Baines' Baobabs am Rand einer weißen Salzpfanne

Botswana · Region

Kalahari und Salzpfannen

Mittag auf der Ntwetwe-Pfanne. Unter den Reifen knirscht die Salzkruste, der Horizont flimmert, und nirgends steht ein Baum, an dem das Auge hängen bleibt. Wer aussteigt, hört nur den Motor abkühlen.

Foto: 123RF

Zwischen dem Okavango-Delta und dem Osten Botswanas liegen die Reste eines riesigen Sees: die Makgadikgadi-Salzpfannen, daneben die Nxai Pan, weiter südlich die Central Kalahari. In der Trockenzeit wirkt das alles leer. Mit dem Regen ändert sich das. Für die Pfannen ist die Green Season die beste Zeit, nicht der trockene Winter, den die Lodges im Delta als Hochsaison führen. Mit dem Mietwagen passt die Region in eine Rundreise zwischen Kasane und Maun.

Makgadikgadi-Pfannen
12.000 bis 16.000 km²je nach Quelle
Central Kalahari
52.800 km²gegründet 1961
Parkgebühr
BWP 190 (rund 13 €)pro Person und Tag, Stand 09/2026
Beste Zeit Pfannen
Dez. bis Aprilwenn der Regen gut ist

Makgadikgadi: Salzpfannen und Nationalpark

Die Pfannen sind der Boden des früheren Makgadikgadi-Sees. Die zwei großen heißen Sua (auch Sowa) im Osten und Ntwetwe im Westen. Die Wikipedia nennt 16.000 Quadratkilometer, die Tourismusbehörde Botswana Tourism 12.000, und im selben Text vergleicht sie die Fläche mit Portugal, was zu keiner der beiden Zahlen passt. Auf der Sua Pan brüten Flamingos, laut englischer Wikipedia eine von zwei solchen Kolonien im südlichen Afrika. Die andere liegt in der Etosha.

Der Makgadikgadi-Pans-Nationalpark schützt nur den westlichen Teil. 1970 wurde ein Stück davon Wildreservat, 1992 kam die Erweiterung und der Status als Nationalpark. Bei der Fläche gehen die Angaben auseinander: 4.877 Quadratkilometer laut deutscher Wikipedia, 4.902 laut Wikidata, 3.900 bei der Tourismusbehörde, die noch vom „Game Reserve“ spricht. Im Westen bildet der Boteti die Grenze.

Die Zufahrt zweigt nach der deutschen Wikipedia 160 Kilometer hinter Maun von der Straße nach Nata ab, 45 Kilometer vor Gweta, danach folgen 8 Kilometer Piste. Gecampt wird an zwei Plätzen: Njuca Hills, 26 Kilometer südlich des Eingangs, und Khumaga am Boteti, 48 Kilometer südwestlich. Die nächste Tankstelle steht in Gweta.

Nxai Pan und Baines' Baobabs

Nur die Straße von Maun nach Nata trennt den Makgadikgadi-Park vom Nxai-Pan-Nationalpark. Auch der begann 1970 als Wildreservat, damals 1.676 Quadratkilometer groß; 1992 kam die Kudiakam Pan dazu, seitdem sind es laut deutscher Wikipedia 2.578. Die Tourismusbehörde schreibt 2.100. Die eigentliche Nxai Pan misst nur rund 40 Quadratkilometer. Du biegst 136 Kilometer hinter Maun ab und fährst dann 37 Kilometer Sandpiste bis zum Eingang.

Am Ostrand der Kudiakam Pan stehen Baines' Baobabs, sieben Bäume laut Tourismusbehörde, rund 30 Kilometer vom Parkeingang. Der Maler Thomas Baines hat sie am 29. Dezember 1861 besucht und gemalt. Übernachten kannst du dort nach Voranmeldung. Die Campsites Nxai Pan South Camp und Baines' Baobabs betreibt nach einer älteren Übersicht die Firma Xomae.

