Afrikanischer Elefant im Abendlicht zwischen Bäumen

Tansania · Nationalparks

Tarangire, Lake Manyara und Arusha-Nationalpark

Staub auf der Piste, Staub auf der Windschutzscheibe. Unten am Fluss trinkt eine Herde, oben am Hang stehen die dicken grauen Stämme der Baobabs. Im Tarangire sieht die Trockenzeit so aus.

Foto: 123RF

Wer von Arusha aus in die Serengeti fährt, kommt an drei kleineren Parks vorbei. Der Tarangire liegt südwestlich der Stadt, der Lake Manyara an der Straße Richtung Karatu und Ngorongoro-Krater, der Arusha-Nationalpark fast vor der Haustür. Auf fast jeder Nordroute steckt mindestens einer davon, meist der Tarangire.

Tarangire
2.850 km²laut TANAPA, andere Quellen 2.600
Ab Arusha
121 kmlaut TANAPA, 2 bis 3 Stunden
Beste Zeit
Juni bis OktoberTrockenzeit
Gebühr
50 USD (rund 44 €)pro Tag, zzgl. MwSt., Stand 09/2026

Wo der Tarangire liegt und wie lange du fährst

Der Park wurde 1970 gegründet und erstreckt sich laut Nationalparkbehörde TANAPA über Teile der Regionen Manyara, Arusha und Dodoma. Er liegt zwischen 900 und 1.250 Metern hoch. Die Tore heißen Maweninga und Sangaiwe (auch Kwasuyo).

Bei der Größe widersprechen sich die Quellen. TANAPA und die englische Wikipedia nennen 2.850 Quadratkilometer, die deutsche Wikipedia 2.600, Wikidata 2.615,8.

Auch die Fahrzeit ist umstritten. TANAPA gibt 121 Kilometer ab Arusha an und rechnet in ihrem Besucherführer mit zweieinhalb bis drei Stunden über Makuyuni und Minjingu. Die englische Wikipedia: unter zwei Stunden, auf Asphalt. Veranstalter nennen zwischen 100 und 160 Kilometer und zwei bis drei Stunden. Rechne mit drei Stunden. Dann bleibt am Ankunftstag trotzdem Zeit für eine Nachmittagspirsch. Wer fliegt, landet auf dem Flugfeld Kuro im Park; Coastal Aviation bietet laut eigenen Angaben täglich Arusha nach Kuro mit Zwischenstopp in Manyara an, 152 US-Dollar (rund 130 €) pro Person (Stand Juli 2026).

Elefanten und Baobabs

Die Elefanten sind der Grund, warum Veranstalter den Tarangire so gern an den Anfang einer Route setzen. TANAPA nennt die Herden die größten Tansanias. Die deutsche Wikipedia schätzt die Population auf 10.000, allerdings ohne Jahr, und nennt ältere Zählungen: rund 3.000 Tiere zwischen 1977 und 1987, über 6.000 in der Trockenzeit 1988, dabei ist das angrenzende Simanjiro-Gebiet mitgezählt. Welche Zahl auch stimmt, in der Trockenzeit siehst du hier viele Elefanten auf engem Raum.

Die Baobabs stehen überall in der Savanne. TANAPA spricht von jahrhundertealten Bäumen, die deutsche Wikipedia von bis zu 300 Jahren, ohne Beleg. Dazu kommen der Silale-Sumpf und, laut TANAPA, Pythons, die auf Bäume klettern. Bei den Vogelarten liegen die Angaben weit auseinander: über 550 laut TANAPA und englischer Wikipedia, 300 laut deutscher Wikipedia.

Die deutsche Wikipedia nennt den Tarangire außerdem den einzigen Park im Norden mit Großem Kudu, Oryx und Gerenuk. Einen Beleg dafür gibt sie nicht an. Nachtpirschfahrten stehen in der Tarifliste der Behörde, frag bei deinem Veranstalter oder deiner Lodge nach, ob sie angeboten werden.

Warum die Trockenzeit die beste Zeit ist

Von Juni bis Oktober fällt kaum Regen. Dann ziehen die Tiere aus ihren Regenzeitgebieten an den Tarangire-Fluss, der das ganze Jahr Wasser führt und die Hauptwasserquelle des Parks ist. Die englische Wikipedia spricht von Tausenden Tieren, die aus den Regenzeitgebieten einwandern. Als beste Zeit nennt TANAPA Juni bis Oktober. SafariBookings: Juli bis November. Die kurze Regenzeit beginnt je nach Quelle im Oktober oder November, danach wird es unsicherer.

