Flusspferde im Wasser eines afrikanischen Flusses

Tansania · Südliche Parks

Safari im Süden Tansanias

Der Bootsführer stellt den Motor ab, und das Boot treibt auf dem Rufiji. Am Ufer liegen Krokodile im Schlamm, weiter draußen grunzen die Flusspferde. Sonst hörst du nur das Wasser am Rumpf.

Foto: 123RF

Der Süden Tansanias ist die Safari für Leute, die den Norden schon kennen oder die unterwegs weniger Geländewagen um sich haben wollen. Drei Nationalparks gehören dazu: Nyerere am Rufiji, Ruaha im Landesinneren und Mikumi an der Fernstraße nach Westen. Die ersten beiden erreichst du meist mit dem Kleinflugzeug ab Daressalam oder Sansibar. Mikumi ist der einzige der drei, den du bequem über die Straße besuchst.

Nyerere
30.893 km²laut Wikipedia, Wikidata nennt 31.044
Ruaha
20.226 km²seit der Erweiterung 2008
Mikumi
3.230 km²Nationalpark seit 1964
Parkgebühr Ruaha
30 USD (rund 26 €)pro Tag zzgl. MwSt., Stand 09/2026

Was den Süden vom Norden unterscheidet

Zuerst die Größe. Der Serengeti-Nationalpark umfasst rund 14.763 Quadratkilometer. Nyerere ist etwa doppelt so groß und nach Wikipedia der größte Nationalpark Tansanias, Ruaha nennt die Nationalparkbehörde TANAPA den zweitgrößten. Auch er ist größer als der Serengeti-Nationalpark.

Dann die Wege. Im Norden reihen sich Tarangire, der Ngorongoro-Krater und die Serengeti an einer Strecke ab Arusha auf, typisch ist hinfahren und höchstens zurückfliegen. Im Süden liegen die Parks weit auseinander und weit weg von den Städten. Ruaha liegt rund 130 Kilometer westlich von Iringa, nach Nyerere sind es ab Daressalam je nach Route 184 bis 230 Kilometer und etwa sechs Stunden auf der Straße. Deshalb fliegt, wer kann.

Und der Andrang? Das Vergleichsportal SafariBookings schreibt über Ruaha, der Park sei „rarely crowded“, während es in der Serengeti in der Trockenzeit rund um Seronera und an den Querungsstellen am Mara-Fluss voll wird. Für Nyerere nennt dieselbe Seite eine Einschränkung: Der nördliche Teil füllt sich mit Tagesbesuchern. Mikumi ist an Wochenenden gut besucht. Ruhe gibt es im Süden also vor allem in Ruaha und abseits der Tagesausflugsgebiete in Nyerere.

Ein Besucher fasst den Preis dafür in einer Bewertung auf SafariBookings so: weniger Touristen als in der Serengeti, aber auch seltener die spektakulären Sichtungen. Das ist eine einzelne Meinung.

Boot und zu Fuß

Was der Süden zusätzlich bietet, sind andere Formen der Safari. In Nyerere fährst du mit dem Boot auf dem Rufiji und seinen Seen, dazu kommen geführte Fußsafaris, Nachtfahrten und Fly-Camping, also eine Nacht im einfachen Zelt draußen im Busch. In Ruaha gehen Fußsafaris mit einem bewaffneten Ranger. Nicht jedes Camp bietet alles an.

Nyerere-Nationalpark: der frühere Norden des Selous

Lange hieß das ganze Gebiet Selous-Wildreservat. Als die UNESCO es 1982 zum Welterbe erklärte, umfasste es 5,12 Millionen Hektar, rund 51.200 Quadratkilometer. 2012 änderte die UNESCO die Grenzen wegen eines Uranprojekts. Seit 2014 steht der Selous auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes. Wie stark die Elefanten gelitten haben, zeigen zwei Zahlen aus der englischen Wikipedia: 1976 rund 109.000 Tiere, 2013 noch etwa 13.000.

