Moremi ist das Schutzgebiet im Okavango-Delta, das du mit dem eigenen Wagen befahren kannst. Ins innere Delta kommst du laut UNESCO nur per Flugzeug. Hier dagegen führen Sandpisten zu vier Campingbereichen, und die BTO nennt Moremi ein Spitzenziel für Selbstfahrer mit Zelt. Wer nicht selbst fährt, kommt mit einer mobilen Safari. Ohne gebuchten Campsite kommst du nach Anbieterangaben nicht durchs Tor. Und seit der Flut 2026 sind nicht alle Strecken wieder offen.
Wie groß, seit wann, wo im Delta
Bei der Fläche gehen die Quellen weit auseinander. Die deutsche Wikipedia nennt 4.871 Quadratkilometer, die englische „knapp unter 5.000“. Die Tourismusbehörde Botswanas (BTO) schreibt von rund 3.900. Nur etwa 30 Prozent sind laut englischer Wikipedia festes Land.
Das Reservat umfasst die Moremi-Zunge (Moremi Tongue) und Chief's Island. Ausgerufen wurde es 1963 auf Betreiben von Frau Moremi, der Witwe von Chief Moremi III. der Batawana; Chief's Island, früher königliches Jagdgebiet, kam in den 1970er Jahren dazu. Warum Wildreservat und nicht Nationalpark? Laut englischer Wikipedia, damit die BaSarwa dort bleiben durften.
Für die BTO ist Moremi das einzige offiziell geschützte Gebiet des Deltas. Der Rest besteht aus Wildlife Management Areas und Konzessionen, die Community Trusts oder private Firmen führen. Etwa 40 Prozent der Welterbefläche liegen laut UNESCO in Moremi. Mehr zum Delta insgesamt und zu Fly-in-Camps auf der Seite Okavango-Delta.
- Fläche
- 3.900 bis 5.000 km²je nach Quelle
- Gegründet
- 1963auf Initiative der Batawana
- Tagesgebühr
- BWP 270 (rund 18 €)pro Person, Nicht-Residenten, Stand 09/2026
- Maun bis South Gate
- 92 kmdavon 52 km Piste, laut Reiseportal
- Tore
- 2South Gate und North Gate (Khwai)
Tore, Wege und Fahrzeiten
Moremi hat zwei Tore. Das South Gate, auch Maqwee genannt, erreichst du von Maun aus: laut dem Reiseportal Ostrich Trails 92 Kilometer, davon 40 auf Teer und 52 auf Piste, rund zwei Stunden. Ein Reiseblog rechnet mit 84 Kilometern und drei Stunden. Das North Gate liegt beim Dorf Khwai am Khwai-Fluss. Von dort geht es weiter Richtung Savuti und Chobe.
Geöffnet sind beide Tore nach Angaben von zwei Portalen von April bis September zwischen 6 und 18.30 Uhr, von Oktober bis März zwischen 5.30 und 19 Uhr. Nach Torschluss fährst du nicht mehr, du bist dann auf deinem Campsite.
Kurz sind die Fahrzeiten nicht. Ostrich Trails nennt vom South Gate nach Third Bridge 58 Kilometer in drei bis dreieinhalb Stunden, zum Campsite Xakanaxa 42 Kilometer in etwa zweieinhalb, von Xakanaxa zum North Gate 45 Kilometer. Ein anderer Blog kommt für Xakanaxa bis Khwai auf 70 Kilometer und drei Stunden. Plan pro Tag eine Etappe und die Pirsch unterwegs, nicht mehr. Im Park gelten laut BTO 40 km/h.
