Tankwart und Car Guard gehören in Südafrika zum Autofahren wie der Linksverkehr. Das Straßennetz ist dicht, und die Überlandstraßen sind laut Auswärtigem Amt zumeist in gutem Zustand. Plan vor allem die Uhrzeit. Über Land fährst du nur bei Tageslicht.
- Verkehr
- linksLenkrad rechts
- Autobahn
- 120 km/haußerorts 100, innerorts 60
- Promillegrenze
- 0,5laut Auswärtigem Amt
- Krüger-Park
- 50 km/hauf Asphalt, 40 auf Schotter
- Notruf Polizei
- 10111Rettung 10177 oder 112
Linksverkehr, Führerschein, Tempolimits
Gefahren wird links, geschaltet mit der linken Hand. Ungewohnt sind die vielen Kreuzungen mit Stoppschild in alle Richtungen, die „4-way stops“. Dort fährt, wer zuerst angehalten hat. Ein grüner Abbiegepfeil erlaubt dir laut Auswärtigem Amt nicht, Fußgänger oder Gegenverkehr zu übersehen. Radarkontrollen gibt es viele.
Beim Führerschein sind die Behörden eindeutig. Das Auswärtige Amt nennt den internationalen Führerschein erforderlich, gültig nur zusammen mit dem deutschen. Das österreichische Außenministerium schreibt dasselbe. Nach südafrikanischem Recht gilt ein ausländischer Führerschein zwar auch allein, wenn er auf Englisch ist, ein Foto und eine Unterschrift trägt, und manche Vermieter akzeptieren den EU-Kartenführerschein ohne Zusatz. Mit beiden Dokumenten gibt es bei einer Kontrolle nichts zu diskutieren.
Die Tempolimits nach dem National Road Traffic Act: 60 km/h innerorts, 100 km/h außerorts, 120 km/h auf den meisten Autobahnen. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Bußgelder bar an der Straße zu bezahlen ist nicht legal, schreibt das Auswärtige Amt, und nennt für Korruptionsfälle die Hotline 0800 00 28 70.
Maut: e-Toll in Gauteng ist Geschichte
Auf den Autobahnen rund um Johannesburg und Pretoria erfassten gut zehn Jahre lang Mautbrücken die Kennzeichen elektronisch, abgeschafft wurde das System in Etappen.
- 3. Dezember 2013: Start der e-Maut (e-Toll) auf den Freeways in Gauteng.
- Dezember 2014: Die Regeln gelten auch für Fahrzeuge, die nicht in Südafrika zugelassen sind.
- Oktober 2022: Die Regierung kündigt die Abschaffung an. 2023 werden trotzdem weiter Rechnungen verschickt.
- 28. März 2024: offizielle Abschaffung verkündet. Zum Ende des 11. April 2024 um Mitternacht gehen die Mautbrücken vom Netz.
Seitdem fährst du in Gauteng mautfrei. Auf den anderen Nationalstraßen bleiben die klassischen Mautstellen, an denen du anhältst und zahlst, „auf Autobahnen herrscht oft Mautpflicht“, so das Auswärtige Amt. Zwei Beispiele aus dem Tarif der Straßenbehörde SANRAL ab 1. März 2026: Der Huguenot-Tunnel auf der N1 hinter Paarl kostet für einen Pkw R54,50 (rund 2,90 €), die Mautstelle Tsitsikamma auf der N2 an der Garden Route R61,50 (rund 3,30 €; Stand September 2026). Die Tarife steigen meist jedes Jahr zum 1. März.
Tankstellen: niemand tankt selbst
Selbstbedienung gibt es nicht. Der Tankwart füllt den Tank, prüft auf Wunsch Öl und Reifen und putzt die Scheibe. Ein Trinkgeld ist üblich, genannt werden R5 bis R10 (rund 0,30 bis 0,50 €; Stand September 2026). Eine Umfrage von 2026 kam zu einem gemischten Bild: 43 Prozent der Befragten geben gar nichts, der häufigste Betrag war R10 (rund 0,50 €). Halt ein paar kleine Scheine und Münzen im Auto bereit, dann musst du an der Säule nicht das Portemonnaie aufklappen.