2019 machte Tansania den nördlichen Teil zum Nationalpark und benannte ihn nach dem ersten Präsidenten Julius Nyerere. Seitdem verwaltet ihn TANAPA, der Rest bleibt Wildreservat. Der Welterbestatus hängt am Selous, nicht am neuen Parknamen. Im selben Jahr, im Juli 2019, begann der Bau eines Wasserkraftwerks am Rufiji in der Stiegler's Gorge mit geplanten 2.115 Megawatt.

Zur Fläche gibt es drei Angaben: 30.893 Quadratkilometer laut deutscher und englischer Wikipedia, 31.044 laut Wikidata und „über 30.000“ auf einer älteren Seite der Parkbehörde. Die Lebensader ist der Rufiji. Am Fluss und an den Seen leben Flusspferde und Krokodile, dazu Elefanten und Afrikanische Wildhunde.

Anreise und Gebühren

Coastal Aviation fliegt täglich von Daressalam in den Park, laut Flugplan in 45 Minuten, für 192 US-Dollar (rund 170 €) plus 46 US-Dollar (rund 40 €) Zuschlag pro Person. Ab Sansibar geht es mit Zwischenstopp in Daressalam in knapp anderthalb Stunden, für 248 US-Dollar (rund 220 €; Flugplan Stand Juli 2026). Auch Auric Air und Safari Air Link fliegen hin. Im Flugplan heißt das Ziel meist noch „Selous“. TANAPA nennt die Pisten Mtemere und Kiba. Auf der Straße kommst du ab Daressalam über Kibiti und Utete oder aus Richtung Morogoro über Ifakara.

Die Parkgebühr entspricht der Serengeti: 70 US-Dollar (rund 61 €) pro Erwachsenem und 24 Stunden vom 16. Mai bis 14. März, 60 US-Dollar (rund 52 €) vom 15. März bis 15. Mai, Kinder von 5 bis 15 Jahren zahlen 20 US-Dollar (rund 17 €). Dazu kommen 18 Prozent Mehrwertsteuer, also 82,60 US-Dollar (rund 72 €) in der Hauptsaison. Die Behörde widerspricht sich hier selbst, ihr Tarif-PDF nennt die Beträge ohne, die Webseite mit Steuer; Veranstalter rechnen mit Aufschlag. Wer im Park übernachtet, zahlt eine Concession Fee von 60 US-Dollar (rund 52 €) von Juli bis September und 50 US-Dollar (rund 44 €) im Rest des Jahres. Alle Beträge Stand September 2026, unverändert seit mindestens Juli 2021. Eine offizielle Tarifliste nach Juni 2024 steht nicht auf der Seite der Behörde.

Ruaha-Nationalpark: groß, trocken, günstig im Eintritt

Seit 1964 ist Ruaha Nationalpark, 2008 kam das Usangu-Gebiet dazu. Seitdem umfasst er rund 20.226 Quadratkilometer. Hier beginnt der Übergang von der ostafrikanischen Akaziensavanne zu den Miombo-Wäldern des südlichen Afrikas. Entlang des Großen Ruaha-Flusses stehen Baobabs, und im Park leben Großer und Kleiner Kudu, Rappen- und Pferdeantilope. Dazu kommen Wildhunde.

Ruaha ist für große Löwenrudel bekannt. TANAPA schreibt, hier lebten zehn Prozent aller Löwen Afrikas. Bei den Elefanten gehen die Zahlen weit auseinander: Die deutsche Wikipedia schreibt von etwa 10.000 ohne Jahr, die englische nennt für das Ruaha-Rungwa-Ökosystem 34.000 Tiere im Jahr 2009 und 15.836 im Jahr 2015, mit einer Unsicherheit von plus minus 4.759.

Teuer und lang ist dafür die Anreise. Der Coastal-Flug ab Daressalam landet unterwegs in Nyerere und braucht zweieinhalb Stunden, er kostet 433 US-Dollar (rund 380 €), ab Sansibar 500 US-Dollar (rund 440 €; Stand Juli 2026). Die Pisten im Park heißen Msembe und Jongomero. Über Land fährst du von Iringa via Tungamalenga zwei bis dreieinhalb Stunden.

