Safari-Geländewagen mit Hubdach hinter grasenden Zebras

Tansania · Planung

Safari-Routen im Norden Tansanias

Naabi Hill Gate, der Fahrer kommt mit den gestempelten Papieren zurück und greift zum Funkgerät. Vor der Windschutzscheibe: Ebene bis zum Horizont. Wer morgens in Karatu losgefahren ist, sitzt da schon seit Stunden im Wagen.

Foto: 123RF

Fast jede Safari im Norden Tansanias folgt derselben Kette: erst Arusha, dann Tarangire und Lake Manyara, dann das Hochland um Karatu und den Ngorongoro-Krater und ganz am Ende, weit im Westen, die Serengeti. Offen ist meist nur, wie viele Nächte du wo verbringst und wie du zurückkommst. Die meiste Zeit kosten die Strecken zwischen den Parks. Die Beispielrouten stammen von Veranstaltern, Stand September 2026.

Was eine Route im Norden bestimmt

Zuerst die Fahrzeiten. Von Seronera in der Mitte der Serengeti zurück nach Arusha rechnet die Parkbehörde TANAPA mit sieben bis acht Stunden, ein Veranstalter mit sieben bis neun. Das ist ein ganzer Tag im Auto. Jede Route im Norden muss diese Strecke zweimal bewältigen oder einmal durch einen Flug ersetzen.

Dann die Reisezeit. Sie entscheidet, in welchem Teil der Serengeti du übernachtest. Seronera im Zentrum funktioniert das ganze Jahr. Von Dezember bis März ziehen die Gnuherden meist im Süden um Ndutu, mit der Kalbezeit um den Februar, und von Juli bis Oktober stehen sie im Norden am Mara-Fluss um Kogatende und Lamai. Das hängt jedes Jahr vom Regen ab. Ein Reiseplan für August sieht deshalb anders aus als einer für Februar, obwohl beide „Serengeti“ heißen. Mehr zu den Monaten auf der Seite zu Reisezeit und Großer Tierwanderung.

Und schließlich: Zähl Nächte, nicht Tage. Eine „7-Tage-Safari“ hat im Beispiel unten sechs Nächte, und am siebten Tag gibt es Frühstück und den Transfer zum Flughafen. Zwei Nächte am selben Ort bedeuten einen ganzen Tag ohne Packen und ohne Anfahrt. Das merkst du spätestens am vierten Morgen.

Fahrzeiten zwischen den Stationen

Die Angaben stammen von drei Veranstaltern, der Parkbehörde TANAPA, der Ngorongoro-Behörde NCAA und Wikipedia. Sie gehen teils weit auseinander, weil Start- und Zielpunkte verschieden gewählt sind und weil manche reine Fahrzeit angeben, andere mit Pausen rechnen. Eine Quelle nennt für Arusha bis Karatu nur 55 Kilometer, das passt zu keiner anderen Angabe.

StreckeEntfernungFahrzeitAnmerkung
Kilimandscharo-Flughafen bis Arusha50 bis 55 km1 bis 1,5 hzwei Veranstalter nennen rund 90 Minuten
Arusha bis Tarangire100 bis 160 km2 bis 3 hTANAPA: 121 km, 2,5 bis 3 h; Wikipedia: unter 2 h auf Asphalt
Arusha bis Lake Manyara100 bis 130 km1,5 bis 3 hTANAPA: 115 bis 125 km, 2 bis 2,5 h
Arusha bis Karatu140 bis 160 km2,5 bis 3 hLake Manyara bis Karatu 30 km (TANAPA)
Lake Manyara bis Tarangire60 bis 100 km1 bis 2 h
Karatu bis Loduare Gate (Ngorongoro)14 bis 20 km20 bis 50 Min.NCAA: Tor 14 km von Karatu
Karatu bis Kraterboden35 bis 45 km1 bis 1,5 hKraterrunde selbst 6 bis 8 h
Ngorongoro/Karatu bis Seronera140 bis 210 km3 bis 6 hNCAA: rund 3 h vom Krater, „je nach Straße“; ab Manyara 5 bis 6 h
Seronera bis Ndutu80 bis 120 km2,5 bis 4 hnur eine Quelle
Seronera bis Kogatende140 bis 170 km4 bis 5 hmit Pirschfahrten unterwegs 7 bis 8 h
Seronera bis Arusha320 bis 350 km7 bis 9 hTANAPA: 7 bis 8 h

Die Straßen sind teilweise asphaltiert, zum größeren Teil sandig und holprig, schreibt einer der Veranstalter, und in der Regenzeit von November bis Mai werden sie schlechter. Das britische Außenministerium warnt, dass Pisten in Nationalparks nach starkem Regen unpassierbar werden können. Plan mit den oberen Werten der Tabelle.