Parken und Car Guards
Vor Supermärkten, Restaurants und an Stränden stehen Car Guards, informelle Parkwächter, meist mit Warnweste. Sie weisen dich ein, behalten das Auto im Blick und helfen beim Einladen. Beim Wegfahren gibst du R5 bis R10 (rund 0,30 bis 0,50 €), mit Hilfe beim Einladen R10 bis R20 (rund 0,50 bis 1,10 €; Stand September 2026, Angaben aus Reiseratgebern).
Den Wagen selbst schützt das nur bedingt. Das österreichische Außenministerium rät, nur auf gut beleuchteten und bewachten Plätzen zu parken. Das Auswärtige Amt warnt vor Autoaufbrüchen mit Störsendern („Jamming“), die das Verriegeln per Funkschlüssel verhindern. Drück also den Knopf und zieh danach am Türgriff. Im Innenraum bleibt nichts liegen, was man durch die Scheibe sieht.
Sicherheit am Steuer
Die meisten Warnungen des Auswärtigen Amts betreffen Stadtverkehr und Dunkelheit. In dichtem Verkehr und an roten Ampeln kommt es häufiger zu Blitzeinbrüchen, „smash-and-grab“ genannt: Jemand reißt die Tür auf oder schlägt die Scheibe ein und greift sich die Tasche vom Beifahrersitz. Halt die Fenster geschlossen und die Türen von innen verriegelt, und leg Handtasche, Kamera und Handy in den verschlossenen Kofferraum.
Nach Einbruch der Dunkelheit kommt ein zweites Risiko dazu. An wenig befahrenen Kreuzungen besteht dann die Gefahr von Carjackings, also Überfällen, bei denen Täter das ganze Auto mitnehmen.
Dazu kommen Warnungen zu einzelnen Strecken. Bei Dämmerung und Dunkelheit stoppen Täter Autos mit Steinwürfen oder Steinblöcken auf der Fahrbahn, genannt werden die N2 zwischen Kapstadt und dem Flughafen, die Strecke nach Stellenbosch und Somerset West sowie die N4 von Pretoria Richtung Pilanesberg. Das österreichische Außenministerium berichtet von falschen Polizisten auf den Flughafenstraßen von Johannesburg und Pretoria. Bei Emalahleni, an der N4 Richtung Krüger, gab es laut Auswärtigem Amt wiederholt gewaltsame Straßenblockaden. Mehr zur allgemeinen Lage auf der Seite Einreise, Malaria, Sicherheit.
AchtungFahr vom Flughafen am Ankunftstag nur bis zur ersten Unterkunft, und plane jede Etappe so, dass du vor Sonnenuntergang ankommst. Das Auswärtige Amt rät grundsätzlich von Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit ab, und die Strecken mit den meisten Überfällen sind ausgerechnet die Flughafenstraßen.
Nachts auf der Landstraße: Tiere und Schlaglöcher
Die Warnung vor Nachtfahrten hat nicht nur mit Kriminalität zu tun. Das Auswärtige Amt zählt Unfälle, liegengebliebene Fahrzeuge, Schlaglöcher und Tiere auf der Fahrbahn auf. Ein Tier auf dem Asphalt siehst du im Scheinwerferlicht spät. Auf Asphalt rechnest du ohnehin mit mehr Zeit, als der Routenplaner anzeigt: Stop-and-go, Baustellen und Pausen kommen dazu.
Mit dem eigenen Wagen durch den Krüger-Park
Im Krüger-Nationalpark darfst du mit dem eigenen Wagen auf Pirsch gehen. Alle neun Zufahrten zu den Toren sind asphaltiert. Im Park gilt Tempo 50 auf Asphalt, 40 auf Schotter und 20 in den Camps, SANParks empfiehlt im Schnitt 30 km/h. Aussteigen ist nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt, Offroad-Fahren verboten.
