Botswana lässt Selbstfahrer tief in die großen Schutzgebiete. Du fährst mit dem eigenen Allradwagen durch Moremi, Savuti und die Kalahari und schläfst auf Campsites ohne Zaun. Dafür verlangt das Land einiges: Vorlauf bei der Buchung, Wasser und Diesel für Tage ohne Versorgung, und Ruhe, wenn nachts etwas Großes am Auto vorbeigeht. Wer das mitbringt, sieht dieselben Tiere wie die Lodgegäste und zahlt deutlich weniger.
- Parkgebühr
- BWP 270 (rund 18 €)Chobe und Moremi, pro Person und Tag, Stand 09/2026
- Andere Parks
- BWP 190 (rund 13 €)pro Person und Tag, Stand 09/2026
- Wasser
- 20 Literpro Person, Minimum laut Tourismusbehörde
- Treibstoff
- 100 LiterReserve laut Tourismusbehörde
- Tempo im Park
- 40 km/hauf Asphalt sonst bis 120
Wo Allrad Pflicht ist
Die Tourismusbehörde formuliert es ohne Spielraum: Allrad ist in den Nationalparks und Reservaten vorgeschrieben, ebenso in abgelegenen Gebieten. Die meisten Hauptstraßen sind asphaltiert, dort reicht jedes Auto. Aber schon die letzten Kilometer zu den Toren von Moremi, Savuti oder dem Central Kalahari Game Reserve sind Sandpiste.
Tiefsand, Salzpfannen und Wasserdurchfahrten
Die Behörde spricht von „heavy sand“. Ein Veranstalter rät, den Reifendruck im Tiefsand auf 1,6 bis 1,8 bar zu senken, und zwischen Khwai und Savuti führt die Route über einen langen Sandrücken am Rand der Mababe-Senke. Rund um Savuti liegt außerdem schwarzer Tonboden (black cotton soil), der nach Regen laut englischer Wikipedia unpassierbar wird.
Auf den Salzpfannen von Makgadikgadi droht etwas anderes. Nach Regen fährst du nie auf eine Pfanne, darin sind sich die Anbieter einig, sonst sitzt der Wagen fest. Mehr zu den Pfannen steht unter Kalahari und Salzpfannen.
In Moremi kommt Wasser dazu. Wie tief die Durchfahrten sind, ändert sich von Jahr zu Jahr, ein Brennpunkt ist die Gegend um Third Bridge. Bei Hochwasser brauchst du laut englischer Wikipedia einen Schnorchel am Fahrzeug und Bergeausrüstung. Lies vorher, was deine Mietbedingungen zu Wasserdurchfahrten sagen. In der Regenzeit von Dezember bis März nennt ein Veranstalter die Pisten in Moremi überflutet und unpassierbar, er empfiehlt Mai bis November.
AchtungNach einer der stärksten Fluten seit Jahrzehnten war das Moremi-Wildreservat im März 2026 gesperrt. Seit dem 13. April 2026 ist es eingeschränkt offen, Third Bridge und die Strecke zwischen Khwai und Xakanaxa waren danach gesperrt, zwischen Khwai und South Gate galt die Piste als schwierig. Ob Third Bridge inzwischen wieder offen ist, hat keine amtliche Stelle bestätigt. Frag beim Campsite-Betreiber nach, bevor du die Route festlegst.
Was mit muss: Wasser, Diesel, Ersatzrad, Telefon
In den Parks gibt es kein Wasser zu kaufen, keinen Treibstoff und keine Lebensmittel. Die Tourismusbehörde rät zu mindestens 20 Litern Wasser pro Person, in Wüstengebieten zu 50 bis 100 Litern. Beim Treibstoff nennt sie mindestens 100 Liter in Langstreckentanks oder Metallkanistern. Ein Veranstalter hat auf der Parkroute von Maun nach Kasane nachgerechnet: 976 Kilometer zwischen zwei Tankstellen, rund 114 Liter Diesel. Tank in Maun oder Kasane voll, bevor du in die Parks fährst.
