Blick von den Knysna Heads über die türkise Lagune

Südafrika · Westkap und Ostkap

Garden Route, Route 62 und Walküste

Hinter George windet sich die N2 den Kaaimans River Pass hinunter. Auf der einen Seite steht Wald, auf der anderen rollt der Indische Ozean an einen langen Strand. Dann kommt Wilderness, und du überlegst, ob eine Nacht reicht.

Wilde Tiere stehen hier nicht im Mittelpunkt. Die Garden Route ist der Küstenabschnitt, durch den fast jede Mietwagenrundreise zwischen Kapstadt und Gqeberha (früher Port Elizabeth) führt: Lagunen, Wald, Strände, kleine Orte mit viel Unterkunft. Dazu kommen zwei Umwege, die sich lohnen, die Route 62 durch die Kleine Karoo und die Walküste bei Hermanus. Am Ostende wartet mit Addo ein Park mit Elefanten. Die ganze Strecke ist laut Auswärtigem Amt und Deutscher Gesellschaft für Tropenmedizin malariafrei.

Küstenlänge
ca. 300 kmWitsand bis Storms River, andere Angaben 369 km
Kapstadt bis Mossel Bay
389 kmrund 4,5 h über die N2
Nächte an der Küste
4übliche Planung, dazu Umwege
Malaria
kein Risikolaut AA und DTG
Storms River Mouth
R367 (rund 20 €)pro Tag, ab 1.11.2026 R422 (rund 23 €)

Wie lang ist die Garden Route?

Die Frage klingt einfach. Die Antworten gehen auseinander. Die englische Wikipedia beschreibt einen rund 300 Kilometer langen Küstenstreifen von Witsand im Westkap bis zum Storms River an der Grenze zum Ostkap, seit 2017 UNESCO-Biosphärenreservat, größte Stadt ist George. Der deutsche Wikidata-Eintrag nennt dagegen eine 369 Kilometer lange Straße auf der N2 zwischen Port Elizabeth und Mossel Bay. Deutsche Reiseseiten schreiben oft „rund 300 Kilometer von Mossel Bay bis Storms River“.

Auf der Straße sind es von Mossel Bay bis zum Ort Stormsrivier nach dem Routenplaner OSRM nur 197 Kilometer, reine Fahrzeit 2 Stunden 40. Die 300 Kilometer beschreiben also die Küste, nicht die Fahrstrecke. Du kannst die Garden Route an einem Tag durchfahren. Nur siehst du dann nichts.

Ein Teil der Küste ist Nationalpark. Den Garden-Route-Nationalpark gibt es seit dem 6. März 2009, zusammengelegt aus dem Tsitsikamma- und dem Wilderness-Nationalpark und dem Seengebiet von Knysna. Er umfasst nach der englischen Wikipedia rund 1.210 Quadratkilometer Land, etwa die Hälfte davon ursprünglicher Wald.

Die Orte von West nach Ost

Mossel Bay

Von Kapstadt fährst du 389 Kilometer über die N2, nach OSRM 4 Stunden 33 ohne Pausen. In der Bucht ging am 3. Februar 1488 der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Dias an Land. Mossel Bay ist der westliche Einstieg in die Garden Route und der Abzweig nach Norden: Über den Robinson-Pass sind es 87 Kilometer nach Oudtshoorn.

Wilderness

62 Kilometer weiter östlich, gut 50 Minuten hinter Mossel Bay, liegt Wilderness am Fuß des Kaaimans River Pass. Bis 2009 war Wilderness ein eigener Nationalpark, heute ist es eine Sektion des Garden-Route-Nationalparks mit eigener Tagesgebühr: R235 (rund 13 €) für internationale Erwachsene, ab 1. November 2026 R270 (rund 15 €). Der Flughafen George liegt nah, Airlink und FlySafair fliegen in rund 55 Minuten aus Kapstadt.

Knysna

Knysna liegt nach der englischen Wikipedia 60 Kilometer östlich von George, 33 Kilometer vor Plettenberg Bay. Von Wilderness sind es 49 Kilometer. Das Seengebiet ist die Sektion Knysna des Nationalparks, mit einer Tagesgebühr von R231 (rund 12 €), ab 1. November 2026 R254 (rund 14 €; Stand September 2026).

