Hölzerner Einbaum im flachen Wasser der Sambesi-Region

Namibia · Region

Sambesi-Region und Okavango

Bei Divundu rauscht der Okavango über niedrige Quarzitstufen, der Fluss ist hier über einen Kilometer breit. Abends kommen die Mücken. Nach Wüste und Dornsavanne ist das ein anderes Namibia.

Foto: 123RF / Nico Smit

Im Nordosten wird Namibia schmal und nass. Okavango, Kwando, Chobe und Sambesi fließen durch einen Landstreifen, der im Süden an Botswana grenzt und bei Katima Mulilo per Brücke an Sambia. Hier liegen drei Nationalparks mit Elefanten, Büffeln und Flusspferden, dazu ein winziger Wildpark an den Popafällen. Für eine Rundreise ist die Region vor allem der Landweg nach Botswana und zu den Victoriafällen.

Vom Caprivizipfel zur Sambesi-Region

Bis zum 8. August 2013 hieß die Region Caprivi, nach dem deutschen Kolonialbeamten Leo von Caprivi. Auf Empfehlung der Grenzkommission wurde sie in Sambesi (englisch Zambezi) umbenannt, um den kolonialen Namen loszuwerden. Die Umbenennung war umstritten. Der alte Name hält sich in Reiseführern und Angeboten, der Landstreifen heißt geografisch weiter Caprivizipfel.

In der Region leben 142.373 Menschen (Zählung 2023), 46.401 davon in Katima Mulilo. Die Fläche? Gut 19.500 Quadratkilometer laut deutscher Wikipedia, 14.528 laut Wikidata. Divundu und die Popafälle liegen streng genommen schon in der Nachbarregion Kavango-Ost, gehören für die Reiseplanung aber dazu.

Die Lebensader ist die B8, auch Golden Highway genannt. Auf 929 Kilometern führt sie von Otavi über Grootfontein, Rundu, Divundu, Kongola und Katima Mulilo bis zum Grenzposten Ngoma. Der Abschnitt durch den Caprivi, der Trans-Caprivi-Highway, wurde 1999 eröffnet.

B8
929 kmOtavi bis Ngoma laut Wikipedia
Bwabwata
6.274 km²größter Park der Region
Eintritt
N$ 200 (rund 11 €)pro Erwachsenem und Tag, Stand 09/2026
Malaria
ganzjährighohes Risiko laut Auswärtigem Amt
Grenzen
bis 18 UhrNgoma und Mohembo laut Botswana Tourism

Bwabwata: ein Park mit Bewohnern und Durchgangsstraße

Bwabwata entstand 2007 aus dem Caprivi Game Park und dem Mahango Game Reserve. Im Park leben Menschen, laut englischer Wikipedia rund 5.500, das Umweltministerium MEFT nennt 5.000 zur Unabhängigkeit. Mitten hindurch führt die B8.

Kerngebiete liegen im Westen am Okavango (Buffalo und Mahango) und im Osten am Kwando, dazwischen wird gemischt genutzt. Das MEFT nennt große Elefanten- und Büffelbestände, dazu Rappen- und Pferdeantilopen, Wildhunde, Letschwe und Sitatunga.

Die meisten Unterkünfte stehen außerhalb, private Anbieter fahren von dort auf Tagesausflüge in den Park. Im Park selbst liegen am Kwando Nambwa (Mayuni Conservancy) und Susuwe (Kwando Conservancy), bei Popa der Campingplatz N//goabaca der Kyaramacan Association.

Mudumu und Nkasa Rupara: Wildnis ohne Tor

Mudumu-Nationalpark

Mudumu wurde 1990 gegründet. Tatsächlich geschützt sind laut Wikipedia 737 Quadratkilometer, genehmigt waren 1.010. Es gibt kein Tor und keinen Zaun, der Kwando bildet die Grenze zu Botswana. Nashörner leben hier nicht, das MEFT zählt 430 Vogelarten.

Zum Übernachten nennt das Ministerium den Campingplatz Nakatwa und zwei private Lodges. Wasser, Essen und Treibstoff bringst du selbst mit. Bei Regen empfiehlt das MEFT, mit mindestens zwei Allradfahrzeugen zu fahren.

Nkasa-Rupara-Nationalpark (früher Mamili)

Nkasa Rupara ist laut MEFT das größte geschützte Feuchtgebiet Namibias, 320 Quadratkilometer groß. Bei Hochwasser des Kwando wird es nach Worten des Ministeriums zu einem kleinen Okavango-Delta. Rund 1.000 Büffel leben hier, die größte Konzentration im Land. Bis 2012 hieß der Park Mamili.

Ohne Allrad mit Bergeausrüstung kommst du nicht hinein, und Einrichtungen gibt es keine. Du zeltest in Mparamura (auch Nzalu) oder Lyadura. Die Zufahrt geht über die D3511 ab Kongola und die Brücke bei Sangwali. Die Insel Nkasa ist wegen Überflutung nicht erreichbar.