Die Zebrawanderung: Monate und Richtungen

Zwei Wanderungen enden hier, und die Quellen beschreiben beide unterschiedlich. Der Veranstalter Expert Africa schildert die erste so: In der Trockenzeit, etwa Juli bis Oktober und vielleicht Anfang November, stehen die Zebras am Boteti und am Rand des Okavango. Ende November oder Anfang Dezember ziehen sie rund 250 Kilometer auf die Makgadikgadi-Pfannen und bleiben dort etwa zweieinhalb Monate, bis ungefähr März.

Die zweite führt vom Chobe und Linyanti zur Nxai Pan. Expert Africa nennt rund 1.000 Kilometer im Jahr, die Herden seien meist Dezember bis Februar auf der Nxai Pan. National Geographic spricht von über 300 Meilen, also etwa 480 Kilometern hin und zurück, und nennt als Safarizeit die Regenzeit von Januar bis April. Blockiert war der Weg durch einen Veterinärzaun von 1968, entfernt laut Expert Africa 2004, laut National Geographic 2006.

Dann die Richtung. Die Tourismusbehörde schreibt, die Herden zögen in der Regenzeit nach Westen zum Boteti. Das ist die Gegenrichtung zu Expert Africa, wo der Boteti das Trockenzeitgebiet ist. Plan mit dem Grundmuster: Regenzeit auf den Pfannen, Trockenzeit am Boteti, und rechne damit, dass sich der Zeitpunkt mit dem Regen verschiebt. Mehr zu den Monaten auf der Seite Reisezeit, Flut und Green Season.

Kubu Island und Chapman's Baobab

Kubu Island ist keine Insel, sondern ein Granithügel am Südwestrand der Sua Pan, etwa einen Kilometer lang und 20 Meter hoch. Baobabs wachsen zwischen den Felsen. Dazu kommen Steinmauern bis 1,25 Meter Höhe und 344 Steinhaufen, der Hügel ist Nationaldenkmal.

Hin kommst du nur mit Allrad, über das Dorf Mmatshumo. Ein Veranstalter rechnet von Nata mit 100 bis 140 Kilometern und drei bis fünf Stunden auf Sandpisten. Den einfachen Campingplatz betreibt der Gaing-O Community Trust zugunsten der Dorfbewohner.

Bei Gweta stand Chapman's Baobab, 25 Meter Umfang, früher Wegmarke und Poststelle für Reisende. Er ist umgestürzt, am 7. Januar 2016, so die englische Wikipedia, die offenlässt, ob der Baum noch lebt. Die Tourismusbehörde beschreibt ihn dagegen weiter in der Gegenwart und schätzt ihn auf 3.000 bis 4.000 Jahre.

Central Kalahari Game Reserve

52.800 Quadratkilometer, gegründet 1961: Das CKGR gilt als zweitgrößtes Wildreservat der Welt. Gegründet wurde es als Rückzugsgebiet der San. Nach Umsiedlungen 1997, 2002 und 2005 sprach ihnen ein Gericht 2006 das Recht auf Rückkehr zu, im Januar 2011 folgte das Recht auf Wasser.

Das bekannteste Ziel ist das Deception Valley im Norden, ein Tal, das sich vor rund 16.000 Jahren zu bilden begann. Es liegt nahe dem Matswere Gate im Osten, und dort liegen viele der öffentlichen Campsites. Von Rakops sind es 45 Kilometer Sandpiste bis zum Tor. Weitere Tore sind Xade und Tsau im Westen (Ghanzi bis Tsau Gate 155 Kilometer) und Khutse im Süden.

Die Campsites betreibt zum Teil Bigfoot, darunter Motopi, Passarge Valley, Sunday Pan, Piper Pan und Letiahau; Deception, Kori und Leopard Pan bucht die DWNP. Im Reservat gibt es keine Versorgung und kein Handynetz. Die beste Zeit ist laut Tourismusbehörde während und kurz nach guten Sommerregen, ein Reiseportal nennt Januar bis April.