Straße Arusha bis Seronera
7 bis 9 hTANAPA und Veranstalter
Flug Arusha bis Seronera
ca. 1 h 10mit Zwischenlandung
Kratertore
6 bis 16 UhrAbfahrt, raus bis 18 Uhr
Buschflug-Gepäck
15 bis 20 kgweiche Taschen

Beispielroute 4 Tage: Tarangire, Serengeti, Krater

Vier Tage mit der Serengeti gehen, aber knapp. Das Beispiel stammt von einem Veranstalter.

TagProgrammNacht in
1Arusha bis Tarangire (2 bis 3 h)Tarangire
2Tarangire über das Ngorongoro-Schutzgebiet in die Serengeti (4 bis 5 h)Serengeti
3Serengeti, dann weiter zum Kraterrand (3 bis 4 h)Ngorongoro-Kraterrand
4Kraterfahrt, dann zurück nach Arusha (3 bis 4 h)Abreise

Drei Nächte, drei verschiedene Betten. Die Serengeti bekommst du an einem Nachmittag und einem Morgen zu sehen, und an zwei der vier Tage sitzt du mehrere Stunden im Wagen. Der letzte Tag verbindet eine Kraterrunde mit der Rückfahrt. Wer nur vier Tage hat, kann die Serengeti auch weglassen und die Zeit auf Tarangire, Lake Manyara und den Krater verteilen: Diese drei liegen laut Tabelle jeweils nur ein bis drei Stunden auseinander.

Beispielroute 7 Tage: die klassische Nordroute

Eine Woche lässt Zeit für alle vier Parks im Norden. Auch dieser Ablauf stammt von einem Veranstalter.

TagProgrammNacht in
1Ankunft, Transfer vom FlughafenArusha
2Arusha bis Tarangire (2 bis 3 h), PirschfahrtKaratu-Gegend
3ganzer Tag Lake ManyaraKaratu-Gegend
4in die Serengeti (4 bis 5 h), Halt am Aussichtspunkt über dem Krater, Pirschfahrt am NachmittagSerengeti
5ganzer Tag SerengetiSerengeti
6Kraterfahrt ab Sonnenaufgang, ganzer TagKaratu-Gegend
7Frühstück, Transfer zum FlughafenAbreise

Sechs Nächte, zwei davon in der Serengeti. Der Veranstalter nennt dafür ab 2.100 US-Dollar (rund 1.850 €) pro Person bei sechs Reisenden und 2.700 US-Dollar (rund 2.350 €) für ein Paar (Stand September 2026). Wie sich solche Preise zusammensetzen, steht auf der Seite Was eine Safari in Tansania kostet.

Eine andere Form zeigt ein zweiter Veranstalter mit sieben Nächten: eine in Arusha, je eine bei Tarangire oder Karatu, am Lake Manyara und am Kraterrand, dann drei in Seronera. Zurück geht es mit dem Buschflug nach Arusha. So bleiben drei Nächte am Stück in der Serengeti, und der lange Rückweg auf der Straße fällt weg.

Varianten je nach Jahreszeit

Beispielroute 10 Tage: Safari und Sansibar

Das Beispiel stammt von der Informationsseite eines Veranstalters und hängt drei Tage Sansibar an sechs Safaritage.