Popafälle und Mahango bei Divundu

Die Popafälle sind keine Wasserfälle im eigentlichen Sinn. Der Okavango fällt hier über eine Schwelle aus Quarzit, höchstens etwa vier Meter tief, und ist dabei über einen Kilometer breit. Von Februar bis April sind die Stufen fast überflutet. Am meisten Fels siehst du etwa in der zweiten Oktoberhälfte, wenn der Fluss am tiefsten steht.

Um die Fälle liegt der Popa Falls Game Park, seit 1989 geschützt, rund 0,25 Quadratkilometer groß. Das MEFT nennt ihn den kleinsten Wildpark Namibias und zählt 417 Vogelarten. Wasserfall und Park werden leicht verwechselt, selbst Wikidata führt den Wasserfall unter dem englischen Namen des Parks. Das Mahango-Kerngebiet von Bwabwata beginnt 14 Kilometer südlich.

Am Westufer liegt das staatliche Popa Falls Resort der NWR mit Chalets, Campingplätzen und Bootsfahrten. Eine River Cabin mit Frühstück kostet laut NWR N$ 1.900 (rund 100 €) pro Person (Juli bis Oktober 2026).

Gebühren: Standard-Parks

Bwabwata, Mudumu, Nkasa Rupara und der Popa Falls Game Park gehören zur zweiten Kategorie der Gebührenordnung. Seit 1. April 2026 (Government Gazette Nr. 8877) zahlen ausländische Erwachsene N$ 200 (rund 11 €) pro Tag, Kinder über acht und unter 16 Jahren N$ 150 (rund 8,10 €), das Auto bis zehn Sitze N$ 60 (rund 3,20 €). Jüngere zahlen nichts. Die Karte gilt 24 Stunden, Stand September 2026. Die NWR-Seite zeigt noch die Tarife von 2021. Maßgeblich ist das Gesetzblatt. Für Nkasa Rupara zahlst du vorab im MEFT-Büro in Katima Mulilo oder Windhoek oder bei Ankunft.

Malaria: hier gilt das ganze Jahr

Auswärtiges Amt und Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin stufen die Sambesi-Region und angrenzende Teile von Kavango als Gebiet mit ganzjährig hohem Risiko ein. Beide empfehlen Tabletten, nicht nur Mückenschutz, und zwar in jedem Monat. Das ist ein Unterschied zu Etosha, wo die Tabletten nur von September bis Mai empfohlen werden. 2025 und 2026 sind die Fälle im Norden und Nordosten stark gestiegen.

Dazu kommt Bilharziose, laut Auswärtigem Amt vor allem in Kavango und Sambesi, auch in fließendem Wasser. Bade deshalb nicht in Flüssen. Lass dich vor der Reise reisemedizinisch beraten; mehr auf der Seite Visum, Malaria, Sicherheit.

Reisezeit: trocken, heiß oder nass

Als grobe Orientierung taugen die Klimawerte von Kasane, auf der botswanischen Seite des Chobe, rund 50 Kilometer hinter Ngoma. Dort fällt von Mai bis September fast kein Regen. Im Juli sinkt die Temperatur nachts im Mittel auf 8,5 Grad, der Oktober ist mit fast 36 Grad am Tag der heißeste Monat.

Von November bis März regnet es viel, im Januar in Kasane über 190 Millimeter. Das Auswärtige Amt warnt im Norden vor Überschwemmungen von Januar bis April. Die Popafälle sind dann fast überspült, und in Mudumu rät das Ministerium bei Regen zu einem zweiten Allradwagen. Für Selbstfahrer ist die Trockenzeit die sichere Wahl. Mehr zu den Monaten auf der Seite Reisezeit und Klima.

Pisten, Allrad und Tiefsand

Auf der B8 kommst du schnell voran: Für die rund 514 Kilometer von Rundu bis Katima Mulilo rechnen Routenplaner mit knapp fünf Stunden. In die Parks führen Pisten. Eine alte Faustregel von namibia.de sagt, Allrad sei nur im Kaokoveld, im Khaudum und vor dem Sossusvlei nötig. Für Nkasa Rupara stimmt das nicht. Dort verlangt das MEFT Allrad.

Tiefsand beschreiben die Quellen vor allem jenseits der Grenze, wo Botswanas Tourismusbehörde vor schwerem Sand in abgelegenen Gebieten warnt. Ein Veranstalter rät dort, den Reifendruck auf 1,6 bis 1,8 bar abzulassen, bevor du im Sand stecken bleibst. Nimm zwei Reserveräder mit, wie es das Auswärtige Amt rät, und fahr nicht bei Dunkelheit. Mehr zu Fahrzeug und Versicherung auf der Seite Mietwagen, Pisten und Dachzelt.

Über die Grenze: Botswana und Victoriafälle

Nach Botswana führen zwei Übergänge. Ngoma liegt am Ende der B8 über dem Chobe, von Katima Mulilo sind es 61 Kilometer laut deutscher und 70 laut englischer Wikipedia. Drüben führt Teer durch den Chobe-Nationalpark nach Kasane. Mohembo liegt am Okavango, erreichbar über die C48 durch Mahango. Dort beginnt in Botswana der Pfannenstiel, der schmale Oberlauf des Okavango-Deltas. Laut Botswana Tourism ist Ngoma von 7 bis 18 Uhr offen, Mohembo von 6 bis 18 Uhr.

