Die Victoriafälle liegen nicht in Botswana. Sie stürzen an der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe in eine Schlucht des Sambesi. Aber von Kasane am Chobe sind es nur 70 bis 80 Kilometer, und deshalb hängen viele Reisende an eine Botswana-Safari zwei oder drei Tage dran. Du überquerst dafür mindestens eine Grenze, und davon hängen Visum, Eintritt und Zeitplan ab. Ihr Name in der Sprache Lozi lautet Mosi-oa-Tunya, etwa „Rauch, der donnert“.
Wie groß die Fälle sind
Die Breite ist unstrittig: 1.708 Meter, so steht es bei der UNESCO und in der Wikipedia. Bei der Höhe wird es unübersichtlich. Die englische Wikipedia nennt 108 Meter und begründet damit, dass hier der größte zusammenhängende Wasservorhang der Welt fällt. Die UNESCO misst jeden Abschnitt einzeln: 61 Meter am Devil's Cataract, 83 Meter an den Main Falls, 99 Meter an den Rainbow Falls und 98 Meter am Eastern Cataract.
Noch weiter gehen die Angaben zur Gischt auseinander. Die deutsche Wikipedia schreibt von bis zu 300 Metern, die englische von über 400 Metern, die UNESCO von etwa 500. Sichtbar ist die Wolke laut englischer Wikipedia aus bis zu 50 Kilometern. Seit 1989 sind die Fälle UNESCO-Welterbe, zusammen mit dem Mosi-oa-Tunya-Nationalpark in Sambia und dem Victoria-Falls-Nationalpark in Simbabwe.
- Breite
- 1.708 mUNESCO und Wikipedia
- Fallhöhe
- 61 bis 108 mje nach Abschnitt und Quelle
- Ab Kasane
- 70 bis 80 kmbis zur Stadt Victoria Falls
- Eintritt Simbabwe
- 58 USD (rund 51 €)international, Stand Anfang 2026
- Eintritt Sambia
- 20 USD (rund 17 €)international, Stand Anfang 2026
Simbabwe oder Sambia: welche Seite du siehst
Von West nach Ost reihen sich Devil's Cataract, Main Falls, Rainbow Falls und Eastern Cataract aneinander. Die ersten drei liegen auf der Seite Simbabwes. Das Reiseportal victoriafalls-guide.net schätzt, dass du von dort rund 75 Prozent der Fälle siehst. Dort liegt auch der Regenwald, den die Gischt am Leben hält.
Die Sambia-Seite zeigt das restliche Viertel: den Eastern Cataract, die Knife-Edge-Brücke und den Abstieg zum Boiling Pot. Der Devil's Pool, ein Becken an der Westspitze von Livingstone Island direkt an der Kante, gehört zu Sambia und ist laut Wikipedia nur bei niedrigem Wasser nutzbar, etwa von September bis Dezember.
Beim Eintritt ist der Unterschied groß. Simbabwes Parkbehörde ZimParks verlangt von internationalen Besuchern 58 US-Dollar (rund 51 €). Die Erhöhung kam laut dem Branchenportal Tourism Update im Februar 2026, zusammen mit der neuen Mehrwertsteuer auf Tourismusleistungen. Auf der Sambia-Seite kostet der Eintritt 20 US-Dollar (rund 17 €). Beide Beträge stammen aus Sekundärquellen vom Januar und Februar 2026, nicht aus einer Tarifliste der Parkbehörden. Kinder zahlen die Hälfte. Beide Seiten öffnen laut victoriafalls-guide.net ganzjährig von 6 bis 18 Uhr, bei Vollmond gibt es teurere Abendbesuche.
Wann wie viel Wasser fällt
Der Sambesi bringt den Regen aus seinem Oberlauf, und der fällt nach der englischen Wikipedia von Ende November bis Anfang April. Das Hochwasser an den Fällen kommt verzögert: Februar bis Mai, mit dem Scheitel im April. Dann ist die Gischt so dicht, dass sie laut victoriafalls-guide.net auf der Sambia-Seite die Sicht verdecken kann.