Plettenberg Bay

Nur 32 Kilometer, eine halbe Stunde. Portugiesische Seefahrer nannten die Bucht Bahia Formosa, die schöne Bucht. Plettenberg Bay ist neben Wilderness der zweite übliche Standort für mehrere Nächte, von hier liegt Tsitsikamma in Tagesausflugsweite.

Tsitsikamma und Storms River

Östlich von Plettenberg Bay kostet die N2 Maut: An der Mautstelle Tsitsikamma zahlst du mit dem Pkw R61,50 (rund 3,30 €; SANRAL, seit 1. März 2026). Auf dem Weg liegt die Bloukrans-Brücke mit ihrem Bungee-Sprung von 216 Metern. Der Tsitsikamma-Abschnitt des Nationalparks zieht sich nach der englischen Wikipedia 80 Kilometer an der Küste entlang. Die Hauptunterkunft des Parks liegt am Storms River Mouth, der Mündung des Storms River.

Bis Stormsrivier sind es ab Plettenberg Bay 60 Kilometer, bis zum Parkteil an der Mündung nach einer zweiten Rechnung 65 Kilometer und knapp eine Stunde. Am 1. November 2026 beginnt bei SANParks ein neues Tarifjahr, die Sätze steigen je nach Sektion um 10 bis 15 Prozent.

Sektion (international, pro Tag)bis 31.10.2026ab 1.11.2026
Tsitsikamma, Storms River MouthR367 (rund 20 €), Kind R183 (rund 9,80 €)R422 (rund 23 €), Kind R211 (rund 11 €)
Tsitsikamma, Nature's ValleyR165 (rund 8,90 €), Kind R82 (rund 4,40 €)R190 (rund 10 €), Kind R94 (rund 5,00 €)
KnysnaR231 (rund 12 €), Kind R115 (rund 6,20 €)R254 (rund 14 €), Kind R126 (rund 6,80 €)
WildernessR235 (rund 13 €), Kind R118 (rund 6,30 €)R270 (rund 15 €), Kind R136 (rund 7,30 €)

Quelle: Tariflisten von SANParks, Stand September 2026.

Nature's Valley

Am Westende des Tsitsikamma-Abschnitts liegt Nature's Valley, mit eigenem Zugang zum Park. Die Tagesgebühr ist hier weniger als halb so hoch wie am Storms River Mouth. Wer nur einen Strandtag im Park will, kommt hier günstiger weg.

Oudtshoorn und die Kleine Karoo über die Route 62

Die Route 62 ist eine touristische Strecke von rund 850 Kilometern zwischen Kapstadt und Gqeberha, zusammengesetzt aus N1, R60, R62 und N2. Die eigentliche R62 beginnt bei Ashton und Montagu und führt über Barrydale, Ladismith und Calitzdorp, wo Portwein gekeltert wird, nach Oudtshoorn. Der Slogan von der „längsten Weinroute der Welt“ ist Werbung, kein belegter Titel. Statt Küste siehst du hier trockenes Hinterland, Berge und Farmen.

Von Kapstadt nach Oudtshoorn sind es über die Route 62 rund 420 Kilometer, OSRM rechnet 5 Stunden 14, realistisch sind 6 bis 6,5. Zur Küste kommst du über den Outeniqua-Pass nach George, 60 Kilometer, oder über den Robinson-Pass nach Mossel Bay. Nach Knysna sind es 120 Kilometer.

Straußenfarmen

Oudtshoorn wurde mit Federn reich. 1913 waren Straußenfedern nach Gold, Diamanten und Wolle das viertwichtigste Exportgut der Südafrikanischen Union, 1914 brach der Markt zusammen. Heute zeigen Schaufarmen an der R328 die Zucht, etwa Safari Ostrich mit einer einstündigen Traktortour, Highgate (nach eigener Angabe seit 1938) und Cango Ostrich. Straußenreiten hat Cango Ostrich 2017 eingestellt, der britische Reiseverband ABTA führt es als inakzeptable Praxis.