Dafür ist der Eintritt günstig. Ruaha kostet 30 US-Dollar (rund 26 €) pro Erwachsenem und Tag, ganzjährig, zuzüglich Steuer 35,40 US-Dollar (rund 31 €), Kinder 10 US-Dollar (rund 8,70 €). Die Concession Fee liegt bei 30 US-Dollar (rund 26 €) pro Nacht. Stand September 2026.

Mikumi-Nationalpark: der Park an der Straße

Mikumi ist mit 3.230 Quadratkilometern der kleinste der drei. Die Fernstraße A7, der Tanzam Highway, führt mitten hindurch. Das macht ihn leicht erreichbar: rund 280 Kilometer westlich von Daressalam, drei bis fünf Stunden Fahrt, ab Morogoro etwa eine. Aber der Verkehr auf der Durchgangsstraße stört, das führt auch SafariBookings als Nachteil an.

Das Herz des Parks ist die Mkata-Schwemmebene, die manche „Mini-Serengeti“ nennen. Dort siehst du Elenantilopen, Löwen, Elefanten und Giraffen, an einem Becken liegen Flusspferde. Im Süden grenzt Mikumi an Nyerere und den Selous. SafariBookings beschreibt ihn als Ziel für Wochenenden ab Daressalam und als Zwischenstopp auf dem Weg nach Ruaha.

TANAPA erwähnt Linien- und Charterflüge zur Piste im Park, im Flugplan von Coastal Aviation (Stand Juli 2026) taucht Mikumi aber nicht auf. Rechne mit der Straße. Die Parkgebühr liegt bei 30 US-Dollar (rund 26 €) pro Tag zuzüglich Steuer, die Concession Fee bei 25 US-Dollar (rund 22 €; Stand September 2026). Wer selbst fährt, findet die Regeln auf der Seite Tansania auf eigene Faust; das Auswärtige Amt rät von Überlandfahrten bei Nacht ab.

Die drei Parks im Vergleich

ParkFlächeParkgebühr ErwachseneAnreiseBesonders
Nyerere30.893 bis 31.044 km²70 USD (rund 61 €), 15.3. bis 15.5. 60 USD (rund 52 €)Flug ab Daressalam oder Sansibar; Straße ca. 6 Std. ab DaressalamBootssafari auf dem Rufiji, Fußsafari
Ruaha20.226 km²30 USD (rund 26 €) ganzjährigFlug mit Stopp in Nyerere; Straße 2 bis 3,5 Std. ab IringaFußsafari, Baobabs, Kudus
Mikumi3.230 km²30 USD (rund 26 €)Straße A7, 3 bis 5 Std. ab DaressalamMkata-Ebene, gut für kurze Trips

Gebühren pro Person und 24 Stunden, zuzüglich 18 Prozent Mehrwertsteuer, Stand September 2026. Flugangaben laut Coastal-Flugplan Stand Juli 2026.

Wann der Süden funktioniert und wann nicht

Im Norden regnet es zweimal im Jahr. Der Süden hat nur eine Regenzeit, dafür eine lange. Die englische Wikipedia nennt Oktober bis April oder Mai, das Klimaportal Climates to Travel Dezember bis April. Für Nyerere gibt SafariBookings Juni bis Oktober als Trockenzeit an. März und April sind dort am nassesten. In Ruaha fällt der meiste Regen laut dem Veranstalter Tanzania Odyssey im Dezember und Januar. Die Trockenzeit dort beginnt nach SafariBookings im Mai, nach deren Tansania-Übersicht erst im Juni.

Gegen Ende der Trockenzeit wird es heiß. SafariBookings nennt für Ruaha Tageswerte von 26 Grad in den kühleren Monaten bis über 38 Grad kurz vor dem Regen. Nachts kühlt es auf 14 bis 17 Grad ab.

In der Regenzeit wird es schwierig. Viele Lodges in Nyerere schließen im April und Mai, die Camps in Ruaha sind im Mai zu. Die Pisten in den Parks können nach starkem Regen unpassierbar werden, warnt das britische Außenministerium. Plan den Süden für Juni bis Oktober. Mehr zu den Monaten im ganzen Land steht auf der Seite Reisezeit und Große Tierwanderung.