Ersatzteile und mindestens ein Ersatzrad verlangt die Behörde ebenfalls. Handynetz gibt es in den größeren Orten und auf Teilen der Fernstraßen, auf den Campsites von SKL Camps in Khwai und Savuti ausdrücklich kein Telefon und kein Internet. Ein Satellitentelefon kannst du beim Vermieter Bushlore für N$ 120 (rund 6,40 €) pro Tag dazumieten (Tarif 2026). Die Notrufnummern laut österreichischem Außenministerium: Polizei 999, Ambulanz 997.
Ärztliche Hilfe ist weit weg. Selbst in Maun und Kasane ist die Versorgung laut Auswärtigem Amt „nur sehr eingeschränkt“, das Amt rät zu einer Versicherung, die die Evakuierung abdeckt. Mehr dazu unter Einreise, Malaria, Sicherheit.
Nachts ohne Zaun: Campsites und Wildtiere
Die Campsites in Parks und Reservaten sind laut Tourismusbehörde in der Regel nicht eingezäunt. SKL Camps schreibt es direkter: Wildtiere können auf den Platz kommen, bleib aufmerksam. Die Regeln der Behörde:
- Schlaf immer im Zelt, Dachzelt oder Auto und schließ das Zelt gut.
- Stell dich nicht auf einen Wildwechsel, besonders nicht auf Pfade von Elefanten und Flusspferden.
- Bade nicht in stehendem Wasser und trink nicht daraus. Im Okavango nicht schwimmen, dort leben Krokodile und Flusspferde.
- Lass Kinder nie aus den Augen und nie im Freien schlafen.
- Geh nicht ohne ausgebildeten Guide in den Busch.
Auf der Pirschfahrt gilt: Großwild langsam anfahren und bei Warnzeichen weiterfahren, etwa wenn ein Elefant frontal steht und die Ohren spreizt. Schneid einem Tier nie den Fluchtweg ab. Aussteigen darfst du laut Anbieterangaben nur an ausgewiesenen Stellen, und bis zum Torschluss bist du aus dem Park oder auf deinem Campsite. Die Tore öffnen von April bis September um 6 Uhr und schließen um 18:30 Uhr, von Oktober bis März gilt 5:30 bis 19 Uhr.
Campsites buchen: bei den Betreibern, und früh
Die Parkbehörde DWNP hat die Campsites an private Firmen vergeben. Kwalate Safaris betreibt South Gate und Xakanaxa in Moremi und Ihaha am Chobe-Fluss, SKL Camps Khwai (North Gate), Savuti und Linyanti. Xomae hat Third Bridge, Nxai Pan South Camp und Baines' Baobabs, Bigfoot viele Plätze in der Zentralkalahari. Du buchst beim Betreiber, die Parkgebühren zahlst du getrennt an die DWNP.
Ohne Reservierung kommst du nach Angaben mehrerer Anbieter gar nicht erst in den Park. Beim Vorlauf reichen die Angaben von „drei Monate und mehr“ in einem Reiseblog bis zu sechs bis acht Monaten für Xakanaxa und North Gate zwischen Juni und Oktober.
Die Preise stehen meist nur in undatierten Listen. SKL Camps nennt auf der eigenen Website 20 bis 50 US-Dollar (rund 17 bis 44 €) pro Person und Nacht (Stand September 2026).
Parkgebühren und die ungeklärte Fahrzeuggebühr
Seit dem 1. April 2022 zahlen ausländische Besucher in Chobe und Moremi BWP 270 (rund 18 €) pro Person und Tag, in den übrigen Parks und Reservaten BWP 190 (rund 13 €; Stand September 2026). Die für den 1. April 2026 geplante Erhöhung auf BWP 500 (rund 33 €) hat das Ministerium am 31. März 2026 verschoben, laut Presse um zwei Jahre. Nach Angaben eines Anbieters zählt jeder angefangene Tag, auch der Abreisetag: Drei Nächte im Park kosten also vier Tagesgebühren.
