Das Amphitheater der Drakensberge über dem Camp Thendele

Südafrika · Osten

KwaZulu-Natal und Drakensberge

St Lucia, kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Auf der Straße vor der Unterkunft bewegt sich etwas Großes, Graues: ein Flusspferd auf dem Weg zum nächsten Stück Gras. Niemand rennt. Man wartet.

Foto: 123RF / Diriye Amey

KwaZulu-Natal ist die Provinz im Osten Südafrikas zwischen dem Indischen Ozean und der Grenze zu Lesotho. Auf engem Raum liegen hier drei sehr verschiedene Ziele: ein Wildpark mit Nashörnern, ein Feuchtgebiet an der Küste und ein Hochgebirge mit Felsmalereien. Viele Rundreisen kommen vom Krüger-Nationalpark über Eswatini und fahren am Ende über die Drakensberge zurück nach Johannesburg. Wer so fährt, bekommt in gut einer Woche Safari, Küste und Wandern in einer Schleife.

Hluhluwe-iMfolozi
960 km²Provinzpark, gegründet 1895
iSimangaliso
seit 1999UNESCO-Welterbe, 280 km Küste
Drakensberge
seit 2000UNESCO-Welterbe, Natur und Kultur
Felsbilder
über 35.000an rund 690 Stätten laut UNESCO
Malaria
geringim Norden, ganzjährig; Drakensberge außerhalb

Hluhluwe-iMfolozi: der Park der Breitmaulnashörner

Hluhluwe-iMfolozi ist kein Nationalpark. Der Park gehört der Provinz und wird von Ezemvelo KZN Wildlife verwaltet, nicht von SANParks. Er ist 960 Quadratkilometer groß und entstand am 30. April 1895 als zwei getrennte Reservate, Hluhluwe und Umfolozi. 1989 kam ein Korridor dazu, seitdem ist es ein Park. Die englische Wikipedia nennt ihn das älteste Reservat Afrikas, die deutsche vorsichtiger eines der ältesten.

Seinen Ruf verdankt er dem Breitmaulnashorn. Die Art galt 1895 als fast ausgestorben. Hier überlebten nach Wikipedia 20 bis 100 Tiere, und bis in die 1950er Jahre wuchs der Bestand auf rund 400. Unter dem Wildhüter Ian Player verteilte die „Operation Rhino“ danach Hunderte Tiere auf andere Reservate. Heute lebt hier eine der größten Populationen der Welt. Wilderei bedroht sie stark. Außerdem ist Hluhluwe-iMfolozi laut Wikipedia der einzige staatliche Park in KwaZulu-Natal mit allen Big Five.

Gebühren und Torzeiten klärst du vorher selbst, die Tarifseite von Ezemvelo zeigte am 22. September 2026 keine Beträge. Im Netz stehen für 2026 rund R300 (etwa 16 €) pro Tag für ausländische Besucher, und für die Tore Sommerzeiten (November bis Februar) von 5 bis 19 Uhr, Winterzeiten von 6 bis 18 Uhr. Ein Veranstalter schreibt dagegen 5 bis 18 und 6 bis 17 Uhr. Beides ist nicht amtlich. Genannt werden die Tore Nyalazi, Memorial und Cengeni. Die Wild Card für Ausländer gilt auch in den Parks von Ezemvelo. Die Karte kostete 2025/26 R4.680 (rund 250 €) einzeln und R7.310 (rund 390 €) für ein Paar.

AchtungPlan Hluhluwe-iMfolozi so, dass du vor der früheren der beiden genannten Schließzeiten am Tor bist. Solange Ezemvelo keine lesbare Tarifliste veröffentlicht, frag die Unterkunft oder ruf beim Park an, bevor du Gebühren und Zeiten fest einplanst.

iSimangaliso und St Lucia: Seen, Küste, Flusspferde

Nördlich von Hluhluwe beginnt die Küste. Der iSimangaliso-Wetland-Park zieht sich laut Wikipedia 280 Kilometer von der Grenze zu Mosambik bis Mapelane und umfasst den Lake St Lucia, Cape Vidal, Sodwana Bay, Kosi Bay und das Mkuze-Wildreservat. Bis 2007 hieß er Greater St Lucia Wetland Park. Seit 1999 ist er UNESCO-Welterbe, 2025 wurden die Grenzen geändert; die UNESCO nennt jetzt 397.403 Hektar. Der Lake St Lucia und die Schildkrötenstrände von Maputaland stehen schon seit 1971 auf der Ramsar-Liste der Feuchtgebiete.

Als Standort bietet sich St Lucia an. Der Ort hat 1.104 Einwohner (2022) und lebt nach Wikipedia vor allem vom Park. Im Schutzgebiet leben rund 1.200 Nilkrokodile und fast 800 Flusspferde. Nachts laufen Flusspferde oft durch die Straßen, also geh nach Dunkelheit nicht zu Fuß durch unbeleuchtete Ecken. Cape Vidal und das Mkuze-Reservat erreichst du von hier aus.