Und in der Regenzeit? Der Park wird grün, die Zugvögel sind von November bis April da, die Preise sinken. Aber viele Tiere verlassen den Park, schreibt SafariBookings. Wer im März, April oder Mai kommt, sieht weniger Elefanten, zahlt dafür die niedrigere Nebensaisongebühr. Sie gilt vom 15. März bis 15. Mai. Mehr zu den Regenzeiten auf der Seite Reisezeit und Große Tierwanderung.

Was der Eintritt kostet

Tarangire, Lake Manyara und Arusha-Nationalpark kosten dasselbe. Laut Tarifliste der Nationalparkbehörde zahlen Erwachsene ab 16 Jahren ohne ostafrikanischen Pass 50 US-Dollar (rund 44 €) pro 24 Stunden in der Hauptsaison (16. Mai bis 14. März) und 45 US-Dollar (rund 39 €) in der Nebensaison. Kinder von 5 bis 15 Jahren zahlen 15 US-Dollar (rund 13 €), jüngere nichts (Stand September 2026).

Dazu kommen 18 Prozent Mehrwertsteuer, also 59 bzw. 53,10 US-Dollar (rund 51 bzw. 46 €). Die Behörde widerspricht sich hier selbst: Das Tarif-PDF nennt die Beträge ohne Steuer, die Webseite behauptet, sie sei schon enthalten. Veranstalter rechnen mit Aufschlag. Die Beträge gelten unverändert seit mindestens Juli 2021, eine neuere offizielle Tarifliste als die bis Juni 2024 steht nicht auf der Behördenseite. Übernachtest du in einer Lodge oder einem Camp im Park, kommt eine Concession Fee von 40 US-Dollar (rund 35 €) pro Nacht hinzu, ebenfalls zuzüglich Steuer. Mehr zu Gesamtpreisen unter Was eine Safari in Tansania kostet.

AchtungIm Tarangire leben Tsetsefliegen. Sie können laut Auswärtigem Amt die Schlafkrankheit übertragen und lassen sich von Mückenmitteln kaum abhalten. Sprich das in der reisemedizinischen Beratung an, bevor du fliegst.

Lake-Manyara-Nationalpark: Wald, Sodasee, Steilwand

Am Haupttor bei Mto wa Mbu fährst du zuerst in einen Grundwasserwald. Dahinter öffnet sich der Sodasee, an dessen Ufer sich je nach Saison Flamingos sammeln, und dahinter steigt die Steilwand des Großen Afrikanischen Grabenbruchs auf. Den Namen hat der Park laut TANAPA von einer Wolfsmilchart, die die Maasai Emanyara nennen.

Bekannt ist er für seine Löwen, die auf Bäume klettern. Die deutsche Wikipedia nennt 20 bis 30 Tiere, Stand 1992. Dazu kommen die heißen Quellen Maji Moto, deren Temperatur TANAPA mit 40 bis 75,8 Grad angibt, die englische Wikipedia mit 60 Grad. Vogelarten: über 400 laut TANAPA.

Die Fläche ist umstritten. TANAPA nennt 648,7 Quadratkilometer, die deutsche Wikipedia 649, davon rund 220 Seefläche. Im Fließtext der englischen Wikipedia stehen dagegen 325 Quadratkilometer, davon etwa 230 See. Der Park wurde 2009 erweitert, womöglich zählen die Quellen verschieden. In jedem Fall ist ein großer Teil der Fläche Wasser, befahrbar ist deutlich weniger.

Von Arusha sind es laut TANAPA 115 Kilometer; ihr Besucherführer rechnet mit zwei bis zweieinhalb Stunden, die englische Wikipedia mit anderthalb, Veranstalter mit zwei bis drei. Nach Karatu sind es nur 30 Kilometer.

Halber oder ganzer Tag?

Der Park liegt direkt an der Straße zum Ngorongoro-Krater, das Tor ist nah an Karatu, wo viele Routen übernachten, und die befahrbare Fläche ist klein. Ein halber Tag passt deshalb gut zwischen Arusha und Karatu. Dagegen spricht nur die Gebühr: Sie gilt 24 Stunden, ein halber Tag kostet also dasselbe wie ein ganzer. Einige Veranstalter planen trotzdem einen vollen Tag ein, etwa in einer Sieben-Tage-Route mit eigenem Manyara-Tag.

SafariBookings nennt Juni bis Oktober als beste Zeit für Tiere und schreibt, dass sich der Eingangsbereich ab dem Vormittag mit Tagesbesuchern füllt. Fahr also früh hinein. In der Regenzeit von November bis Mai ist der Park am grünsten, März und April sind aber sehr nass.

Arusha-Nationalpark: der Park für den ersten oder letzten Tag

Der Arusha-Nationalpark ist anders als die Savannenparks. Über ihm steht der Mount Meru, je nach Quelle 4.562 bis 4.566 Meter hoch, dazu kommen der Ngurdoto-Krater, Mantelaffen, Giraffen und die Momela-Seen. Gegründet wurde er 1960 als Ngurdoto Crater National Park, 1967 kam der Meru dazu.