Khama Rhino Sanctuary bei Serowe

Das Nashornschutzgebiet liegt 25 Kilometer von Serowe (englische Wikipedia) oder 20 Kilometer (Tourismusbehörde) und umfasst rund 8.585 Hektar. Das Gründungsjahr hängt davon ab, wen du fragst. Die Tourismusbehörde nennt 1989, die englische Wikipedia beschreibt 1989 als Jahr der Initiative der Einwohner, 1992 kamen die ersten vier Breitmaulnashörner, 1993 das Land. Wikidata führt 1993. Spitzmaulnashörner leben seit 2002 wieder dort. Im April 2023 wurden dort vier Nashörner angeschossen, zwei starben. Die Gemeinde trägt das Schutzgebiet, es gibt Chalets, Campsites und ein Restaurant.

Wann du fährst: Green Season, Trockenzeit, Hitze

Der meiste Regen fällt von November bis März. In dieser Green Season bringen die Tiere der Ebenen ihre Jungen zur Welt, und die Zugvögel sind da, schreibt die Tourismusbehörde. Für Nxai Pan nennt sie Dezember bis April, „wenn der Regen gut ist“.

In der Trockenzeit trocknen die Regenwasserpfannen aus. Dann lohnt vor allem der Boteti im Makgadikgadi-Park, und die Nächte werden kalt: In Maun liegt das mittlere Minimum im Juni und Juli bei 6,2 Grad. Der heißeste Monat ist der Oktober mit im Mittel 34,6 Grad am Tag. Im Oktober bist du in der Kalahari ohne Schatten und mit wenig Wasser schnell am Limit.

Makgadikgadi und Nxai Pan zählen laut Auswärtigem Amt und DTG von September bis Mai zu den Gebieten mit hohem Malariarisiko, 2026 laut Auswärtigem Amt klimabedingt bis August. Die Central Kalahari liegt in der Südhälfte mit geringem Risiko. Lass dich reisemedizinisch beraten; Details auf der Seite Einreise, Malaria, Sicherheit.

Gebühren: BWP 190 für die „anderen Parks“

Makgadikgadi, Nxai Pan und das CKGR zählen nicht zur teureren Kategorie von Chobe und Moremi. Nicht-Residenten zahlen seit dem 1. April 2022 BWP 190 (rund 13 €) pro Person und Tag, so die Fachpresse (Stand September 2026). Nach Angaben eines Anbieters zählt jeder angefangene Tag, auch der Abreisetag.

Für den 1. April 2026 war eine Erhöhung auf BWP 500 (rund 33 €) geplant. Am 31. März 2026 wurde sie verschoben, laut Presse um zwei Jahre. Ein Portal führt für diese drei Parks trotzdem BWP 500 (rund 33 €) als gültig, offenbar den verschobenen Satz. Die Fahrzeuggebühr für ausländisch zugelassene Wagen unter 3,5 Tonnen steht je nach Quelle bei BWP 50, 75 oder 115 (rund 3,30, 5,00 oder 7,60 €) pro Tag. Was eine ganze Reise kostet, steht auf der Seite Was Botswana kostet.

Die Gebiete im Vergleich

GebietFlächeBeste ZeitZugang
Makgadikgadi-Pans-Nationalpark3.900 bis 4.902 km², je nach QuelleRegenzeit auf den Pfannen, Trockenzeit am BotetiAbzweig 160 km hinter Maun, 8 km Piste
Nxai-Pan-Nationalpark2.100 bis 2.578 km², je nach QuelleDezember bis April bei gutem RegenAbzweig 136 km hinter Maun, 37 km Sand
Kubu IslandHügel, etwa 1 km langnur bei trockener Pfanne anfahrenAllrad über Mmatshumo
Central Kalahari Game Reserve52.800 km²während und kurz nach guten SommerregenMatswere Gate, 45 km Sand ab Rakops
Khama Rhino Sanctuaryrund 8.585 hakeine Angabe20 bis 25 km von Serowe