Cango-Höhlen

Die Cango Caves liegen 29 Kilometer nördlich der Stadt an der R328, drinnen herrschen konstant 18 Grad. Die Heritage Tour dauert rund eine Stunde auf befestigten Wegen. Die Adventure Tour braucht etwa 90 Minuten und führt durch Engstellen wie die Devil's Post Box, 27 Zentimeter hoch; Mindestalter acht Jahre. Nach einem Felssturz im Mai 2026 waren Straße und Höhlen gesperrt, seit 11. Juli 2026 sind die Höhlen wieder offen. Ob die Adventure Tour seither wieder läuft, ist nicht amtlich bestätigt.

Pässe über die Swartberge

Der Swartberg-Pass (R328) nach Prince Albert ist eine Schotterstraße von Thomas Bain, eröffnet 1888. Für die Passhöhe nennen die Quellen 1.583 oder 1.575 Meter. Regen, Schnee und Steinschlag sperren ihn vor allem von Mai bis August; zuletzt war er am 20. August 2026 wieder offen. Der Meiringspoort (N12) bei De Rust ist die asphaltierte Schlucht nebenan. Ausführlich zu Oudtshoorn, den Farmen und den Pässen: oudtshoornguide.com.

AchtungDer Meiringspoort ist seit dem Hochwasser im Mai 2026 gesperrt, Stand September 2026. Angekündigt ist eine vorläufige Öffnung mit Einbahnverkehr bis Ende 2026, bestätigt ist sie nicht. Prüf vor der Reise, ob die Schlucht offen ist, und plane sonst über den Swartberg-Pass oder die Küste.

Hermanus und die Wale

Hermanus liegt an der Walker Bay, 119 Kilometer oder gut anderthalb Stunden von Kapstadt, und damit nicht an der Garden Route selbst. Viele Routen legen den Ort als ersten Halt auf dem Weg nach Osten ein. Von Juni an kommen die Südkaper in die Bucht und ziehen nach der englischen Wikipedia meist Anfang Dezember wieder ab. Die meisten Wale sind im September und Oktober da, so die Angaben aus der Region. Du siehst sie oft direkt vom Ufer aus.

Seit August 1992 läuft in Hermanus ein Walschreier (Whale Crier) durch den Ort und meldet Sichtungen, nach Wikipedia der einzige der Welt. Beim Whale Festival widersprechen sich die Quellen: Die englische Wikipedia nennt allgemein das Ende September, der Veranstalter gibt für 2026 den 2. bis 4. Oktober an. Das konkrete Datum des Veranstalters gilt. Lizenzierte Boote dürfen bis auf 50 Meter an die Wale heran. Mehr zu Walen, Bootstouren und Uferwegen: hermanus.info.

Addo als östlicher Endpunkt

Hinter Tsitsikamma führt die N2 ins Ostkap. Vom Storms River bis zum Addo-Elefanten-Nationalpark sind es 237 Kilometer, OSRM rechnet gut drei Stunden. Addo ist der Safari-Abschluss vieler Rundreisen: Nach der englischen Wikipedia leben im Park über 600 Elefanten, dazu die übrigen Big Five, und alles ohne Malariarisiko. Die Tagesgebühr für internationale Besucher beträgt R492 (rund 26 €), ab 1. November 2026 R565 (rund 30 €; Stand September 2026).

Zum Flughafen Gqeberha sind es nach OSRM 73 Kilometer, und das Auswärtige Amt rät, Addo nicht über die R335 durch Motherwell anzufahren. Mehr zu Addo und den privaten Reservaten im Ostkap: Safari ohne Malariarisiko.

Wie viele Nächte, welche Etappen

Ein deutscher Reiseblog plant für zwei Wochen im Westkap vier Nächte an der Garden Route ein, verteilt auf Wilderness und Plettenberg Bay, danach zwei Nächte in Addo. In der Drei-Wochen-Variante kommen zwei Nächte Hermanus und zwei in Oudtshoorn und Prince Albert dazu. Zwei Standorte mit je zwei Nächten reichen für die Küste, weil die Abstände kurz sind.