Campsites und wer sie betreibt
Zelten darfst du laut englischer Wikipedia nur an vier Stellen: South Gate, Third Bridge, Xakanaxa und Khwai. Die Parkbehörde DWNP hat die Plätze an private Betreiber vergeben. Die Zuordnung stammt von Veranstaltern und Reiseportalen, nicht von der Parkbehörde.
| Bereich | Betreiber | Charakter | Stand 2026 |
|---|---|---|---|
| South Gate (Maqwee) | Kwalate Safaris | Am Südtor, erster oder letzter Platz auf der Route ab Maun | nach der Flut wieder erreichbar, Strecke nach Xakanaxa im April befahrbar |
| Xakanaxa | Kwalate Safaris | Mitte der Route zwischen den Toren; Juni bis Oktober laut Anbieterseite Monate vorher ausgebucht | ab South Gate erreichbar, Verbindung nach Khwai im April gesperrt |
| Third Bridge | Xomae Group | Am Sekiri River mit Papyrus, sehr sandig, 9 oder 10 Stellplätze je nach Quelle | nach der Flut geschlossen, Wiedereröffnung nicht bestätigt |
| North Gate (Khwai) | SKL Camps | Am Nordtor beim Dorf Khwai, Ausgangspunkt Richtung Savuti; kein Zaun, kein Treibstoff, kein Telefon | Strecke nach Xakanaxa im April gesperrt, nach South Gate schwierig |
| Khwai, außerhalb des Reservats | Khwai Community Trust (Mogotho) | Gemeindegebiet jenseits der Reservatsgrenze | beim Trust erfragen |
Was eine Nacht kostet, lässt sich nur mit Vorbehalt sagen. Die undatierte Übersicht nennt bei Kwalate 40 US-Dollar (rund 35 €) und bei SKL 50 US-Dollar (rund 44 €) pro Erwachsenem und Nacht. Für Third Bridge gibt moremipark.com 561 Pula (rund 37 €) pro Person an, aus dem Xomae-Tarif 2023/24. Frag den aktuellen Preis beim Betreiber ab. Die Parkgebühr ist darin nicht enthalten.
Gebucht wird direkt bei Kwalate, Xomae oder SKL. Ein Reiseblog nennt das einen „sehr manuellen Vorgang“ und rät zu mindestens drei Monaten Vorlauf; für Xakanaxa und North Gate in der Hochsaison schreibt moremipark.com von sechs bis acht Monaten. Stornieren ist teuer.
Die Plätze sind nicht eingezäunt. Die BTO rät, im Zelt, Dachzelt oder Wagen zu schlafen und das Zelt nie auf einem Wildwechsel aufzustellen, besonders nicht auf Pfaden von Elefanten und Flusspferden.
Gebühren: 270 Pula pro Tag, und der Abreisetag zählt mit
Die Parkgebühr geht an die DWNP, getrennt vom Campsite. Seit dem 1. April 2022 zahlen Nicht-Residenten in Moremi und Chobe BWP 270 (rund 18 €) pro Person und Tag, in anderen Parks BWP 190 (rund 13 €), so berichtete es damals die Fachpresse (Stand September 2026). Für 1. April 2026 war eine Erhöhung auf BWP 500 (rund 33 €) geplant. Am 31. März 2026 wurde sie verschoben, laut Presse um zwei Jahre.
Nach Angaben eines Anbieters zählt jeder angefangene Tag, auch der Abreisetag. Drei Nächte im Reservat kosten also vier Tagesgebühren. Kinder unter acht zahlen nichts, ab acht die Hälfte; ob bis 15 oder bis 17 Jahre, geben die Portale verschieden an.
Dazu kommt eine Tagesgebühr fürs Fahrzeug, für ausländisch zugelassene Wagen unter 3,5 Tonnen laut den Quellen BWP 50, 75 oder 115 (rund 3,30, 5,00 oder 7,60 €). Mit botswanischem Kennzeichen zahlst du weniger. Bezahlt wird laut moremipark.com bar am Tor oder vorab mit Karte im DWNP-Büro in Maun. Was das über eine ganze Reise ausmacht, steht auf der Seite Was Botswana kostet.