Bei der Fläche stehen zwei Zahlen im Raum: 552 Quadratkilometer laut TANAPA und Wikidata, 137 laut deutscher und englischer Wikipedia. Wahrscheinlich ist 137 die alte Fläche vor einer Erweiterung, TANAPA nennt als Gründungsjahre „1960/2005“.

An den Momela-Seen stehen laut TANAPA Flamingos, und dort kannst du Kanu fahren. Außerdem bietet der Park Fußsafaris mit Ranger und einen 28 Meter hohen Wasserfall, den Tululusia. Manche Bergsteiger gehen vor dem Kilimandscharo zur Akklimatisierung auf den Meru.

Der Park liegt so nah an der Stadt, dass er in einen Ankunfts- oder Abreisetag passt. TANAPA nennt 32 Kilometer von Arusha und 40 vom Kilimanjaro-Flughafen. Zur Fahrzeit widerspricht sich die Behörde auch hier: Mal ist es eine halbe Stunde auf Asphalt, im Besucherführer sind es 45 Minuten. Das Haupttor Ngongongare liegt bei Usa River. Die Tarifliste kennt eine Tageserlaubnis für zwölf Stunden bei Tageslicht mit mehreren Einfahrten.

Für Tiere gilt auch hier die Trockenzeit von Juni bis Oktober als beste Zeit, dann sind Morgen und Abende aber kalt. Freie Sicht auf Meru und Kilimandscharo hast du laut SafariBookings am ehesten von Dezember bis Februar.

Die drei Parks im Vergleich

ParkFlächeFahrzeit ab ArushaGebühr ErwachseneBeste Zeit für Tiere
Tarangire2.850 km² (TANAPA) oder 2.600 km²unter 2 bis 3 Stunden50 / 45 USD (rund 44 / 39 €)Juni bis Oktober
Lake Manyara648,7 km² (TANAPA) oder 325 km², jeweils mit See1,5 bis 3 Stunden50 / 45 USD (rund 44 / 39 €)Juni bis Oktober
Arusha552 km² (TANAPA) oder 137 km²30 bis 45 Minuten50 / 45 USD (rund 44 / 39 €)Juni bis Oktober

Gebühren pro Person und 24 Stunden, Haupt- und Nebensaison, zuzüglich 18 Prozent Mehrwertsteuer, Stand September 2026. Wie sich die Parks zu einer Route verbinden, steht unter Routen für 4 bis 10 Tage.

Euro-Beträge gerundet. Kurs: 1 € = 1,15 US-Dollar (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026).

Häufige Fragen zu Tarangire, Manyara und Arusha

Wann ist die beste Zeit für den Tarangire-Nationalpark?

Die Trockenzeit von Juni bis Oktober, nach manchen Quellen bis November. Dann ziehen die Tiere aus den umliegenden Regenzeitgebieten an den Tarangire-Fluss, die Hauptwasserquelle des Parks, und die Elefantenherden stehen dicht beieinander.

Wie lange fährt man von Arusha zum Tarangire?

Die Angaben gehen auseinander. Die Nationalparkbehörde TANAPA nennt zweieinhalb bis drei Stunden, die englische Wikipedia unter zwei Stunden auf Asphalt, Veranstalter zwei bis drei Stunden. Plan mit etwa drei Stunden, wenn du am selben Tag noch auf Pirschfahrt willst.

Lohnt sich ein halber Tag im Lake-Manyara-Nationalpark?

Für viele Nordrouten ja, weil der Park direkt an der Straße von Arusha nach Karatu liegt und ein großer Teil seiner Fläche Seewasser ist. Die Parkgebühr gilt allerdings 24 Stunden, ein halber Tag kostet also genauso viel wie ein ganzer.

Kann man den Arusha-Nationalpark am Ankunftstag besuchen?

Ja, der Arusha-Nationalpark liegt laut Nationalparkbehörde 32 Kilometer von Arusha und 40 Kilometer vom Kilimanjaro-Flughafen entfernt. Pirschfahrt, Kanufahrt auf den Momela-Seen oder Fußsafari mit Ranger passen deshalb in einen Ankunfts- oder Abreisetag.

Gibt es im Tarangire Tsetsefliegen?

Ja. Das Auswärtige Amt nennt Tarangire und Serengeti als Gebiete mit Tsetsefliegen, die die Schlafkrankheit übertragen können, und schreibt, dass Mückenmittel sie kaum abhalten. Was das für dich heißt, klärst du in der reisemedizinischen Beratung.