Beim Fahrzeug wird es unübersichtlich. Für ein ausländisch zugelassenes Auto unter 3,5 Tonnen nennen die Quellen drei verschiedene Tagessätze.
| Quelle | Gebühr pro Tag |
|---|---|
| Ältere Tabelle der Parkbehörde (vor 2022) | BWP 50 (rund 3,30 €) |
| Anbieterseite zu Moremi (Juli 2026) | BWP 75 (rund 5,00 €) |
| Zwei Anbieter und ein Reiseportal (bis Juli 2026) | BWP 115 (rund 7,60 €) |
Ein Mietwagen mit botswanischem Kennzeichen fällt in die günstigere Klasse für lokal zugelassene Wagen, das zeigen alle Tabellen gleich. Zahlen kannst du laut einem Anbieter bar am Tor oder vorab mit Karte im DWNP-Büro in Maun. Was eine ganze Tour kostet, steht unter Was Botswana kostet.
Mietwagen ab Maun, Kasane, Windhoek oder Johannesburg
Die Mietpreise stammen aus der Tarifliste 2026 von Bushlore mit Depots in Windhoek, Maun, Kasane und Johannesburg. Ein Toyota Hilux mit Dachzelt für zwei kostet dort bei 8 bis 15 Tagen Miete N$ 2.555 (rund 140 €) pro Tag in der Nebensaison und N$ 4.090 (rund 220 €) in der Spitze vom 20. Juli bis 15. August. Die Mindestmiete sind acht Tage (alles Stand 2026).
Wer in Maun oder Kasane abholt, zahlt eine Depotgebühr von R 8.000 bis 8.300 (rund 430 bis 450 €), in Windhoek und Johannesburg fällt sie weg. Die Einwegmiete von Windhoek nach Maun kostet N$ 12.000 (rund 640 €), die Grenzerlaubnis N$ 800 (rund 43 €). Für Einwegmieten ab Johannesburg nennt eine Tabelle für 2027 Zuschläge um 10.500, ohne Währung. Bushlore warnt außerdem vor Ärger mit Einfuhrpapieren, wenn ein südafrikanisches oder namibisches Auto in Simbabwe oder Sambia abgeholt oder abgegeben wird. Wie Vermieter in Namibia rechnen, steht unter Mietwagen, Pisten und Dachzelt.
Mit dem Fahrzeug über die Grenze
Für Autos aus Namibia oder Südafrika brauchst du kein Carnet, denn beide gehören mit Botswana zur Zollunion. Das schreibt die Tourismusbehörde, das österreichische Außenministerium nennt das Carnet dagegen pauschal. Der Vermieter braucht laut einer Übersicht zu Europcar 48 bis 72 Stunden Vorlauf und gibt dir eine Vollmacht (Letter of Authority) und eine beglaubigte Kopie der Zulassung mit.
An der Grenze schließt du eine Haftpflichtversicherung ab und zahlst eine Straßenabgabe (Road Fund). Die Beträge stammen von Anbietern und passen nicht zusammen. Drive South Africa nennt P100 (rund 6,60 €) für die Einfuhrgenehmigung, P50 (rund 3,30 €) Road Fund und P50 (rund 3,30 €) Versicherung, als Budget P200 bis P400 (rund 13 bis 26 €) pro Einreise. Der Vermittler Bwana Tucke-Tucke kommt auf rund 215 Pula (etwa 14 €), davon 150 Pula (rund 9,90 €) für die Haftpflicht, und schreibt, Namibia-Dollar würden angenommen. Nach einer weiteren Angabe ist die Einfuhrgenehmigung sogar kostenlos (alles Stand 2026). Nimm Bargeld mit, an abgelegenen Posten wird laut Drive South Africa nur bar kassiert.
Beim Führerschein reicht dem Auswärtigen Amt der internationale zusammen mit dem deutschen oder eine amtliche englische Übersetzung. Die Tourismusbehörde widerspricht sich auf zwei eigenen Seiten, also nimm den internationalen mit. Und plan die Öffnungszeiten ein: Ngoma schließt um 18 Uhr, Mohembo ebenso, Kazungula Road nach Simbabwe um 20 Uhr, Mamuno an der Trans-Kalahari-Route um Mitternacht.