Zu den Victoriafällen gibt es zwei Wege. Der direkte führt in Katima Mulilo am Grenzposten Wenela über die 2004 eröffnete Sambesi-Brücke nach Sesheke in Sambia. Oder über Botswana: Ngoma, Kasane, dann Kazungula. Die Kazungula-Brücke verbindet Botswana und Sambia, Namibia berührt sie nicht. Seit Mai 2021 ist sie offen, und sie verläuft im Bogen, damit sie weder das Gebiet von Simbabwe noch das von Namibia berührt. Nach Simbabwe gibt es bei Kazungula einen eigenen Grenzposten, von dort sind es 70 bis 80 Kilometer bis Victoria Falls, je nach Quelle.

Mit dem Mietwagen muss der Vermieter die Ausreise vorher genehmigen und einen Letter of Authority ausstellen, ein Veranstalter nennt 48 bis 72 Stunden Vorlauf. An der Grenze zahlst du Straßengebühr und Haftpflicht, für Botswana laut Anbietern rund 200 bis über 400 Pula (etwa 13 bis über 26 €) je Einreise (Stand 2026); die Angaben widersprechen sich. Namibia stellt Visa bei Ankunft unter anderem in Ngoma, Mohembo, Katima Mulilo und Impalila aus.

Wie du die Region in eine Rundreise mit Botswana einbaust

Eine Schleife bietet sich an: über Ngoma hinein, über Mohembo zurück oder umgekehrt. Ein Veranstalter führt in 21 Tagen durch ganz Namibia bis Etosha, dann durch die Sambesi-Region zum Chobe und zu den Victoriafällen.

Veranstalter raten, mit Sambesi-Region drei bis vier Wochen für Namibia einzuplanen. Von Otavi bis Ngoma sind es 929 Kilometer B8. Wer sich an die Faustregel von höchstens 500 Kilometern am Tag hält, braucht dafür mindestens zwei Fahrtage. Für Chobe und Moremi schreibt Europcar laut einer Übersicht in der Regel Allrad vor. Gibst du den Wagen in Botswana ab, wird es teuer: Ein Vermieter mit Depots in Windhoek, Maun und Kasane nennt als Depotgebühr für Kasane und Maun R 8.000 bis 8.300 (rund 430 bis 450 €; Stand 2026). Routen für zwei und drei Wochen stehen auf der Seite Namibia-Rundreise.

Unser TippBeide Grenzposten nach Botswana schließen um 18 Uhr, und im Dunkeln solltest du ohnehin nicht fahren. Leg den Grenztag so, dass du spätestens am frühen Nachmittag an Ngoma oder Mohembo bist, mit vollem Tank und Pula oder Namibia-Dollar in bar für die Straßengebühren.

Euro-Beträge gerundet. Kurse: 1 € = 18,62 Rand (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026), 1 € = 15,15 Pula (Kurs der Bank of Botswana vom 22.09.2026). Der Namibia-Dollar ist 1:1 an den Rand gebunden.

Häufige Fragen zur Sambesi-Region

Warum heißt der Caprivi-Streifen heute Sambesi-Region?

Namibia hat die Region Caprivi im August 2013 in Sambesi (Zambezi) umbenannt, um den Namen des deutschen Kolonialbeamten Leo von Caprivi zu entfernen. Die Umbenennung ging auf eine Empfehlung der Grenzkommission zurück und war umstritten. In Reiseangeboten taucht der alte Name bis heute auf.

Braucht man für die Sambesi-Region Malariatabletten?

Das Auswärtige Amt und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin stufen die Sambesi-Region als Gebiet mit ganzjährig hohem Malariarisiko ein und empfehlen Tabletten zusätzlich zum Mückenschutz. 2025 und 2026 sind die Fälle im Norden stark gestiegen. Lass dich vor der Reise reisemedizinisch beraten.

Kommt man über die Kazungula-Brücke von Namibia nach Sambia?

Nein. Die Kazungula-Brücke verbindet Botswana und Sambia und führt im Bogen an Namibia vorbei. Aus der Sambesi-Region fährst du entweder in Katima Mulilo über die Sambesi-Brücke direkt nach Sambia oder in Ngoma nach Botswana und über Kasane weiter nach Kazungula.

Braucht man für den Nkasa-Rupara-Nationalpark einen Allradwagen?

Ja. Das namibische Umweltministerium verlangt für Nkasa Rupara ein Allradfahrzeug mit Bergeausrüstung. Im Park gibt es keine Einrichtungen, nur zwei Campingplätze, du musst also alles mitbringen.

Welche Grenzübergänge führen von der Sambesi-Region nach Botswana?

Die beiden Übergänge für Reisende sind Ngoma am Chobe, von dort geht es nach Kasane, und Mohembo am Okavango, wo der Pfannenstiel des Okavango-Deltas beginnt. Beide schließen laut Tourismusbehörde von Botswana am frühen Abend, plane die Etappe entsprechend.