Warum so viele ihre erste Safari in Tansania machen
Die Nationalparkbehörde TANAPA verwaltet 21 Nationalparks mit zusammen 97.078 Quadratkilometern. Das sind laut ihrem Handbuch von Oktober 2024 10,3 Prozent der Landesfläche. Und das ist nur ein Teil der Schutzgebiete: Das Ngorongoro-Schutzgebiet hat eine eigene Behörde, dazu kommen Wildreservate wie Grumeti, Maswa und der Rest des alten Selous.
Der bekannteste Grund heißt Große Tierwanderung (Great Migration). Gnus und Zebras ziehen im Kreis zwischen der südlichen Serengeti und der Masai Mara in Kenia, immer dem Regen hinterher. Wie viele Gnus es sind, ist offen. Luftzählungen kommen auf rund 1,3 Millionen, andere Quellen nennen bis zu zwei Millionen und mehr, eine Satellitenzählung von 2025 dagegen fand im August 2022 und 2023 weniger als 600.000 Tiere. Die Studienleiterin betont, das beweise keinen Rückgang, die Methoden lieferten schlicht verschiedene Ergebnisse.
Dann der Ngorongoro-Krater. Rund 610 Meter tiefer als der Rand liegt sein Boden, etwa 260 Quadratkilometer groß laut Schutzgebietsbehörde (die deutsche Wikipedia nennt 264). Dort unten leben nach Angaben der Behörde und der UNESCO rund 25.000 Großtiere.
Und Tansania lässt sich kombinieren. Nach der Safari fliegst du in anderthalb bis drei Stunden nach Sansibar an den Strand, je nach Zwischenlandungen. Wer höher hinaus will, steigt vorher auf den Kilimandscharo, 5.895 Meter nach offizieller Vermessung. Die gängigen Routen dauern sechs bis neun Tage.
- Nationalparks
- 2110,3 % der Landesfläche laut TANAPA
- Serengeti
- 14.763 km²laut UNESCO
- Gnus
- unter 0,6 bis 1,3 Mio.Satellit gegen Luftzählung, einzelne Quellen bis 2 Mio.
- Ngorongoro-Krater
- 610 mtief, Boden rund 260 km²
- Arusha bis Serengeti
- 7 bis 8 Std.auf der Straße laut TANAPA
Nordkreis oder Süden: zwei verschiedene Reisen
Der Nordkreis beginnt in Arusha. Von dort fährst du laut TANAPA zweieinhalb bis drei Stunden zum Tarangire, zwei bis zweieinhalb Stunden zum Lake Manyara, dann weiter über das Hochland zum Ngorongoro-Krater und in die Serengeti. Fast alles lässt sich auf der Straße erreichen, nur die Serengeti ist weit: Von Arusha bis dorthin rechnet die Parkbehörde mit sieben bis acht Stunden. Viele fahren deshalb hin und fliegen von Seronera zurück, die Maschine braucht etwa eine Stunde und zehn Minuten.
Der Norden ist auch der volle Teil des Landes. Das Ngorongoro-Schutzgebiet zählte im Haushaltsjahr 2022/23 gut 752.000 Besucher. In der Trockenzeit drängen sich laut SafariBookings die Wagen um Seronera und an den Stellen, wo die Herden den Mara-Fluss queren. Für diese Querungen hat TANAPA 2024 eigene Regeln erlassen, mit festen Beobachtungspunkten und einer Höchstzahl an Fahrzeugen je Punkt.
Im Süden liegen die großen Flächen. Der Nyerere-Nationalpark, 2019 aus dem Nordteil des Selous-Wildreservats entstanden, ist mit gut 30.000 Quadratkilometern der größte Park des Landes, doppelt so groß wie die Serengeti. Ruaha folgt mit rund 20.000 Quadratkilometern. Man kommt meist per Kleinflugzeug ab Daressalam, nach Nyerere in einer Dreiviertelstunde statt rund sechs Stunden auf der Straße. Nur der kleinere Mikumi liegt direkt an der Fernstraße.
Der Süden fühlt sich anders an. Auf dem Rufiji in Nyerere geht es im Boot an Flusspferden und Krokodilen vorbei, Fußsafaris gehören zum Programm, Wildhunde sind ein Grund zu kommen. Nachtpirschfahrten stehen für Nyerere, Ruaha und Mikumi in der Tarifliste der Parkbehörde, für die Serengeti nicht. Die Große Tierwanderung dagegen gibt es nur im Norden.