Asphalt, Tempo und Tiere in der Nacht
Zwischen den Parks fährst du auf Asphalt, von Kazungula über Pandamatenga rund 300 Kilometer nach Nata, von dort weitere 300 über Gweta nach Maun. Erlaubt sind 120 km/h, in Ortschaften 60. Wer am Steuer telefoniert, zahlt P300 (rund 20 €) Strafe.
Fahr nicht nach Einbruch der Dunkelheit über Land. Das Auswärtige Amt nennt das Unfallrisiko dann „extrem hoch“: Wildtiere, freilaufende Rinder und Esel und Fahrzeuge ohne Licht stehen auf der Fahrbahn. Plan die Etappen so, dass du vor Sonnenuntergang ankommst.
Für wen sich das lohnt
Die Parkroute von Maun nach Kasane ist direkt rund 395 Kilometer lang, ein Reiseportal kommt über Savuti und Khwai auf etwa 600. Empfohlen werden mindestens fünf Tage. Das passt für alle, die schon Sand unter den Rädern hatten, ein halbes Jahr im Voraus buchen und ein paar Nächte ohne Netz aushalten. Wer zum ersten Mal Allrad fährt oder nur eine Woche hat, ist mit einer mobilen Safari besser dran, bei der ein Guide fährt und du trotzdem auf denselben Campsites schläfst. Routen für beide Varianten stehen unter Botswana-Rundreise: Selbstfahrer und Fly-in.
Euro-Beträge gerundet. Kurse: 1 € = 1,15 US-Dollar = 18,62 Rand (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026), 1 € = 15,15 Pula (Kurs der Bank of Botswana vom 22.09.2026). Der Namibia-Dollar ist 1:1 an den Rand gebunden.
Häufige Fragen für Selbstfahrer in Botswana
Braucht man in Botswana einen Allradwagen?
In den Nationalparks und Reservaten und in abgelegenen Gebieten ja, das schreibt die Tourismusbehörde Botswanas vor. Die Pisten in Moremi, Chobe und der Kalahari führen durch tiefen Sand, in Moremi auch durch Wasser. Die Hauptstraßen zwischen den Orten sind dagegen meist asphaltiert.
Kommt man ohne Campsite-Buchung in den Moremi- oder Chobe-Park?
Nach Angaben mehrerer Anbieter nicht: Wer in Moremi oder Chobe übernachten will, braucht eine gültige Reservierung bei einem der privaten Campsite-Betreiber, sonst wird er am Tor abgewiesen. Beliebte Plätze sind oft Monate im Voraus ausgebucht.
Sind die Campsites in Botswanas Nationalparks eingezäunt?
Nein. Laut Tourismusbehörde sind die Campsites in Parks und Reservaten in der Regel nicht eingezäunt, Wildtiere können jederzeit auf den Platz kommen. Geschlafen wird im Zelt, Dachzelt oder Auto, nie im Freien und nie auf einem Wildwechsel.
Wie viel Wasser und Treibstoff braucht man für eine Selbstfahrer-Tour in Botswana?
Die Tourismusbehörde Botswanas nennt mindestens 20 Liter Wasser pro Person, in Wüstengebieten 50 bis 100 Liter, und rund 100 Liter Treibstoff als Reserve in Langstreckentanks oder Kanistern. In den Parks gibt es weder Tankstellen noch Läden.
Darf man mit einem Mietwagen aus Namibia oder Südafrika nach Botswana fahren?
Ja, wenn der Vermieter zustimmt, eine Vollmacht und eine beglaubigte Kopie der Zulassung ausstellt und die Grenzgebühr bezahlt ist. Ein Carnet braucht ein Auto aus Namibia oder Südafrika laut Tourismusbehörde nicht, an der Grenze fallen aber Straßenabgabe und Haftpflichtversicherung an.