Pisten, Sand und Wasserdurchfahrten
Allrad ist laut BTO in allen Parks Pflicht. In Moremi fährst du durch tiefen Sand, ein Anbieter rät, den Reifendruck dort auf 1,6 bis 1,8 bar zu senken. Die Brücken tragen laut Ostrich Trails nur Fahrzeuge unter fünf Tonnen. Die Holzbrücke bei Third Bridge ist in der Regenzeit oft kaputt.
Steht das Wasser hoch, liegen Pisten unter Wasser. Die englische Wikipedia empfiehlt dann einen Schnorchel am Wagen und Bergeausrüstung. Lies im Mietvertrag nach, ob Wasserdurchfahrten versichert sind. Welche Furten wie tief sind, ändert sich von Jahr zu Jahr; ein Anbieter nennt Third Bridge den Brennpunkt. Die Strecke Xakanaxa bis North Gate kann bei Flut ohne Vorwarnung gesperrt sein.
Diesel und Wasser gibt es im Reservat nicht, Handynetz auf den SKL-Plätzen auch nicht. Tank vorher voll, in Maun. Ausrüstung, Mietwagen und Dachzelt behandelt die Seite Selbstfahrer in Botswana.
Die Flut 2026: was gesperrt war
2026 brachte eine der größten Fluten im Okavango seit Jahrzehnten. Gemeldet wurden über 1.000 Millimeter Regen, sonst sind es in Maun rund 450 im Jahr.
- März 2026: Moremi wegen Überschwemmung gesperrt. Ein Reiseblog meldete am 20. März, dass zwischen Shorobe und Sankoyo Fahrzeuge steckenblieben und die Strecken Xakanaxa bis Third Bridge und Third Bridge bis South Gate großflächig unter Wasser standen.
- 13. April 2026: eingeschränkte Wiedereröffnung. Third Bridge blieb zu, Khwai bis Xakanaxa war nicht befahrbar, Khwai bis South Gate schwierig, South Gate bis Xakanaxa befahrbar (Getaway, 16. April).
- Anfang September 2026: moremipark.com findet keine Bestätigung, dass Third Bridge wieder offen ist, und rät, bei Xomae nachzufragen.
AchtungPlan keine Route durch Moremi nach dem Stand vom Frühjahr 2026. Frag vor der Reise bei den Campsite-Betreibern und beim DWNP-Büro in Maun nach, welche Strecken offen sind, besonders Third Bridge und die Verbindung Khwai bis Xakanaxa. Ist die Nordroute zu, fährst du von Maun zum South Gate und denselben Weg zurück, oder über Maun nach Khwai.
Tiere und Vögel
Die BTO beschreibt Wasserläufe, Lagunen, Pfannen, Grasland und Wald, saisonale und dauerhafte Überschwemmungsebenen, und zählt über 400 Vogelarten. Alle großen Pflanzen- und Fleischfresser der Region kämen vor. Schwarze und weiße Nashörner seien „kürzlich“ wieder angesiedelt, schreibt sie. Der Text stammt aber von etwa 2021.
Die englische Wikipedia zeichnet ein anderes Bild: 2019 lebten rund 150 Nashörner im nördlichen Delta, 2020 und 2021 wurden 92 gewildert, die übrigen 40 umgesiedelt. Rechne in Moremi nicht mit Nashörnern. Elefanten und Flusspferde begegnen dir dagegen auch am Campsite, darauf zielen die Regeln der BTO.
Reisezeit: trocken, kühl, voll gebucht
Für Tierbeobachtung nennt die BTO den trockenen Winter von Mai bis August und dazu September und Oktober. Die englische Wikipedia setzt für Moremi Juli bis Oktober an. Dann trocknen die Regenpfannen aus, und die Tiere ziehen ans Wasser.