Ein Nachteil ist der Kalender. Von Mitte März bis Ende Mai setzt Coastal Aviation ihre Flüge nach Nyerere und Ruaha aus, und viele Lodges im Süden schließen im April und Mai. Wer im Frühjahr reist, ist im Norden besser aufgehoben.
Die Parks im Überblick
- NationalparkSerengeti

Wo die Herden im Februar kalben und wo sie im August den Mara-Fluss queren, je nach Regen früher oder später.
- SchutzgebietNgorongoro-Krater

610 Meter hinunter auf den Kraterboden, zu rund 25.000 Großtieren, und eine Gebühr pro Fahrzeug, die viele unterschätzen.
- NationalparksTarangire und Lake Manyara

Elefantenherden unter Baobabs am Fluss, zweieinhalb Stunden von Arusha, und nebenan ein See am Steilhang des Rift Valley.
- Der SüdenNyerere, Ruaha, Mikumi

Bootssafari, Fußpirsch und Nachtfahrt: die Parks, die man meist nur mit dem Kleinflugzeug erreicht.
- InselSafari und Sansibar
Vom Staub der Serengeti an den Strand an einem Nachmittag, und was die Insel extra kostet.
Mit Fahrer-Guide oder selbst am Steuer
Das Gros der Angebote für Tansania sind geführte Safaris. Allein das Vergleichsportal SafariBookings listet rund 7.800. Ein Veranstalter stellt den Geländewagen mit Fahrer, der zugleich dein Guide ist, und kümmert sich um Unterkünfte und Parkgebühren. Für den Ngorongoro-Krater ist ein lizenzierter Guide ohnehin Pflicht, so steht es in den Regeln der Schutzgebietsbehörde.
Bleibt die Frage: allein im Wagen oder mit Fremden? SafariBookings hat diese Touren ausgewertet. Eine private Mittelklasse-Safari kostet dort im Schnitt 375 Euro pro Person und Tag, die Gruppentour 325 Euro (Stand September 2026). Privat zahlst du für eigenes Tempo und eigene Pausen, nicht für andere Parks.
Selbst fahren geht auch. In Arusha vermieten mehrere Firmen Land Cruiser und Hilux mit Dachzelt und Campingausrüstung. Es gilt Linksverkehr, das Auswärtige Amt verlangt den internationalen Führerschein zusammen mit dem deutschen, und nachts fährst du nicht über Land. Tankstellen gibt es in den Schutzgebieten kaum. Alles Weitere steht auf der Seite Tansania auf eigene Faust.
Wie lange, wann und zu welchem Preis
Wie viele Tage du brauchst
Vier Tage reichen für Tarangire, eine Nacht in der Serengeti und den Krater. Machbar, aber jeden Tag zwei bis fünf Stunden im Wagen. Mit sieben Tagen bleiben zwei bis drei Nächte in der Serengeti und Zeit für Lake Manyara. Ein typisches Veranstalterbeispiel mit Sansibar hat zehn Tage, etwa sechs auf Safari und drei bis vier auf der Insel. Beispielabläufe mit Fahrzeiten findest du bei den Routen für 4 bis 10 Tage.
Wann du fahren solltest
Die meisten Quellen nennen die Trockenzeit von Juni bis Oktober als beste Zeit: wenig Regen, kurzes Gras, Tiere an den Wasserstellen. Im Norden fällt der meiste Regen von März bis Mai, der April ist der nasseste Monat. Die Große Tierwanderung macht aber fast jeden Monat zu einer möglichen Reisezeit, nur eben an anderen Orten: Kalbezeit im Süden der Serengeti mit Spitze im Februar, Querungen des Mara-Flusses meist von Juli bis Oktober. Die Zeiten verschieben sich mit dem Regen. Monat für Monat steht es auf der Seite Reisezeit und Große Tierwanderung.
