der Öffentlichkeit 700 US-Dollar (rund 610 €) Strafe oder mehr verlangen, von Guides mindestens 1.000 Dollar (rund 870 €) (Stand September 2026). Mit bedeckten Knien und Schultern gehst du dem Ärger aus dem Weg.

Im Ramadan isst und trinkst du nicht in der Öffentlichkeit, nur im Hotel oder Restaurant. 2027 beginnt der Fastenmonat voraussichtlich um den 8. Februar und endet um den 8. März, das Fest zum Fastenbrechen folgt um den 9. März. Das Datum hängt von der Mondsichtung ab und kann sich um ein bis zwei Tage verschieben (vorläufig, Stand September 2026).

Jozani-Wald und Mnemba

Der Jozani-Chwaka-Bay-Nationalpark ist der einzige Nationalpark auf Unguja, gegründet 2004 und etwa 50 Quadratkilometer groß. Hier leben die Roten Stummelaffen von Sansibar (Piliocolobus kirkii). Wie viele es sind, steht in zwei Wikipedia-Artikeln unterschiedlich. Der Artikel zum Park nennt rund 1.000 Tiere. Der Artikel zur Insel schreibt von „vielleicht nur 1.500“, davon etwa ein Drittel im Jozani-Wald.

Mnemba ist eine Privatinsel von rund 500 Metern Durchmesser, etwa drei Kilometer vor der Nordostküste. Nur Hotelgäste dürfen anlanden. Rundherum gilt eine Sperrzone von 500 Metern. Das Wasser ringsum gehört zum Meeresschutzgebiet Mnemba Island Marine Conservation Area. Gezählt wurden dort etwa 600 Arten von Rifffischen und drei Delfinarten, Walhaie kommen vor, und Grüne Meeresschildkröten legen von Februar bis September ihre Eier ab.

Sicherheit am Strand

Die politische Lage auf Sansibar ist laut Auswärtigem Amt stabil (Stand September 2026). Die Kriminalität ist es nicht. Das Amt nennt Sansibar unter den Orten, an denen Reisende entführt und zum Geldautomaten gezwungen werden. Geh nachts nicht zu Fuß, auch nicht am Strand. Österreichs Außenministerium rät zusätzlich, einsame Strände abseits der Hotels auch tagsüber zu meiden. Nach den Unruhen um die Wahl im Oktober 2025 schließt das Amt Einschränkungen im Flug- und Fährverkehr nach Sansibar nicht aus. Die Einzelheiten stehen auf der Seite Einreise, Gesundheit und Sicherheit.

Unser TippWenn du zu jeder Tageszeit schwimmen willst, buch im Norden, in Kendwa oder auf der Westseite von Nungwi. An der Ostküste hilft die Gezeitentabelle. Fällt das Niedrigwasser auf den Mittag, badest du morgens und am späten Nachmittag.

Euro-Beträge gerundet. Kurs: 1 € = 1,15 US-Dollar (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026).

Häufige Fragen zu Safari und Sansibar

Wie kommt man von der Serengeti nach Sansibar?

Von den Pisten in der Serengeti fliegen kleine Maschinen tansanischer Buschfluggesellschaften nach Sansibar, teils direkt, teils mit Zwischenlandung in Arusha. Veranstalter rechnen je nach Route mit zwei bis drei Stunden einschließlich Stopps, und im Buschflieger sind nur weiche Taschen erlaubt.

Braucht man für Sansibar ein eigenes Visum?

Nein. Das tansanische E-Visum gilt für das Festland und Sansibar gemeinsam. Für Sansibar kommt aber seit Oktober 2024 eine Pflicht-Reiseversicherung der staatlichen Zanzibar Insurance Corporation dazu, die keine andere Police ersetzt.

An welchem Strand auf Sansibar stört die Ebbe am wenigsten?

Im Norden, vor allem in Kendwa und auf der Westseite von Nungwi, lässt sich laut Reiseführern über den ganzen Tag baden. An der Ostküste um Paje und Jambiani zieht sich das Meer bei Ebbe weit zurück, oft mehr als einen Kilometer.

Wann ist die beste Reisezeit für Sansibar?

Am trockensten ist Sansibar von Juni bis Oktober sowie im Januar und Februar. Die große Regenzeit fällt auf März bis Mai mit dem meisten Regen im April, eine kleinere auf November und Dezember.

Wie viele Tage Sansibar hängt man an eine Safari an?

Veranstalterbeispiele kombinieren etwa sechs Safaritage mit drei bis vier Nächten auf Sansibar. Drei Nächte reichen für einen Tag in Stone Town und einen Ausflug.