Beim Tiefstand widersprechen sich die Quellen. Die englische Wikipedia legt das Minimum in den November. Die deutsche Wikipedia nennt September und Oktober, am Ende der Trockenzeit. Dann sinkt der Abfluss laut deren Angaben auf bis zu 170 Kubikmeter pro Sekunde, nach der Regenzeit sind es bis zu 10.000. Von September bis Januar kann laut englischer Wikipedia bis zur Hälfte der Felswand trocken liegen, auf der Sambia-Seite laut Reiseportal fast alles.
| Monat | Wasserstand | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Januar | steigend | Teile der Felswand können noch trocken sein |
| Februar, März | hoch | viel Gischt, nasser Pfad in Simbabwe |
| April | Scheitel | die meiste Wassermenge, Sicht in Sambia teils verdeckt |
| Mai | hoch | Hochwasser läuft aus |
| Juni bis August | sinkend | weniger Wasser, weniger Gischt |
| September, Oktober | niedrig | Tiefpunkt laut deutscher Wikipedia, Devil's Pool offen |
| November | niedrig | Tiefpunkt laut englischer Wikipedia, Sambia-Seite weitgehend trocken |
| Dezember | niedrig, dann steigend | laut Reiseportal bis Anfang Dezember Niedrigwasser |
Für eine Botswana-Reise heißt das: Wer in der Trockenzeit von Juli bis Oktober am Chobe unterwegs ist, sieht die Fälle mit mittlerem bis niedrigem Wasser. Ab etwa September ist dafür der Devil's Pool nutzbar.
Von Kasane über die Grenze
Rund acht Kilometer östlich von Kasane liegt Kazungula. Dort gibt es zwei getrennte Übergänge. Nach Simbabwe geht es über den Grenzposten Kazungula Road, laut Botswanas Tourismusbehörde von 6 bis 20 Uhr geöffnet. Von dort führt die Straße laut englischer Wikipedia 70 Kilometer nach Osten bis zur Stadt Victoria Falls, die Tourismusbehörde nennt 80 Kilometer ab Kasane. Ein Anbieter rechnet mit etwa einer Stunde reiner Fahrt und anderthalb bis zwei Stunden mit Grenze.
Nach Sambia fährst du über die Kazungula-Brücke, seit Mai 2021 offen und 923 Meter lang. Sie hat die alte Fähre ersetzt, auch wenn die Liste der Tourismusbehörde noch die „Kazungula Ferry“ führt. Ob der gemeinsame Grenzposten inzwischen rund um die Uhr arbeitet, ist nicht bestätigt; im Februar 2026 hatten die Präsidenten beider Länder das vereinbart.
Mit dem Mietwagen wird es umständlicher: Ein Vermieter warnt vor Problemen mit Einfuhrgenehmigungen, wenn Fahrzeuge aus Südafrika oder Namibia in Simbabwe oder Sambia abgeholt oder abgegeben werden. Klär jede Grenzfahrt vorher mit dem Vermieter.
Aus Namibia kommst du über den Caprivi-Streifen: Vom Grenzposten Ngoma sind es 51 Kilometer Teerstraße bis Kasane. Mehr dazu auf der Seite zur Sambesi-Region. Fliegen geht auch: FlyNamibia hat die Flüge von Windhoek nach Victoria Falls im April 2026 auf sechs pro Woche erhöht, und von Maun fliegen laut Wikipedia Air Botswana und Fastjet nach Victoria Falls.
Visum: KAZA-Univisa und die Regeln beider Länder
Das KAZA-Univisa gilt für Sambia und Simbabwe zugleich. Eingeführt wurde es laut Wikipedia am 28. November 2014, gültig bis zu 30 Tage und samt Tagesausflügen über Kazungula in den Chobe. 2015 war Schluss: Die Visa-Aufkleber gingen aus, die Vereinbarung lief ab. Seit Dezember 2016 wird es wieder ausgestellt, für 65 statt vorher 40 Länder. Ob das noch gilt, prüf vor der Reise. Die geplante zweite Stufe mit Botswana und Namibia gibt es bisher offenbar nicht.
Ausgestellt wird es unter anderem in Kazungula, an der Grenze in Victoria Falls und an den Flughäfen Livingstone und Victoria Falls. Berechtigt sind laut Wikipedia alle EU-Bürger außer denen aus Bulgarien, Zypern, Irland, Malta und Rumänien.
Ob du es brauchst, hängt von der Route ab. Nach den Angaben der englischen Wikipedia reisen EU-Bürger visumfrei nach Sambia ein, in Simbabwe bekommen sie ein Visum bei Ankunft. Als Schweizer frag beim Außendepartement EDA nach. Zurück nach Botswana reist du als Deutscher oder Österreicher wieder visumfrei ein. Insgesamt darfst du laut Auswärtigem Amt 90 Tage pro Kalenderjahr im Land bleiben.