Was eine Safari grob kostet
SafariBookings kommt im Durchschnitt auf 225 bis 250 Euro pro Person und Tag für Budget-Safaris, 325 bis 375 Euro für Mittelklasse und 525 bis 600 Euro für Luxus. Ein Veranstalter in Arusha nennt für die Mittelklasse deutlich mehr, 450 bis 800 US-Dollar (rund 390 bis 700 €). Beide Angaben ohne internationale Flüge, Stand September 2026. Ein großer Posten sind die Parkgebühren: In der Serengeti sind es in der Hauptsaison 70 US-Dollar (rund 61 €) pro Person und Tag, Veranstalter rechnen 18 Prozent Mehrwertsteuer dazu. Die Fahrt in den Ngorongoro-Krater kostet 295 US-Dollar (rund 260 €) pro Fahrzeug (beides Stand September 2026). Die Rechnung im Einzelnen steht unter Was eine Safari in Tansania kostet.
Unser TippHast du eine Woche für den Norden, fahr auf der Straße über Tarangire und den Ngorongoro-Krater in die Serengeti und flieg von Seronera zurück nach Arusha. Die Maschine braucht gut eine Stunde, der Wagen sieben bis acht über dieselbe Piste. Pack dafür weiche Taschen: Die Buschflieger verlangen sie ausdrücklich.
Anreise und Einreise
Für den Nordkreis landest du am Kilimanjaro International Airport (JRO), von dort sind es ein bis anderthalb Stunden bis Arusha. Safaris im Süden starten meist in Daressalam (DAR), Sansibar hat seinen eigenen internationalen Flughafen (ZNZ). Nonstop aus dem deutschsprachigen Raum fliegen nach Angaben der Airlines und der Flughäfen Discover Airlines von Frankfurt zum Kilimandscharo, Condor von Frankfurt nach Sansibar und Edelweiss saisonal von Zürich zu beiden Flughäfen (Stand September 2026). Sonst steigst du um, etwa in Amsterdam, Addis Abeba, Doha oder Istanbul.
Deutsche und Österreicher brauchen ein Visum, am besten als E-Visum über das offizielle Portal visa.immigration.go.tz, das 50 US-Dollar (rund 44 €) kostet und auch für Sansibar gilt (Stand September 2026). Ganz Tansania unter 2.500 Metern ist Malariagebiet, lass dich also vor der Reise reisemedizinisch beraten und lies die Details unter Einreise, Visum und Gesundheit.
Euro-Beträge gerundet. Kurs: 1 € = 1,15 US-Dollar (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026).
Häufige Fragen zur Safari in Tansania
Wie viele Nationalparks hat Tansania?
Die Nationalparkbehörde TANAPA verwaltet 21 Nationalparks mit zusammen 97.078 Quadratkilometern, nach ihren eigenen Angaben rund zehn Prozent der Landesfläche. Das Ngorongoro-Schutzgebiet gehört nicht dazu, es hat eine eigene Behörde.
Nordkreis oder Süden: Was passt für die erste Safari in Tansania?
Für die erste Safari passt meist der Nordkreis mit Tarangire, Ngorongoro-Krater und Serengeti, weil er von Arusha aus auf der Straße erreichbar ist und die Große Tierwanderung dort stattfindet. Der Süden mit Nyerere und Ruaha erreicht man meist per Kleinflugzeug, und im April und Mai sind dort viele Lodges geschlossen.
Kann man in Tansania ohne Guide auf Safari fahren?
Ja, in Arusha vermieten mehrere Firmen Geländewagen mit Dachzelt, und die Nationalparks lassen private Fahrzeuge zu. Für die Fahrt in den Ngorongoro-Krater schreibt die Schutzgebietsbehörde aber einen lizenzierten Guide vor, und das Auswärtige Amt verlangt den internationalen Führerschein zusammen mit dem deutschen.
Wie viele Tage braucht man für eine Safari in Tansania?
Vier Tage reichen für eine knappe Runde durch Tarangire, Serengeti und Ngorongoro-Krater, mit langen Fahrtagen. Mit sieben Tagen bleiben zwei bis drei Nächte in der Serengeti, Veranstalterbeispiele mit Sansibar haben rund zehn Tage.
Lässt sich eine Safari in Tansania mit Sansibar verbinden?
Ja, Kleinflugzeuge fliegen von der Serengeti und von Arusha nach Sansibar, je nach Zwischenlandungen in gut einer bis drei Stunden. Für Sansibar ist eine eigene Pflichtversicherung eines staatlichen Anbieters vorgeschrieben, das Visum für Tansania gilt dort mit.