Den Tag bestimmen die Torzeiten. Sie ändern sich nach Monat: Von Mai bis Juli öffnen die Eingangstore um 6 Uhr und schließen um 17:30 Uhr, im November, Dezember und Januar gilt 5:30 bis 18:30 Uhr (SANParks, Stand September 2026). Die Tore der Camps haben teils eigene Zeiten. Wer nach Torschluss noch unterwegs ist, fährt gegen die Regeln, einen Späteinlass gibt es nur im Notfall bis 21 Uhr mit Eskorte für R500 (rund 27 €) pro Fahrzeug und nur an einigen Toren. Nachtfahrten bietet SANParks selbst in offenen Fahrzeugen an, nur eben nicht im eigenen Auto.
Vom Flughafen O. R. Tambo bis zum Malelane-Tor sind es rund 390 Kilometer, ein Routenplaner rechnet ohne Pausen viereinhalb Stunden. Wer spät landet, übernachtet unterwegs. Camps, Tore und Eintritt stehen auf der Seite Krüger-Nationalpark und private Reservate.
Einwegmiete von Kapstadt nach Johannesburg
Die großen Vermieter geben Wagen in Kapstadt aus und nehmen sie in Johannesburg zurück. Dafür fällt eine Einweggebühr an. Ein Anbieterratgeber ohne Datum nennt R1.500 bis R3.500 (rund 81 bis 190 €) je nach Strecke, an anderer Stelle derselben Seite R1.500 bis R3.000 (rund 81 bis 160 €).
Die Strecke selbst misst 1.397 Kilometer, reine Fahrzeit laut Routenplaner gut 15 Stunden. Als Etappe einer Rundreise planen das die wenigsten. Üblich ist, die Garden Route mit einem Wagen zu fahren, ihn abzugeben und nach Johannesburg zu fliegen, wie es die Routen für zwei und drei Wochen zeigen.
Über die Grenze nach Namibia, Botswana, Lesotho oder Eswatini
Ohne schriftliche Genehmigung des Vermieters (Letter of Authority) fährst du nicht über die Grenze, sonst erlischt nach Angaben von Vermittlern der Versicherungsschutz. Hertz Südafrika beschreibt das Verfahren auf seiner Seite genau: Anfrage per E-Mail mindestens zwei Werktage vorher, für jede erteilte Genehmigung R2.000 (rund 110 €) (Stand September 2026). Nach Simbabwe, Sambia und Angola lässt Hertz keine Wagen. Wer nach Eswatini, Lesotho oder Mosambik fährt, muss den Wagen in Südafrika, Botswana oder Namibia zurückgeben.
Andere Vermieter verlangen andere Beträge. Ein Vermittler nannte mit Stand Februar 2024 für Namibia und Botswana R1.250 bis R1.800 (rund 67 bis 97 €), für Lesotho und Eswatini R550 bis R1.705 (rund 30 bis 92 €), und schrieb, Firefly und Woodford erlaubten gar keinen Grenzübertritt. Diese Zahlen können veraltet sein. Für Namibia kommt an der Grenze eine Straßenabgabe dazu, SANParks nennt für die Ausreise über Mata-Mata R242 (rund 13 €) pro Fahrzeug.
Und denk an den Pass: Kehrst du nach Südafrika zurück, brauchst du laut Auswärtigem Amt wieder genügend freie Seiten für die Stempel. Wie das Fahren jenseits der Grenze aussieht, steht auf den Seiten Mietwagen in Namibia und Selbstfahrer in Botswana.