Das ist kein Big-Five-Park wie Hluhluwe, sondern Seen, Feuchtgebiete, Strände und Meer. Von Hluhluwe nach St Lucia sind es 80 Kilometer, gut eine Stunde. Beides lässt sich deshalb verbinden: morgens Nashörner, abends Flussmündung.

Die Drakensberge: Wandern an der Grenze zu Lesotho

Die Drakensberge ziehen sich über mehr als 1.000 Kilometer, der höchste Teil liegt an der Grenze zwischen KwaZulu-Natal und Lesotho. Auf südafrikanischer Seite schützt ihn der uKhahlamba-Drakensberg-Park, gut 2.400 Quadratkilometer groß. Mit dem Sehlabathebe-Nationalpark in Lesotho bildet er seit 2013 das Welterbe Maloti-Drakensberg, eingeschrieben 2000, heute 249.313 Hektar. Der höchste Gipfel des Gebiets, der Thabana Ntlenyana mit 3.482 Metern, steht in Lesotho. Der Mafadi kommt auf 3.450 Meter.

Hierher kommst du zum Wandern. Die Wege führen durch Schutzgebiete wie Royal Natal im Norden und Giant's Castle in der Mitte. In Royal Natal steht die Felswand des Amphitheatre, und die Tugela-Fälle stürzen nach Wikipedia insgesamt 947 Meter in die Tiefe. Nach Routen, Längen und Gebühren fragst du in der Unterkunft oder im Büro am Parkeingang, dort erfährst du auch, welche Wege offen sind. In den Hochlagen ist es kühl und feucht, im Winter fällt dort Schnee.

Die UNESCO hat den Park auch für seine Kultur aufgenommen. Sie zählt rund 690 Felsbildstätten mit vermutlich über 35.000 Einzelbildern der San. Die englische Wikipedia nennt 35.000 bis 40.000 Werke, davon rund 20.000 an 500 Stellen zwischen Royal Natal und Bushman's Nek. Beim Alter der Bilder gehen die Angaben weit auseinander. Dazu kommen über 250 Pflanzenarten, die nur hier wachsen.

Ein Veranstalter übernachtet im Süden bei Underberg und im Norden bei Royal Natal; von Underberg aus gehört ein Ausflug über den Sani-Pass nach Lesotho zu seinem Programm. Für die Fahrzeiten weiter unten steht Winterton am Nordrand des Gebirges.

Durban: ankommen, nicht bleiben

Durban ist die drittgrößte Stadt Südafrikas und hat den belebtesten Hafen Afrikas südlich der Sahara. Viele Rundreisen streifen sie nur. Der King Shaka International Airport liegt nördlich der Stadt, bis in den Hluhluwe-iMfolozi-Park sind es von dort 219 Kilometer, knapp drei Stunden. Airlink fliegt ab Durban unter anderem zum Kruger Mpumalanga International Airport. Das Auswärtige Amt rät, die Innenstadt von Durban zu meiden, unabhängig von der Tageszeit (Stand September 2026).

Eswatini als Durchgang vom Krüger

Zwischen dem Süden des Krüger und KwaZulu-Natal liegt Eswatini, das frühere Swasiland. Die Routen der Veranstalter führen hindurch, der Veranstalter aus der Etappentabelle weiter unten legt dort eine Nacht ein. Einreiseregeln und Öffnungszeiten der Grenzübergänge prüfst du vorher beim Auswärtigen Amt.

Malaria: gering im Norden, nicht null

Auswärtiges Amt und DTG stufen den Norden von KwaZulu-Natal mit Hluhluwe-iMfolozi, iSimangaliso, Tembe und Ndumu ganzjährig als Gebiet mit geringem Risiko ein. Sie empfehlen dort Mückenschutz, Tabletten nicht. Malariafrei ist die Gegend damit nicht, auch wenn Anbieter das manchmal so darstellen. Die Drakensberge liegen außerhalb der Gebiete, die beide nennen; Österreichs Außenministerium spricht nur von den niedrig gelegenen Teilen der Provinz.

Kommst du aus dem Krüger, gilt dort eine andere Stufe: von September bis Mai saisonal hohes Risiko. Lass dich vor der Reise reisemedizinisch beraten. Wer ganz ohne Malariarisiko auf Safari will, findet Alternativen auf der Seite Safari ohne (hohes) Malariarisiko. Das Auswärtige Amt rät außerdem, in KwaZulu-Natal nicht in Süßwasser zu baden (Bilharziose).

Reisezeit: Regen im Sommer, Schnee in den Bergen

KwaZulu-Natal hat Sommerregen. Am Flughafen Durban fallen im Januar im Schnitt 122 Millimeter, im Juni 30. Die Temperaturen bleiben mild: im Januar tagsüber 28 Grad, im Juli knapp 23, nachts 21 und 11 Grad (Mittel 1991 bis 2020). In St Lucia fallen laut Wikipedia 1.129 Millimeter im Jahr.