TagProgrammNacht in
1Ankunft Kilimandscharo-Flughafen, rund 90 Minuten nach ArushaArusha
2Puffertag: Besprechung, FahrzeugcheckArusha
3Arusha bis Tarangire (2 bis 3 h), Pirschfahrt am NachmittagTarangire
4Pirschfahrt Tarangire, kurz Lake Manyara, weiter ins Ngorongoro-SchutzgebietKraterrand
5Kraterfahrt ab Sonnenaufgang, halber bis ganzer Tag, weiter Richtung SerengetiSerengeti
6 und 7Serengeti, Camp je nach Lage der HerdenSerengeti
8Buschflug nach Sansibar (2 bis 3 h, oft mit Tankstopp in Arusha)Sansibar, Stone Town
9Stone Town, GewürzfarmSansibar, Stone Town
10Strand in Nungwi oder Paje, AbflugAbreise

Die Quelle nennt drei Nächte in der Serengeti. Die gehen sich nur aus, wenn du nach dem Krater noch am selben Tag weiterfährst; sonst bleiben zwei. Auffällig ist der zweite Tag in Arusha. Er kostet eine Safarinacht und fängt dafür den Langstreckenflug und verspätetes Gepäck ab.

Ohne Sansibar würden die drei letzten Tage in der Safari bleiben. Aus den Fahrzeiten ergibt sich, wofür sie sich anbieten: eine zweite Region der Serengeti, also etwa Seronera und Kogatende im August, und der Rückweg per Flug.

Fly-in: wann sich der Flug lohnt

Das häufigste Muster bei Veranstaltern ist gemischt: hin auf der Straße über Tarangire, Manyara und Ngorongoro, zurück oder weiter per Flug ab Seronera. Der Flug ersetzt die 7 bis 9 Stunden Rückfahrt durch gut eine Stunde. Coastal Aviation fliegt laut Flugplan (Stand Juli 2026) morgens von Arusha über Manyara nach Seronera, von Juli bis September zusätzlich direkt. Der Flugplan nennt 259 US-Dollar (rund 230 €) für Arusha bis Seronera und 355 US-Dollar (rund 310 €) bis Kogatende, jeweils plus Steuern und Gebühren von 54 bzw. 68 US-Dollar (rund 47 bzw. 59 €; Stand Juli 2026).

Lohnend ist der Flug, wenn die Zeit knapp ist, wenn du in den Norden der Serengeti willst oder wenn du danach ohnehin nach Sansibar weiterreist. Auf der Straße siehst du dafür unterwegs Tiere, den Kraterrand und das Hochland. Das fällt beim Fliegen weg.

Für das Gepäck gelten enge Grenzen. Auric Air erlaubt 20 Kilogramm pro Person, Handgepäck und Kamera eingerechnet, und empfiehlt weiche Taschen; Übergepäck kostet auf Safari-Routen 60 US-Dollar (rund 52 €) je 10 Kilogramm (Stand September 2026). Coastal Aviation verlangt für Buschziele kleine weiche Taschen bis 40 × 40 × 80 Zentimeter und nennt auf der Startseite kein Gewicht. Die Veranstalterseite zum 10-Tage-Beispiel schreibt 15 Kilogramm, harte Koffer würden nicht angenommen. Pack für 15 Kilogramm in einer weichen Tasche, dann passt es bei jeder Gesellschaft.

Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass alle tansanischen Fluggesellschaften auf der Liste der EU stehen, die ihnen den Betrieb im europäischen Luftraum untersagt. Das betrifft die Kleinflugzeuge zwischen Arusha, den Parks und Sansibar. Ohne sie lassen sich Fly-in-Routen und die Verbindungen in den Süden nicht planen; wie du das gewichtest, entscheidest du selbst.

Was sich anhängen lässt

Sansibar

Die häufigste Verlängerung. Veranstalter kombinieren etwa sechs Safaritage mit drei bis vier Nächten auf der Insel. Von der Serengeti nach Sansibar dauert der Flug laut Flugportalen direkt gut anderthalb Stunden, mit Zwischenlandungen zwei bis drei. Für Sansibar brauchst du eine eigene Pflichtversicherung eines staatlichen Anbieters, 44 US-Dollar (rund 38 €) für Erwachsene (Stand September 2026). Alles weitere auf der Seite Safari und Sansibar.

Der Süden: Nyerere und Ruaha

Mit dem Auto ist der Süden vom Norden aus keine Option: Bis zum Nyerere-Nationalpark sind es ab Arusha 738 bis 763 Kilometer. Coastal Aviation fliegt ab Daressalam und Sansibar in den Nyerere und weiter nach Ruaha, setzt diese Flüge aber in der langen Regenzeit von Mitte März bis Ende Mai teilweise aus (Stand Juli 2026). In derselben Zeit schließen viele Lodges im Süden. Mehr auf der Seite Der Süden: Nyerere, Ruaha, Mikumi.