Was ein Mietwagen kostet
Ein Anbieterratgeber nennt für einen normalen Pkw mit Versicherung ab Johannesburg etwa R600 bis R900 (rund 32 bis 48 €) pro Tag (Stand Mai 2026). Dieselbe Seite schreibt, ohne Kreditkarte für die Kaution gebe es keinen Wagen, und die Selbstbeteiligung liege bei der Standardversicherung bei R15.000 bis R30.000 (rund 810 bis 1.600 €). Lies das Kleingedruckte.
Allrad nur, wo er gebraucht wird
Kapstadt, Weinland, Garden Route und die Anfahrt zum Krüger fährst du mit einem normalen Pkw. Zwei Ziele sind anders.
Der Sani Pass führt aus den südlichen Drakensbergen hinauf nach Lesotho, auf 2.876 Meter. Südafrika lässt laut Wikipedia in der Regel nur 4x4-Fahrzeuge auf die Straße, die Grenzposten sind von 6 bis 18 Uhr offen. Für die Fahrt nach Lesotho brauchst du außerdem die Genehmigung des Vermieters. Veranstalter bieten den Pass auch als geführten Ausflug an, mehr dazu auf der Seite KwaZulu-Natal und Drakensberge.
Im Kgalagadi-Transfrontier-Park an der Grenze zu Botswana sind die Parkstraßen Schotter, laut SANParks „not sedan friendly“. Die Botswana-Seite des Parks darfst du nur mit Allrad befahren, und dort nur mit mindestens zwei Fahrzeugen. Die Anfahrt ab Upington sind rund 250 Kilometer Asphalt.
Stromausfälle: Load Shedding ist vorbei
Ältere Reiseberichte warnen vor Kreuzungen, an denen während der geplanten Stromabschaltungen die Ampeln ausfielen. Das beschreibt eine Zeit, die vorerst vorbei ist. Laut dem Stromversorger Eskom gab es seit dem 16. Mai 2025 kein Load Shedding mehr, auch nicht im Winter 2026 (Stand September 2026).
Euro-Beträge gerundet. Kurs: 1 € = 18,62 Rand (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026).
Häufige Fragen zum Mietwagen in Südafrika
Braucht man für einen Mietwagen in Südafrika einen internationalen Führerschein?
Das Auswärtige Amt schreibt, der internationale Führerschein sei in Südafrika erforderlich und gelte nur zusammen mit dem nationalen deutschen Führerschein. Manche Vermieter geben den Wagen auch gegen den EU-Kartenführerschein allein heraus, bei einer Polizeikontrolle bist du mit beiden Dokumenten aber auf der sicheren Seite.
Muss man in Gauteng noch e-Maut bezahlen?
Nein. Die elektronische Maut auf den Autobahnen rund um Johannesburg und Pretoria wurde abgeschafft, die Mautbrücken sind seit Mitternacht am Ende des 11. April 2024 abgeschaltet. An den klassischen Mautstellen auf anderen Nationalstraßen, etwa am Huguenot-Tunnel oder im Tsitsikamma, zahlst du weiter.
Tankt man in Südafrika selbst?
Nein, an südafrikanischen Tankstellen tankt ein Tankwart, der auf Wunsch auch die Scheibe putzt und Öl oder Reifendruck prüft. Ein kleines Trinkgeld in Rand ist üblich, aber keine Pflicht.
Darf man mit einem südafrikanischen Mietwagen nach Namibia oder Botswana fahren?
Nur mit schriftlicher Genehmigung des Vermieters, sonst erlischt nach Angaben von Vermittlern der Versicherungsschutz. Die Vermieter verlangen dafür eine eigene Gebühr und Vorlauf, manche Billiganbieter erlauben gar keinen Grenzübertritt.
Braucht man in Südafrika einen Allradwagen?
Für Kapstadt, die Garden Route und den Krüger-Nationalpark reicht ein normaler Pkw. Allrad brauchst du am Sani Pass hinauf nach Lesotho, wo Südafrika nur 4x4-Fahrzeuge durchlässt, und im Kgalagadi-Transfrontier-Park, dessen Schotterstraßen SANParks als ungeeignet für Limousinen bezeichnet.