AchtungCoastal Aviation setzt die Flüge nach Nyerere und Ruaha in der langen Regenzeit von Mitte März bis Ende Mai aus (Flugplan Stand Juli 2026). Die niedrigere Nebensaison-Gebühr in Nyerere fällt genau in diese Wochen. Günstiger wird es dadurch kaum, wenn Flüge und Camps fehlen.

Süden und Sansibar in einer Reise

Für eine Kombination mit dem Strand liegt der Süden günstiger als der Norden. Der Morgenflug ab Sansibar erreicht Nyerere mit Zwischenstopp in Daressalam in knapp anderthalb Stunden, Ruaha in gut drei. Du kannst also am Strand beginnen und am selben Vormittag im Boot auf dem Rufiji sitzen, oder die Safari zuerst machen und danach auf die Insel fliegen. Ab Daressalam fährt außerdem die Fähre nach Stone Town.

Für die Kleinflugzeuge brauchst du weiche Taschen. Auric Air erlaubt 20 Kilogramm pro Person, Handgepäck und Kamera eingerechnet. Alle tansanischen Fluggesellschaften stehen auf der Liste der EU, die ihnen den Betrieb im europäischen Luftraum untersagt, darauf weist das Auswärtige Amt hin. Ohne sie ist der Süden aber kaum zu bereisen.

Auf Sansibar kommen eigene Regeln hinzu: eine staatliche Pflichtversicherung für 44 US-Dollar (rund 38 €) pro Erwachsenem und eine Abgabe von 1 bis 5 US-Dollar (rund 0,90 bis 4,40 €) pro Nacht, je nach Unterkunft (Stand September 2026). Die Einzelheiten stehen auf der Seite Safari und Sansibar.

Euro-Beträge gerundet. Kurs: 1 € = 1,15 US-Dollar (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026).

Häufige Fragen zum Süden Tansanias

Ist der Nyerere-Nationalpark dasselbe wie das Selous-Wildreservat?

Nicht ganz. Der Nyerere-Nationalpark entstand 2019 aus dem nördlichen Teil des Selous-Wildreservats, der Rest bleibt Wildreservat. Der UNESCO-Welterbestatus von 1982 gilt dem Selous-Gebiet, und viele Fluggesellschaften und Veranstalter schreiben weiterhin „Selous“, wenn sie den Nyerere-Nationalpark meinen.

Wie kommt man in den Nyerere-Nationalpark?

Am schnellsten geht es mit dem Kleinflugzeug ab Daressalam, die Flugzeit liegt unter einer Stunde, oder ab Sansibar mit Zwischenstopp in Daressalam. Über die Straße sind es ab Daressalam je nach Route 184 bis 230 Kilometer und rund sechs Stunden Fahrt.

Ist der Ruaha-Nationalpark günstiger als die Serengeti?

Bei den Parkgebühren ja: Die Tagesgebühr für Ruaha beträgt laut Tarifliste der Nationalparkbehörde weniger als die Hälfte der Serengeti-Gebühr, und das ganzjährig. Dafür ist die Anreise per Flug teurer und länger, weil Ruaha weit im Landesinneren westlich von Iringa liegt.

Kann man im Süden Tansanias in der Regenzeit auf Safari gehen?

Eingeschränkt. Im April und Mai schließen viele Lodges in Nyerere, die Camps in Ruaha sind im Mai zu, und die Linienflüge von Coastal Aviation in beide Parks ruhen von Mitte März bis Ende Mai. Die sichere Reisezeit für den Süden ist die Trockenzeit von Juni bis Oktober.

Lohnt sich der Mikumi-Nationalpark als Kurztrip ab Daressalam?

Mikumi ist der am leichtesten erreichbare Park im Süden Tansanias: Die Fernstraße A7 führt hindurch, die Fahrt ab Daressalam dauert drei bis fünf Stunden. Genau deshalb ist er an Wochenenden gut besucht, und der Durchgangsverkehr auf der Fernstraße stört das Naturerlebnis.