Ausgerechnet in dieser Zeit steht die Okavango-Flut am höchsten, laut Wikipedia zwischen Juni und August. Mehr Wasserdurchfahrten also. In Maun fallen die Nächte im Juni und Juli im Mittel auf gut 6 Grad, im Oktober steigt das Tagesmittel der Höchstwerte auf fast 35 Grad. Von Dezember bis März regnet es, Pisten in Moremi sind laut Ostrich Trails dann oft überflutet und unpassierbar. Monat für Monat auf der Seite Reisezeit, Flut und Green Season.
Malaria
Moremi gehört laut Auswärtigem Amt und Deutscher Gesellschaft für Tropenmedizin zu den Gebieten mit saisonal hohem Risiko von September bis Mai, dann werden Tabletten empfohlen. Juni bis August: mittleres Risiko. 2026 empfiehlt das Auswärtige Amt die Tabletten wegen des Klimas bis August. Andere Quellen weichen ab. Österreichs Außenministerium nennt für das hohe Risiko die Monate November bis Juni, die BTO spricht von November bis April. Lass dich vor der Reise reisemedizinisch beraten und lies die Hinweise auf der Seite Einreise, Malaria, Sicherheit.
Selbst fahren oder mobile Safari
Die klassische Route führt von Maun über South Gate, Xakanaxa und Khwai nach Savuti und weiter nach Kasane am Chobe-Nationalpark. Für die direkte Strecke durch die Parks, rund 395 Kilometer, empfiehlt ein Reiseblog mindestens fünf Tage. Routen mit Nächten und Etappen findest du auf der Seite Botswana-Rundreise.
Wer nicht selbst durch den Sand will, bucht eine mobile Safari: Ein Veranstalter baut das Camp auf, fährt und kocht. Ein Anbieter nennt für fünf Tage in Moremi 1.000 bis 1.750 US-Dollar (rund 870 bis 1.550 €) pro Person, das Datum der Angabe ist unklar. Auch er braucht gebuchte Plätze und offene Pisten.
Euro-Beträge gerundet. Kurse: 1 € = 1,15 US-Dollar (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026), 1 € = 15,15 Pula (Kurs der Bank of Botswana vom 22.09.2026).
Häufige Fragen zu Moremi
Kann man ins Moremi-Wildreservat fahren, ohne einen Campsite gebucht zu haben?
Nach Angaben von Anbietern nicht: Am Tor von Moremi wird eine gültige Campsite-Reservierung verlangt. Buch die Plätze bei den privaten Betreibern, für Juni bis Oktober Monate im Voraus.
Ist Third Bridge in Moremi nach der Flut 2026 wieder offen?
Das ist nicht bestätigt. Als Moremi am 13. April 2026 nach der Überschwemmung teilweise wieder öffnete, blieb Third Bridge gesperrt. Anfang September 2026 war eine Wiedereröffnung nicht bestätigt. Frag vor der Planung direkt beim Betreiber Xomae nach.
Wie wird die Parkgebühr in Moremi berechnet?
Die Parkgebühr für Moremi zahlst du pro Person und Tag an die Parkbehörde DWNP, unabhängig vom Campsite-Preis und von der Fahrzeuggebühr. Nach Anbieterangaben zählt jeder angefangene Tag einschließlich des Abreisetags, drei Nächte ergeben also vier Tagesgebühren. Moremi und Chobe liegen in der teureren Stufe.
Braucht man für Moremi einen Allradwagen mit Schnorchel?
Allrad ist in Botswanas Parks laut Tourismusbehörde Pflicht. Einen Schnorchel empfiehlt die englische Wikipedia für die Wasserdurchfahrten, wenn in Moremi Hochwasser steht. Prüf außerdem, ob dein Mietvertrag Wasserdurchfahrten überhaupt abdeckt.
Wann ist die beste Reisezeit für Moremi?
Für Tierbeobachtung nennt die Tourismusbehörde Botswanas die Trockenzeit von Mai bis Oktober, die englische Wikipedia für Moremi Juli bis Oktober. In der Regenzeit von Dezember bis März sind Pisten in Moremi nach Anbieterangaben oft überflutet und unpassierbar.