EtappeStraßeFahrzeit (OSRM)
Kapstadt bis Hermanus119 km1 h 36
Hermanus bis Swellendam142 km1 h 45
Swellendam bis Mossel Bay172 km2 h 00
Kapstadt bis Oudtshoorn (Route 62)420 km5 h 14
Oudtshoorn bis George60 km0 h 52
Mossel Bay bis Wilderness62 km0 h 49
Wilderness bis Knysna49 km0 h 47
Knysna bis Plettenberg Bay32 km0 h 32
Plettenberg Bay bis Stormsrivier60 km0 h 47
Storms River bis Addo237 km3 h 06
Addo bis Flughafen Gqeberha73 km1 h 20

OSRM rechnet ohne Pausen, Baustellen und Stau. Schlag auf Asphalt 15 bis 25 Prozent drauf. Die ganze N2 von Kapstadt bis Gqeberha misst 750 Kilometer. Wie sich die Garden Route mit Kapstadt, dem Weinland oder dem Krüger kombinieren lässt, steht bei den Routen für zwei und drei Wochen.

Reisezeit: ganzjährig, aber mit Regen

Eine feste Regenzeit hat die Garden Route nicht. Nach der englischen Wikipedia ist sie die einzige Region Afrikas, in der es das ganze Jahr regnet, und davon lebt der Wald. Kapstadt dagegen bekommt seinen Regen im Winter, im Juni fallen dort im Schnitt 92 Millimeter, im Januar 9.

Hinter den Bergen ist es trockener und heißer. In Oudtshoorn fallen pro Jahr je nach Quelle nur 370 bis 380 Millimeter, im Januar werden es nach Modelldaten um die 30 Grad, im Juli um die 19, mit Frostnächten zwischen Mai und September. Für die Pässe ist der Winter die heikle Zeit, weil Schnee und Starkregen sie sperren. Reiseblogs empfehlen für Kapstadt und Garden Route Oktober bis April.

Voll wird es in den südafrikanischen Ferien. Die Sommerferien im Westkap laufen vom 10. Dezember 2026 bis 12. Januar 2027, dazu kommen Ostern und die Frühjahrsferien vom 24. September bis 5. Oktober 2026. Buch für diese Wochen Unterkünfte an der Küste früh, und die Parkunterkunft am Storms River Mouth ohnehin.

Euro-Beträge gerundet. Kurs: 1 € = 18,62 Rand (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026).

Häufige Fragen zur Garden Route

Wie lang ist die Garden Route?

Das hängt von der Definition ab. Die englische Wikipedia beschreibt die Garden Route als rund 300 Kilometer langen Küstenstreifen von Witsand bis zum Storms River, Wikidata spricht von 369 Kilometern auf der N2 zwischen Gqeberha und Mossel Bay. Auf der Straße sind es von Mossel Bay bis Stormsrivier nach Routenplaner nur knapp 200 Kilometer.

Wie viele Nächte sollte man für die Garden Route einplanen?

Ein deutscher Reiseblog plant für die Garden Route vier Nächte ein, verteilt auf die Standorte Wilderness und Plettenberg Bay. Dazu kommen dort je zwei Nächte für Hermanus, für Oudtshoorn mit Prince Albert und für den Addo-Elefanten-Nationalpark, zusammen also rund zehn Nächte zwischen Kapstadt und Gqeberha.

Gibt es an der Garden Route Malaria?

Nein. Das Auswärtige Amt und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin führen die südlichen Landesteile Südafrikas als malariafrei, dazu gehören Kapstadt, die Garden Route, die Kleine Karoo und der Addo-Elefanten-Nationalpark im Ostkap.

Wann sieht man in Hermanus Wale?

Die Südkaper kommen nach der englischen Wikipedia schon ab Juni in die Walker Bay vor Hermanus und ziehen meist Anfang Dezember wieder ab. Die meisten Tiere sind nach Angaben aus der Region im September und Oktober da. Das Whale Festival findet 2026 laut Veranstalter vom 2. bis 4. Oktober statt.

Muss man im Tsitsikamma Eintritt zahlen?

Ja. Tsitsikamma gehört zum Garden-Route-Nationalpark von SANParks, am Storms River Mouth und in Nature's Valley wird eine Tagesgebühr pro Person fällig. Am 1. November 2026 beginnt ein neues Tarifjahr mit höheren Sätzen, Nature's Valley bleibt deutlich günstiger als Storms River Mouth.