Tagesausflug oder eine Nacht?
Als Tagesausflug von Kasane geht es. Du fährst morgens los, bist nach anderthalb bis zwei Stunden am Eingang und hast Zeit für den Pfad auf der Simbabwe-Seite. Viel mehr nicht. Für beide Seiten, den Devil's Pool oder einen Abendbesuch bei Vollmond reicht ein Tag nicht.
Mit einer Nacht in Victoria Falls oder Livingstone wird es entspannter. Dann stehst du um sechs Uhr bei Öffnung am Eingang, und für die zweite Seite bleibt Zeit. Fliegst du ohnehin über Victoria Falls, leg die Fälle an den Anfang oder das Ende der Reise.
Malaria und Gelbfieber
Das Auswärtige Amt und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin zählen den Norden der Provinz Chobe einschließlich der Victoriafälle zu den Gebieten mit ganzjährig hohem Malariarisiko. Sie empfehlen dort Tabletten zusätzlich zum Mückenschutz, auch in der Trockenzeit. Welches Mittel passt, klärst du in der reisemedizinischen Beratung. Mehr zu den Malariazonen in Botswana steht auf der Seite Einreise, Malaria, Sicherheit.
Botswana verlangt einen Gelbfieber-Nachweis bei Einreise aus Gelbfiebergebieten. Für den Rückweg von den Fällen gibt das Auswärtige Amt Entwarnung: Bei Einreise aus Sambia oder Simbabwe ist der Nachweis nicht nötig. Schau vor der Reise trotzdem noch einmal beim Auswärtigen Amt nach.
Unser TippPack für die Monate Februar bis Mai eine Regenjacke und eine wasserdichte Hülle fürs Handy ein. Auf dem Pfad durch den Regenwald auf der Simbabwe-Seite macht dich die Gischt bei Hochwasser nass, auch an einem sonnigen Tag.
Euro-Beträge gerundet. Kurs: 1 € = 1,15 US-Dollar (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026).
Häufige Fragen zu den Victoriafällen
Sind die Victoriafälle von Simbabwe oder von Sambia aus schöner?
Von der Simbabwe-Seite siehst du laut einem Reiseportal rund drei Viertel der Fälle, darunter Devil's Cataract, Main Falls und Rainbow Falls. Die Sambia-Seite zeigt den Eastern Cataract und die Knife-Edge-Brücke, ist deutlich günstiger, aber in der Trockenzeit fällt ihr Teil der Fälle fast trocken.
Kann man die Victoriafälle als Tagesausflug von Kasane in Botswana besuchen?
Ja. Von Kasane zur Stadt Victoria Falls in Simbabwe sind es je nach Quelle 70 bis 80 Kilometer über den Grenzposten Kazungula, mit Grenzformalitäten nach Angaben eines Anbieters anderthalb bis zwei Stunden pro Richtung. Für einen Besuch bei Mondschein oder am frühen Morgen brauchst du eine Übernachtung.
Braucht man für einen Abstecher zu den Victoriafällen ein Visum?
Für Simbabwe bekommen EU-Bürger laut Wikipedia ein Visum bei Ankunft, nach Sambia reisen sie laut Wikipedia visumfrei ein. Wer beide Seiten sehen will, kann nach den Angaben dort das KAZA-Univisa nutzen, das auch in Kazungula ausgestellt wird. Prüf den Stand vor der Reise bei den Einwanderungsbehörden.
In welchem Monat führen die Victoriafälle das meiste Wasser?
Die Victoriafälle führen laut englischer Wikipedia von Februar bis Mai Hochwasser, mit dem Scheitel im April. Dann kann die Gischt auf der Sambia-Seite die Sicht verdecken. Am wenigsten Wasser fließt zwischen September und November, je nach Quelle mit dem Tiefpunkt im September und Oktober oder erst im November.
Braucht man bei der Rückkehr von den Victoriafällen nach Botswana eine Gelbfieberimpfung?
Nach Angaben des Auswärtigen Amts nicht: Bei Einreise nach Botswana aus Sambia oder Simbabwe ist kein Nachweis einer Gelbfieberimpfung nötig. Prüf die Regel vor der Reise dort noch einmal.