Selbst fahren: Sand, Salz und Reserven

Allrad ist in allen Parks und Reservaten Pflicht, schreibt die Tourismusbehörde, dazu Tiefsand und abgelegene Strecken ohne Wasser, Treibstoff und Lebensmittel. Die Behörde rät zu mindestens 20 Litern Wasser pro Person, in Wüstengebieten 50 bis 100 Litern, und zu 100 Litern Treibstoff in Zusatztanks oder Kanistern.

Die Asphaltachse ist die A3: 300 Kilometer von Nata über Gweta nach Maun. Eine Veranstalterroute rechnet für Kubu bis Makgadikgadi 120 bis 150 Kilometer in drei bis fünf Stunden, Makgadikgadi bis Nxai Pan 110 Kilometer in zwei bis drei Stunden und Nxai Pan bis Maun 140 Kilometer in etwa zwei. Fahr nicht nach Einbruch der Dunkelheit, das Auswärtige Amt nennt das Unfallrisiko durch Wild und Vieh auf der Straße dann extrem hoch. Mehr zu Fahrzeug und Ausrüstung auf der Seite Selbstfahrer: Allrad, Campsites, Ausrüstung.

AchtungFahr nach Regen nicht auf die Salzpfannen, davon rät ein Veranstalter ohne Einschränkung ab. Ein Reiseportal warnt, dass man sich dort in der Regenzeit festfährt, und von Dezember bis März ist genau die Zeit, in der die Pfannen am meisten Tiere haben. Frag vor jeder Pfannenfahrt im letzten Camp oder am Tor, wie es aussieht.

Euro-Beträge gerundet. Kurs: 1 € = 15,15 Pula (Kurs der Bank of Botswana vom 22.09.2026).

Häufige Fragen zu Kalahari und Salzpfannen

Wann ist die beste Reisezeit für die Makgadikgadi-Pfannen und Nxai Pan?

Für Tiere auf den Pfannen die Regenzeit, grob Dezember bis April. Dann ziehen Zebraherden auf das frische Gras, viele Tiere bekommen Junge und die Zugvögel sind da. In der Trockenzeit konzentrieren sich die Zebras dagegen am Boteti-Fluss am Westrand des Makgadikgadi-Nationalparks.

Kann man mit dem Auto über die Makgadikgadi-Salzpfannen fahren?

Nur mit Allrad und nur, wenn die Pfanne trocken ist. Ein Veranstalter rät ausdrücklich, die Makgadikgadi-Pfannen nach Regen nie zu befahren, ein Reiseportal warnt, dass man sich in der Regenzeit auf den Salzpfannen festfährt.

Steht Chapman's Baobab noch?

Wohl nicht. Chapman's Baobab bei Gweta ist laut englischer Wikipedia am 7. Januar 2016 umgestürzt, ob er noch lebt, ist offen. Die Tourismusbehörde Botswanas beschreibt ihn trotzdem weiter, als stünde er.

Wie groß ist das Central Kalahari Game Reserve?

Das Central Kalahari Game Reserve umfasst 52.800 Quadratkilometer und gilt als zweitgrößtes Wildreservat der Welt. Es wurde 1961 gegründet, ursprünglich als Rückzugsgebiet der San, und liegt ganz im Distrikt Ghanzi.

Braucht man für die Central Kalahari einen Allradwagen?

Ja. Die Tourismusbehörde schreibt Allrad für alle Parks und Reservate Botswanas vor, und schon die Zufahrt von Rakops zum Matswere Gate führt über 45 Kilometer Sandpiste. Im Reservat gibt es weder Versorgung noch Handynetz.