Für die Drakensberge heißt das: Im Sommer ist es grün, und es regnet oft. Im Winter ist es trockener, aber oben kann Schnee liegen. Die Hochsaison im Land liegt in den südafrikanischen Sommerferien von Mitte Dezember bis Mitte Januar und über Ostern. Den Vergleich aller Regionen findest du auf der Seite Reisezeit und Klima.

Etappen vom Krüger bis in die Drakensberge

Die Fahrzeiten sind Idealwerte des Routenplaners OSRM, berechnet am 22. September 2026, ohne Pausen, Baustellen und Grenzkontrolle. Rechne auf Asphalt 15 bis 25 Prozent dazu. Die Zahlen des Veranstalters stehen in der letzten Spalte, wo es welche gibt.

StreckeEntfernungFahrzeit OSRMVeranstalter
Skukuza bis Malelane, durch den Krüger74 km1 h 46nicht angegeben
Malelane bis Mbabane (Eswatini)151 km2 h 26ab Hazyview ca. 4 h, 275 km
Mbabane bis Hluhluwe274 km3 h 25ca. 4 h, 275 km
Hluhluwe bis St Lucia80 km1 h 16ca. 1,5 h, 90 km
St Lucia bis Winterton (nördliche Drakensberge)445 km5 h 16bis Underberg ca. 5,5 h, 450 km
St Lucia bis Durban258 km3 h 16nicht angegeben
Durban bis Winterton220 km2 h 41nicht angegeben
Winterton bis Flughafen O. R. Tambo364 km4 h 40ca. 4 h, 350 km

Fahr keine dieser Etappen in die Dunkelheit hinein. Das Auswärtige Amt rät generell von Überlandfahrten nach Einbruch der Nacht ab und warnt vor kurzfristigen Straßenblockaden, besonders in KwaZulu-Natal. Mehr zu Maut, Versicherung und Grenzpapieren auf der Seite Mietwagen, Straßen und Sicherheit am Steuer.

Wie viele Nächte du einplanst

Ein Veranstalter, der die Schleife als Selbstfahrertour anbietet, rechnet so: eine Nacht in Eswatini, eine in Hluhluwe, zwei in St Lucia, zwei in den südlichen Drakensbergen bei Underberg und zwei im Norden bei Royal Natal. Das sind acht Nächte ab dem Krüger bis zur Rückfahrt nach Johannesburg.

Bei nur einer Nacht in Hluhluwe bleiben ein Nachmittag und ein Morgen im Park. Wer mehr Zeit im Park will, zieht eine Nacht aus St Lucia ab. Die Drakensberge lassen sich auf zwei Nächte kürzen, wenn du nur einen Teil des Gebirges siehst, am einfachsten den Norden, der auf dem Weg nach Johannesburg liegt. Unter sechs Nächten wird die Schleife zur reinen Fahrerei. Wie sich das in eine Reise von zwei oder drei Wochen einfügt, zeigt die Seite Südafrika-Rundreise.

Euro-Beträge gerundet. Kurs: 1 € = 18,62 Rand (Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22.09.2026).

Häufige Fragen zu KwaZulu-Natal

Ist Hluhluwe-iMfolozi ein Nationalpark?

Nein. Hluhluwe-iMfolozi ist ein Provinzpark, verwaltet von Ezemvelo KZN Wildlife, nicht von der Nationalparkbehörde SANParks. Deshalb gelten dort eigene Gebühren und Torzeiten, und die Krüger-Tarife lassen sich nicht übertragen.

Gibt es in Hluhluwe und St Lucia Malaria?

Ja, aber das Risiko ist gering. Auswärtiges Amt und Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin stufen den Norden von KwaZulu-Natal mit Hluhluwe-iMfolozi und iSimangaliso ganzjährig als Gebiet mit geringem Risiko ein und empfehlen Mückenschutz. Malariafrei ist die Gegend nicht, eine reisemedizinische Beratung klärt den Rest.

Wie viele Nächte braucht man für KwaZulu-Natal und die Drakensberge?

Ein Veranstalter plant auf seiner Selbstfahrertour eine Nacht in Hluhluwe, zwei in St Lucia und vier in den Drakensbergen, verteilt auf den Süden und den Norden des Gebirges. Mit einer Nacht in Eswatini als Übergang vom Krüger kommen so acht Nächte zusammen.

Wie weit ist es vom Krüger-Nationalpark nach St Lucia?

Über Eswatini sind es nach Routenberechnung rund 505 Kilometer von Malelane am Südrand des Krüger bis St Lucia, reine Fahrzeit gut sieben Stunden ohne Pausen und Grenzkontrollen. Veranstalter teilen die Strecke mit einer Übernachtung in Eswatini.

Warum sind die Drakensberge UNESCO-Welterbe?

Die Drakensberge an der Grenze zu Lesotho sind seit 2000 Welterbe für Natur und Kultur zugleich. Die UNESCO nennt rund 690 Felsbildstätten mit vermutlich über 35.000 Einzelbildern der San und mehr als 250 Pflanzenarten, die nur dort vorkommen.