Kilimandscharo

Offiziell 5.895 Meter hoch, spätere Messungen kamen auf 5.892 bis 5.902 Meter. Die Marangu-Route dauert sechs Tage, Machame sechs bis sieben, der Northern Circuit neun. Veranstalter raten zur Akklimatisierung zu sieben bis acht Tagen. Im Mittel erreichen 70 bis 80 Prozent den Gipfel. Mit einer Woche Safari kommt so leicht eine Reise von zwei Wochen und mehr zusammen. Die besten Monate für den Berg stehen auf der Seite zur Reisezeit.

Was bei der Routenplanung schiefgeht

Zu viele Stationen. Tarangire, Manyara, Krater und Serengeti in vier Tagen heißt: jeden Morgen packen, jeden Tag ein anderes Bett. Jeder Wechsel kostet laut Tabelle eine bis sechs Stunden. Wer einen Park streicht, gewinnt meist mehr, als er verliert.

Lange Fahrtage. Die Rückfahrt von Seronera nach Arusha nach einer Morgenpirsch ist die längste Etappe der Nordroute, und sie wird in der Regenzeit nicht kürzer. Plan keinen Tag, an dem Kraterrunde und Rückfahrt nach Arusha zusammenfallen, wenn du es vermeiden kannst. Das Auswärtige Amt rät zudem von Überlandfahrten bei Nacht ab.

Die erste Nacht. Vom Kilimandscharo-Flughafen sind es bis Arusha ein bis anderthalb Stunden, bis Tarangire dann noch einmal zwei bis drei. Beide längeren Beispiele beginnen deshalb in Arusha. Das Zehn-Tage-Programm hat sogar einen Puffertag. Wer nach dem Langstreckenflug direkt in den Park fahren will, kommt müde an und riskiert, bei einer Verspätung im Dunkeln unterwegs zu sein.

Unser TippSchreib die Route einmal als Liste der Nächte auf, mit dem Ort jeder Übernachtung und der Fahrzeit am Tag davor. Steht zweimal hintereinander mehr als vier Stunden Fahrt, ist die Route zu voll. Dann hilft eine Station weniger oder ein Flug.

Euro-Beträge gerundet. Kurs: 1 € = 1,15 US-Dollar (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026).

Häufige Fragen zu Safari-Routen in Tansania

Reichen sieben Tage für eine Safari in Tansania?

Sieben Tage reichen für die klassische Nordroute mit Tarangire, Lake Manyara, Ngorongoro-Krater und Serengeti. In einem typischen Veranstalterbeispiel sind das sechs Nächte, davon zwei in der Serengeti; der letzte Tag besteht nur aus Frühstück und Transfer zum Flughafen.

Wie lange fährt man von Arusha in die Serengeti?

Die Parkbehörde TANAPA rechnet für die Straße von Arusha in die Serengeti mit sieben bis acht Stunden, ein Veranstalter mit sieben bis neun Stunden bis Seronera. Mit dem Kleinflugzeug dauert die Strecke Arusha bis Seronera gut eine Stunde.

Lohnt sich ein Flug zurück aus der Serengeti?

Ein Flug ab Seronera spart die längste Fahrt der Nordroute, sieben bis neun Stunden Piste und Straße zurück nach Arusha. Viele Veranstalter fahren deshalb auf dem Hinweg und fliegen zurück; das kostet einen Aufpreis und begrenzt das Gepäck auf weiche Taschen mit 15 bis 20 Kilogramm.

Welche Region der Serengeti passt zu welchem Monat?

Von Dezember bis März stehen die Gnuherden meist im Süden um Ndutu, von Juli bis Oktober im Norden am Mara-Fluss um Kogatende. Die Zeiten verschieben sich jedes Jahr mit dem Regen, deshalb richtet sich die Wahl der Unterkunft in der Serengeti nach dem Reisemonat.

Kann man eine Safari im Norden Tansanias mit dem Nyerere-Nationalpark kombinieren?

Auf der Straße kaum, der Nyerere-Nationalpark liegt über 700 Kilometer von Arusha entfernt. Die Verbindung läuft über Kleinflugzeuge via Daressalam oder Sansibar, die in der langen Regenzeit von Mitte März bis Ende Mai teilweise ausgesetzt sind.